Ich weiß, dass es weh tun kann, wenn man einen Schneeball ins Gesicht kriegt. Von früher. In Berlin veranstalteten 40 Jugendliche mit einer Polizeistreife eine Schneeballschlacht. Die Streife war wegen einer Schlägerei unter Jugendlichen gerufen worden. Zur Abwehr der Angriffe mit Schneebällen setzten die Polizisten Pfefferspray ein. Es heißt in der Noitz: Erst damit hätten sie die “Angreifer” vertreiben können.
Ich war ja nicht dabei. Aber das klingt nach übertriebenem Gewalteinsatz der Polizei. Vielleicht waren es auch keine Jugendlichen, sondern der schwarze Block.











Also ich weiß nicht. Eine Polizeistreife besteht in der Regel aus zwei Männeken. Wenn da 40 Jugendliche so richtig loslegen mit Schneebällen kann ich schon verstehen wenn die Polizisten leicht Panik bekommen und dann Pfefferspray einsetzen.
@Luigi: Zwei gegen Vierzig ist schon unfair und es kann einem in dieser Frontlage schon mulmig werden. Aber es liest sich doch schon seltsam – oder?
Geilo… Irgendwie liest sich das sehr lustig. Da kommt die Polizei wegen Gewaltjugendlichen und die betreffenden Gewaltjugendlichen werfen dann mit Schneebällen um sich. Das ist natürlich schon auch etwas Gewalt. Aber gleich mit Pfefferspray halte ich dann doch für übertrieben. Sie hätten ja auch einfach mitmachen können.
Hoffen wir einfach. dass so ein krasses Missverhältnis nicht weiter vorkommt. Vor allem nicht an Weihnachten.
Allerdings kann ich die Polizisten auch verstehen, da es an sozialen Brennpunkten garantiert nicht einfach ist einen klaren Kopf zu wahren. :verzogen:
@Tobi_Tobsen: Was man dem Bericht natürlich nicht entnehmen konnte, war die Atmosphäre, die sich dort den Polizisten dargeboten hat. Ich bin persönlich auch nicht gerade mutig und wüsste deshalb nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich mich 40 Angreifern mit Schneebällen gegenübersähe.
Ich denke mir auch, 2 gegen 40 ist unfair, hinter der Polizeimaske stecken auch ganz normale Menschen und das sollte natürlich berücksichtigt werden. Wenn die beiden Polizisten dann mit der Ansgt zu tun bekommen und Pfefferspray einsetzen, kann ich es sehr gut verstehen.
Desweiteren wirft man auch nicht mit Schneebällen auf Polizisten, denn Schneebälle können auch sehr weh tun und Schaden anrichten.
Nun es war nur Pfefferspray. Okay, das kann auch sehr wehtun, aber ich bin mir sicher, dass die Jugendlichen vorher aufgefordert wurden, die Schneeballwürfe einzustellen. Wenn vierzig Jugendliche das dann nicht hin bekommen, verrate mir, wie zwei- drei Polizisten sonst hätten reagieren sollen? Sie hätten noch wegfahren können, wäre dann aber etwas passiert, dann hätte die Polizei auch wieder etwas falsch gemacht und wäre dafür angeprangert wurden.
Da ist schon was dran. Hätten die Polizisten aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit das Weite gesucht, wären sie von den Medien dafür kritisiert worden, dass sie sich nicht durchsetzen konnten. Ein Teufelskreis. So wie der Zeitungsartikel verfasst war, musste ich jedenfalls über diese Konfrontation schmunzeln. Den Polizisten wird wohl anders zumute gewesen sein, angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der anderen Seite.
Interessantes Thema. Vor allem weil von uns Schreibern keiner wirklich dabei war.
Wir wissen auch nicht was gesagt wurde.
@Armin Fischer: Natürlich. Aber bei welchem Ereignis, über das wir schreiben und sprechen sind wir schon dabei gewesen. Das sind die wenigsten. Oder?
Ich würde mal ganz pauschal sagen, dass – sofern der Staat sein Gewaltmonopol ernst nimmt – die Polizei die Pflicht hat, Gewalt zu unterbinden. Pfefferspray ist ja in diesem Fall streng genommen bloß der Ersatz für den Schusswaffeneinsatz. Sollten wir nicht froh sein, dass lediglich Pfefferspray eingesetzt wurde? In vermutlich jedem anderen Land der Welt hätte die Polizei härter reagiert, wenn man sie gewaltsam (und auch Schneebälle sind nunmal Gewalt, zumal in 20 facher Überzahl) angreift.
Wir hatten vor nicht so langer Zeit Fälle, in denen Polizisten von Jugendlichen krankenhausreif geprügelt worden sind. Eine Polizeibehörde, deren Personal sich so etwas trotz Bewaffnung bieten lässt, braucht an sich kein Mensch. Wie will denn, wer nicht einmal sich selbst verteidigen kann, Recht und Ordnung verteidigen?
“Bloß der Ersatz für den Schusswaffeneinsatz”? Na das ist ja mal eine einfache Formel. Ich fand das in einer kurzen Zeitungsnotiz festgehaltene Vorkommnis “Schneebälle gegen Pfefferspray” ehrlich gesagt nicht deshalb erwähnenswert, weil ich das staatliche Gewaltmonopol in Zweifel ziehen wollte, sondern weil ich die Geschichte irgendwie witzig fand.
Allerdings – vielleicht hätte ich, wäre ich einer der beiden Polizisten gewesen, auch so wie diese gehandelt. Schon deshalb, weil ich angesichts der Überzahl Schiss gehabt hätte. Mir ist bekannt, dass es Übergriffe gibt – insbesondere in den so genannten Problembezirken. Ich frage mich, was diese Entwicklung uns noch bringen wird.
Auch einfache Formeln können bisweilen sehr zutreffend sein. Die Übergriffe, von denen ich geschrieben habe, fanden nicht in irgendwelchen Problemvierteln, sondern in meiner eigenen, nicht besonders großen Stadt statt. Angesichts solcher und anderer Vorkommnisse frage ich mich seit längerem, ob ich mich eigentlich auf eine solche Polizei noch vollständig verlassen kann oder will, wenn sie nichtmal sich selbst wirksam schützen kann oder will. Ich sage ja nicht, dass es toller wäre, wenn die sofort losballern würden, nur frage ich mich schon, wo denn die Schmerzgrenze liegt und ab wieviel Gewalt der Staat sein Monopol tatsächlich mal verteidigt. Ich verstehe nicht, wie es zu Zeitungsmeldungen kommen kann, in denen sich gut ausgebildete und ausgerüstete Polizisten von ein paar Jugendlichen gegen Straßenschilder schleudern lassen und die einzige Konsequenz bleibt, dass sich alle über irre Jugendliche aufregen aber niemand fragt, ob nicht auch die Polizei in solchen Situationen manchmal weniger entschlossen vorgeht, als vielleicht nötig wäre, um solchen Idioten mal vor Augen zu führen, dass sie sich eben nicht alles erlauben können. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass die sich gegenüber unbewaffneten Bürgern gegenüber friedlicher verhalten werden.