Monatsarchiv: Dezember 2010
Mit Guido Westerwelle möchte ich gerade nicht tauschen
Viele zerren an Guido Westerwelle. Er soll abtreten, aber er will offenbar nicht. Der Mann hat eben seinen eigenen Kopf. Oft genug hat er das bewiesen. Gewiss ist er soviel Profi, dass er weiß, wann er verloren hat. Er wird wohl die ruhigen Weihnachtstage dazu nutzen, um sich ein komplettes Bild zu machen. Für ihn scheint es noch nicht ausgemacht, dass er verloren hat und seine Posten verlieren wird. Ein bisschen Mitleid habe ich jetzt doch mit ihm. Das liegt aber wohl nur an Weihnachten.
Für meine Begriffe wäre die FDP, die inzwischen bei 3% liegt (whow!), gut beraten, wenn sie statt Brüderle, der sicher nicht nur nach meinem Eindruck auch nicht mehr als Westerwelle aufzuweisen hat, den jungen Christian Lindner zum Parteichef machen würde. Der kann das.
Es beunruhigt mich übrigens, dass offenbar auch die Liberalen wie andere Parteien über eine sehr dünne Personaldecke verfügen. Viele Bürger/innen sind zwar politisch interessiert, wollen sich aber nicht in Parteien engagieren. Man muss nur darauf schauen, wie die Öffentlichkeit mit Guido Westerwelle im letzten Jahr umgegangen ist. Dann liegt die Erklärung auf der Hand.
Im Schnee versunken: Das Rad klaut keiner
Heute Nachmittag waren wir zu einem Besuch im Krankenhaus. Dort herrschte auf den Parkplätzen das gleiche Chaos wie auf den Straßen. Der Wahnsinn – für unsere Verhältnisse auf alle Fälle. Der Wetterbericht verheißt für die nächsten Tage nichts Gutes. Nun haben wir so tolles Winterwetter gehabt und Weihnachten wird matschig und vor allem grün. Muss das sein, Petrus? Hab ein Einsehen und blase das Wetter bitteschön nicht in die falsche Richtung!
Sorgenfreies Leben mit Hartz IV???
Provozierender kann man das wohl nicht ausdrücken!? Gut, Springer bleibt Springer – ganz egal, um welches “Organ” es sich handelt:
Mit kluger Lebensführung kann man mit Hartz IV sorgenfrei leben, die Dummen sind Arbeiter mit niedrigen Einkommen. Das zeigt sich auch in der Schule. [Quelle]
Die anschließende Lüge, die auch dadurch nicht besser wird, dass sie ständig von denen wiederholt wird, die offenbar das größte Interesse daran haben, die Bevölkerung für blöd zu verkaufen, macht mich noch wütender.
Man wollte sich nicht länger damit abfinden, dass Menschen in der Sozialhilfe verharren und für den Arbeitsmarkt verloren sind. Durch „Fordern und Fördern“ sollten die Arbeitslosen so motiviert werden, dass sie möglichst schnell wieder eine Arbeit aufnehmen. Ein großer Teil der Arbeitslosen hat dies geschafft und dadurch diese umstrittene Arbeitsmarktreform als erfolgreich bestätigt.
Das kranke Motto vom “Fordern und Fördern” ist wie alle wissen, gleich nach dem Start zum reinen Fordern (Erpressen und Entmutigen) mutiert. Auch wenn so genannte Experten enorme Kosten für alle möglichen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose anführen, geändert hat das nichts. (weiterlesen …)
Es sieht schon schön aus
Bei uns sieht es in der Weihnachtszeit ja nur selten so aus – wenn überhaupt. Gestern hörte ich im Radio, dass es auch in diesem Jahr hier in der Kölner Bucht wohl nichts mit einer weißen Weihnacht wird. Wir drücken aber die Daumen, dass sich die Wetterfuzzis (mal wieder) irren. So genau können die ja die Regionen, in denen das Wetter passiert, doch nicht bestimmen.
Jedenfalls waren die Chancen selten so gut, dass es hier etwas wird mit einer weißen Weihnacht. Außerdem konnte ich die Bilder in den letzten Tagen ganz gut speichern. Ihr könnt uns ja ebenfalls die Daumen drücken, damit das Wetter noch ein paar Tage durchhält.
Den diesjährigen Weihnachtsbaum hätten wir auch
Heute Nachmittag haben wir unseren diesjährigen Weihnachtsbaum gekauft. In einer Blitzaktion. Wir waren (wieder) innerhalb von 15 Minuten fertig und hatten das Ding in den Kofferraum verfrachtet. Grün ist er, schlank und nicht zu hoch. «Ich hab nur Nordmann» antwortete der Verkäufer etwas unwirsch, als ein anderer potenzieller Käufer ihn fragte, ob er auch Nordmann-Tannen anbiete. «Der Meter kostet 20 Euro», füge er an. Ganz schön teuer. Passend zu den Spritpreisen dieser Tage. [pullquote_right]Auch im Internet bestellbar[/pullquote_right]
Den Verkäufer kennen wir jetzt schon seit Jahren. Für einen Bonus reichte das nicht. Wir zahlten heute für unseren Baum 30 Euro, also 5 Euro mehr als noch im letzten Jahr. Aber für einen kleinen Dialog hatte er Zeit. Er erzählte, dass er allein für den diesjährigen Verkauf 7.000 Bäume geschlagen hätte. Ich fragte nach, wie viel Zeit man dafür benötigen würde. «Wenn man schnell ist, kann man 120 Bäume in der Stunde sägen».
Wieder was gelernt. 120 Bäume in der Stunde. Was für ein Tempo und welch ein radikaler Kahlschlag. Den Baum hatten wir schon gekauft, sonst hätte ich vielleicht noch ein schlechtes Gewissen bekommen. Aber die Leute sorgen in ihrer Region heute natürlich schon aus ureigenstem Interesse dafür, dass Bäume nachwachsen und dort kein Rodungseffekt entsteht, den man etwa aus anderen Gegenden kennt. Übrigens kommen 1/3 aller deutschen Weihnachtsbäume aus dem Sauerland!
Warum ist es nur überall so glatt?
Ganz coole Zeitgenossen beginnen in diesen weißen Tagen ihre Monologe mit den Worten: «Es ist Winter und wieder kommt der Schnee völlig überraschend».
Ich finde es gut, dass viele Leute übervorsichtig auf den Straßen unterwegs sind und nehme es deshalb in Kauf, dass so der Verkehrsfluss noch einmal negativ beeinflusst wird. Dass allerdings große Flughäfen wie Frankfurt/Main nicht in der Lage sind, ausreichend vorzusorgen, ist wirklich ärgerlich. Auch größere Städte wie Köln oder Münster haben nicht genügend Streusalz eingekauft. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Preise um 400% erhöht worden sind.
Man sieht alte Leute, die vorsichtig über die Bürgersteige wandeln und sich wahrscheinlich trotzdem die Haxen brechen. Und das, weil auch an diesem Ende Geld gespart werden muss. Angebot und Nachfrage sind schon was tolles. Das Prinzip kann nicht nur Geld kosten, sondern sogar Menschenleben.
Weihnachten im Krankenhaus
Gestern Abend fand in meiner Firma die traditionelle Weihnachtsfeier statt. Manche Leser wissen vielleicht, dass ich Pendler bin und nur am Wochenende nach Hause fahre. In diesem Jahr hatte ich eigentlich erstmals vor, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen und deshalb mein Hotelzimmer auch für Freitag auf Samstag reserviert.
Weil es mir aber im Moment gesundheitlich nicht gut geht, habe ich mich kurzfristig doch noch umentschieden und bin nach Hause gefahren. Die Schnee- und Straßenverhältnisse ließen es zu und wer weiß, wie es heute Morgen gegangen wäre. Denn heute schneit es -jedenfalls hier- schon die ganze Zeit.
Es stellte sich am Abend heraus, dass es ganz gut war, dass ich mich umentschieden habe. Wir mussten nämlich ein Familienmitglied ins Krankenhaus bringen. Deshalb war es gut, dass ich zu Hause war. Wir haben eine ganze Weile in der Notaufnahme verbracht. Es war schon nach 20:00 Uhr. Dafür ging es betriebsam zu, obwohl es sich um das Krankenhaus einer niederrheinischen Kleinstadt handelte. (weiterlesen …)
Manche «Grünen» haben es aber so richtig mit der Toleranz
Volker Beck aber auch Christian Ströbele sind dagegen, Renate Künast dafür, dass der Papst in Bundestag spricht. Hoffentlich repräsentieren die Einwände mancher Grünen-Politiker nicht den Grad an Toleranz, den die Partei als Ganzes auszeichnet. Dies wäre ziemlich unvereinbar mit dem Bild, das sich viele Wähler -bisher jedenfalls- gebildet haben.
[pullquote_right]Künast stoppt grüne Papst-Kritiker[/pullquote_right]Auch wenn das mit dieser Debatte rein gar nichts zu tun hat: Ich mag nicht, wenn ich im Fernsehen mehr und mehr schwulen Paaren beim Küssen zusehen darf. Keine Ahnung, welches Licht mein Bekenntnis auf meine Toleranzentwicklung wirft. Jedenfalls verlasse ich nicht das Wohnzimmer oder schalte den Fernseher aus. Ich protestiere auch nicht dagegen, dass man mir partout und in meinen Augen durchaus penetrant klarzumachen versucht, dass meine sexuelle Orientierung durchaus Alternativen hat. (weiterlesen …)











