Monatsarchiv: Dezember 2010
Toleranz fordert man immer von anderen
Es könnte mit Weihnachten zu tun haben. Die Leute sind gestresst. Das macht aggressiv! Nein … es ist wirklich nicht auszuhalten!
Soweit sind wir also: Jetzt werden auch schon die Fleischesser bei Plasberg vorgeführt.
Ich finde es unverschämt, dass Vegetarier oder Veganer, in dieser Sendung geradezu masslos aggressiv auftreten (Mark Benecke und Barbara Rütting) und Fleischesser, auch anhand durchaus bekannter Missstände bei Tierhaltung und Schlachtung, missionieren wollen. Ach hätten die beiden ihr Vorhaben doch wahr gemacht und wären nach Hause gegangen.
In der Tat, viele Menschen sind entsetzt darüber, wenn sie sehen, wie grausam die üblichen Schlachtvorgänge und schon die Massentierhaltung auch heute immer noch ist. Dennoch wird die Mehrheit der Leute, auch nachdem sie solche Berichte zur gesehen oder gelesen haben, weiterhin Fleisch essen.
Alles für die «Realität des Einsatzes der Bundeswehr»?
Ich tue mich doch etwas schwer damit zu glauben, dass unser geschätzter Verteidigungsminister sich nicht längst vor seiner 7. Reise nach Afghanistan darüber im Klaren gewesen soll, dass die personelle Zusammensetzung seiner Entourage an der Heimatfront missbilligend zur Kenntnis genommen wird. Sollte er tatsächlich bereits so abgehoben sein, dass er Vorwürfe der Selbstinszenierung nicht ins Kalkül gezogen hätte?
Mir fällt ein Satz ein, den ich mal von ihm gehört habe und der das missbilligte Verhalten besser erklärt: «Ich tue das, was ich für richtig halte». (weiterlesen …)
Viele haben schon ihre 1. Fehlinvestition für 2011 hinter sich
Das Finale des Eurovision Song Contest 2011 in Düsseldorf ist ausverkauft. Binnen Stunden gingen am Sonntag übers Internet alle 32 000 Tickets weg, die zunächst zu vergeben waren, wie der federführende Norddeutsche Rundfunk (NDR) in Hamburg mitteilte. [Quelle]
Ich will ja niemandem den Enthusiasmus versauen: Aber Lena macht das im nächsten Jahr wieder. Der Blitz schlägt aber nie an derselben Stelle zweimal ein!
Wie steht es um unseren politischen Verstand?
U.a. Joachim Gauck hat heute Abend bei «Anne Will» in wenigen Sätzen die zentrale Problemstellung erläutert, die in der Vermittlung von Politik an die Bürger besteht:
[dropcap1]1[/dropcap1]«Die Politik enthält gerade in Zeiten der Globalisierung so viel hochkomplexe Zusammenhänge, dass viele Menschen das gar nicht mehr verstehen. Und sie nehmen sich auch nicht mehr die Zeit, das Ganze zu durchdringen, sondern die wollen in 1:30 in der Tagesschau von Minister Rösler erklärt haben: Wie hängt das zusammen?. Und wenn der Minister Rösler das nicht schafft, dann ist er ein ganz schlechter Minister, weil es viel einfacher ist, den Minister zu schelten, als sich zu sagen: Hör mal zu, Alter, du bist offenbar zu dumm, du begreifst es nicht.» [Quelle]
Einige weitere Aussagen in der heutigen Sendung geben auf jeden Fall Anlass, sie auf sich wirken zu lassen:
[dropcap1]2[/dropcap1]Wir sind dafür, dass Politiker diesen Job nur für eine gewisse Zeit wahrnehmen. Danach sollten sie in ihren ursprünglichen Beruf zurückgehen oder jedenfalls wieder aus der Politik verschwinden. Wenn Lothar Späth, Gerhard Schröder, Friedrich Merz oder Roland Koch (und viele andere) das aber tun, werden sie dafür scharf kritisiert. (weiterlesen …)
England: Sollen die Eliten wieder unter sich bleiben?
Jetzt stellt euch nur mal vor, hier bei uns wären die Studiengebühren wie jetzt in England auch um den Faktor 3 erhöht worden. Ich frage mich, ob die Geburtenrate in GB denn so viel besser ist als in Deutschland. So von wegen: «wir tun nix für die Jungen und die sind doch unsere Zukunft». Finanziell wird es den Briten wohl auch nicht besser gehen als uns. Schließlich hat dort die Finanzbranche nicht weniger brutal gewütet als im Rest Europas.
Vielleicht sind die Briten aber auch, ähnlich wie die Amis, bei denen die Studiengebühren ja noch höher sind, auch ein bisschen daran interessiert, dass die Eliten für sich bleiben. Die Regierung nutzt die Chance der schlechten Finanzlage und krempelt die Gesellschaft um. Die da oben bleiben unter sich und der Rest kann sehen, wo er bleibt. Aber vielleicht ist die Begründung ja wirklich “nur” in der Finanzkrise zu sehen und es stecken keine gesellschaftspolitischen Absichten dahinter.
“Fluchtpunkt Nizza” oder “Der Tourist”?
Die Montagskrimis im ZDF beginnen zwar erst um 22:15 Uhr aber es lohnt sich -manchmal-, dafür aufzubleiben. Selbst dann, wenn man, wie ich, am nächsten Morgen um 5:00 Uhr aufstehen muss. Einer der besten dieser Krimis in 2010 war in meinen Augen -und das nicht nur wegen Sophie Marceau- “Fluchtpunkt Nizza” (Originaltitel: “Anthony Zimmer”). Ein extravaganter und witziger Krimi mit einem relativ überraschenden Ende. (weiterlesen …)
Vergabepraxis bei Bundesverdienstkreuzen

Mit Orden, egal welcher Art, werden es die meisten von uns wahrscheinlich nicht so haben. Vielleicht deshalb, weil sie in ihrem Leben nie wissentlich mit einem der Preisträger Kontakt hatten. Ich finde es gut, wenn Leute, die sich für andere Menschen engagieren – in Ehrenämtern zum Beispiel – auch von staatlicher Seite durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes geehrt werden.
[pullquote_right]Seit dem Diäten-Urteil von 1975 des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 40, 296) bestimmen die Bundestags- und Landtagsabgeordneten die Höhe ihrer Bezüge selbst.[/pullquote_right]Auf diese vielleicht verbreitete Grundhaltung wirkt wohl ausgesprochen kontraproduktiv, dass unsere Bundestagsabgeordneten jährlich aus ihren Reihen pauschal dreißig neue Träger des Bundesverdienstkreuzes ausgucken. Diese Praxis verstärkt beim Bürger den ohnehin in der Bevölkerung festsitzenden Eindruck, dass unser Parlamente im wahrsten Sinne des Wortes Selbstbedienungsläden sind.
Ich gehe noch weiter: Dass unsere Abgeordneten (auch in den Ländern) ihre Apanage (das Wort Diäten nutze ich nicht, weil es dem allgemeinen Zeitgeist entsprechend, in diesem Zusammenhang sinnentstellend wäre) selbst festlegen, ist ein längst ausgelutschtes Thema. Auch die öffentliche Empörung hat daran nichts geändert. (weiterlesen …)
Wetten dass..? – Proben: Hingefallen, nicht gestürzt
Er ist hingefallen, keineswegs gestürzt. Das ist die übereinstimmende Bewertung aller, die bei den Proben dabei waren. Ich möchte an dieser Stelle dem in dieser Woche hin und wieder erhobenen Vorwurf, die Wetten wären angesichts des Quotendrucks verschärft worden, deutlich widersprechen. (ZDF-Intendant Schächter in seinem heutigen Statement zum Unfall von Samuel Koch)
Falls es noch jemanden interessieren sollte: Samuel Koch ist weiterhin schwer verletzt bzw. teilweise gelähmt. Wahrscheinlich wird er in ca. 2 Wochen eine Rehabilitation beginnen, die bis zu einem Jahr dauern könnte. Nur wenige Tage nach dem tragischen Unfall ist es erwartungsgemäß (mit Ausnahmen) ruhig geworden im Blätterwald. Allerdings bin ich ziemlich sicher, dass viele Menschen nach wie vor oft an Samuel Koch denken und ihm auch weiter die Daumen drücken.
Kleine dpa – Meldung im Focus:
Auch Schreiben ist Machen
Also… macht was und zeichnet die Online Petition. Wir brauchen jetzt bundesweite Volksabstimmungen. Zur Stärkung unserer Demokratie.
Von: Michael Poost aus Füssen
An: Bundesregierung in Deutschland
Das Wohl der Bürgerinnen und Bürger steht schon seit vielen Jahren nicht mehr im Mittelpunkt des politischen Handelns. Die durch ungezügelten Lobbyismus hervorgerufene und immer stärker werdende Verzahnung von Politik und Wirtschaft bedingt ein Gegenwicht.
Dies kann nur der Volksentscheid auf Bundesebene sein.
Begründung: Die heftigen Debatten um Stuttgart 21 haben gezeigt, das es ohne Bürgerbeteiligung nicht funktioniert. Um die Demokratie weiter zu entwickeln, sind bundesweite Volksentscheide notwendig.
Im Namen aller Unterzeichner.
Füssen, 09.12.2010 (aktiv bis 08.06.2011)



