Ab damit in die Wolken – Vertrauen vs. Usability

Januar 16, 2011 3 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 160 x aufgerufen.
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Ab damit in die Wolken – Vertrauen vs. Usability

Es ist wirklich noch nicht lange her, da konnte ich mir nicht vorstellen, meine Daten und vor allem auch die Programme, mit denen ich viel arbeite, irgendwo im Internet “gelagert” zu wissen. Die Internet-Verbindung war noch zu langsam und die Verfügbarkeit nicht wirklich permanent und störungsfrei gewährleistet. Diese Einschränkungen gehören der Vergangenheit an.

Persönlich könnte ich mir heute vorstellen, Anwendungen und Daten der Cloud anzuvertrauen. Die technischen Voraussetzungen sind erfüllt. Aber im Wort “anzuvertrauen” verbirgt sich das eigentlich Problem. Meine elektronische Post verwalte ich schon seit Jahren ausschließlich mit Google Mail. Meine Fotos liegen bei Flickr, meine Bookmarks bei Xmarks und Delicious u.s.w.

Mein Desktop-Rechner arbeitet unter Windows 7, mein Notebook (noch) unter Vista. Das Notebook brauche ich nur unter der Woche (im Hotel), um mit seiner Hilfe meine einsamen Abende surfend zu überstehen. Vista ist langsam, und ich kann mich nicht daran gewöhnen. Dieses Betriebssystem sollte ich endlich ersetzen. Ich habe mir überlegt, ob ich nicht das Chrome-OS einsetzen sollte. Die auf dem Notebook installierten Programme gebrauche ich viel seltener als die auf meinem Desktop-PC. Eigentlich bin ich damit nur online unterwegs.

Webanwendungen werden immer interessanter. Vor allem gefällt mir, was Google in dieser Hinsicht in den letzten Jahren entwickelt hat. Ich hätte nicht gedacht, wie gut und zuverlässig Web-Apps inzwischen funktionieren.

Nachdem die Testzeit für Office 2011 im Oktober letzten Jahres abgelaufen war, habe ich es deinstalliert und bisher meine alte gekaufte Office 2003 – Version nicht wieder reaktiviert. Stattdessen arbeite ich, wenn ich zu Hause überhaupt Office benötige, mit den entsprechenden Weblösungen von Google. Ich verirre mich selten auch mal zu Microsofts Angebot.

Google entwickelt seine Web-Apps kontinuierlich weiter, was ich beim Microsoft-Pendant bisher nicht feststellen konnte. Microsofts Excel Version im Netz gefällt mir vielleicht auch deshalb nicht so gut, weil der Unterschied zur gewohnten Tabellenkalkulation (mit der ich tagein, tagaus umgehe) einfach zu groß ist. Die dort fehlenden Funktionen hat man beim Google Angebot nicht vermisst, weil man dort keinen Vergleich anstellen konnte.

Ausprobiert habe ich viele der bekannten Anwendungen. Jeffreys Blogparade zum Thema Cloud finde ich auch deshalb interessant, weil anhand der Vergleiche deutlich wird, wie schnell sich die Stars unter den verfügbaren Lösungen herausgebildet haben.

[fancy_header]Meine Favoriten[/fancy_header]

[dropcap1]1[/dropcap1] Google Mail – Den Komfort weiß ich seit Jahren zu schätzen und dank Caschys ausgezeichneten Beschreibungen zur Handhabung und zu verfügbaren Erweiterungen glaube ich, dass andere Lösungen dieser nicht das Wasser reichen können.

[dropcap1]2[/dropcap1] Google Reader – Als Feedleser kommt mir nichts anderes in die Tüte. Allerdings variiere ich die Sichten gerne. Dafür gibt es ja auch wunderbare Plugins/Erweiterungen.

[dropcap1]3[/dropcap1] Google Docs – Darunter sind die schon angesprochenen Webanwendungen für Tabellenkalkulation, Schreiben, Präsentieren, Zeichnen etc. zusammengefasst

[dropcap1]4[/dropcap1] Flickr – Meine Fotos vertraue ich meinem Pro-Account bei Flickr an. Möge uns dieser fantastische Dienst noch lange erhalten bleiben. Ich erinnere an die kürzlich von Yahoo verbreitete Nachricht, dass Delicious verkauft wird. Flickr gehört ebenso zu Yahoo.

[dropcap1]5[/dropcap1] Last fm – Ohne Musik geht gar nichts. Und damit andere das auch überprüfen können, nutze scrobble ich, was das Zeug hält. :-)

[dropcap1]6[/dropcap1] Evernote – Zum Sammeln von Notizen ein unverzichtbares Tool. Früher habe ich Cuecard benutzt. Aber das Online – “Äquivalent” gefällt mir besser. Der begrenzte Speicherplatz in der freien Version behindert mich nicht.

[dropcap1]7[/dropcap1] Dropbox ist ganz toll aber die (von mir inzwischen angesparten) 3,25 GB sind schon ein bisschen knapp. (Die Kunden von t-online sollten sich das Mediencenter anschauen. Dort gibt es kostenlos 25 GB Speicher. Horst Scheuer hat darüber einen ausführlichen Artikel gebloggt!)

[dropcap1]8[/dropcap1] Xmarks +  Delicious –  Xmarks unterstützt viele Browser und ist schon deshalb kaum schlagbar. Bei Delicious ist es eher meine Anhänglichkeit. :-)

Facebook und Twitter habe ich hier mal gar nicht aufgeführt, weil die eh jeder kennt und viele sie auch nutzen. Einen weiteren spezifischen Nutzen haben beide Dienste im Gegensatz zu denen, die ich hier aufgeführt habe, auch nicht zu bieten. Es mag aber sein, dass mancher das ganz anders sieht.

Jetzt aber noch ein Wort zu dem im Titel angesprochenen Wermutstropfen – dem erforderlichen und durchaus nicht gottgegebenen Vertrauen. Ein gewisses Grundvertrauen muss man nämlich schon haben, um die zum Teil ja auch sehr privaten Daten irgendwohin ins Datenparadies zu stellen. (Ich habe auch nicht alle Fotos meiner Sammlung an Flickr übertragen…)

Wer weiß schon wirklich, was Mutter Google im Zweifelsfall alles mit unseren Daten anstellen wird. Weiter oben habe ich (vielleicht etwas großspurig) verkündet, dass man doch evtl. ganz (zum Beispiel) auf das Chrome-OS setzen könnte. Dazu müsste man allerdings alle Daten ins Internet auslagern und dieser Schritt wäre mir dann doch etwas zu groß. Jedenfalls bin ich im Moment noch nicht soweit. Das mag aber an den Gegebenheiten liegen, am heutigen Diskussionsstand. Andererseits: Der Diskurs zur Datensicherheit geht bestimmt weiter, und ich denke nicht, dass wir aufgrund der zu erwartenden zukünftigen Entwicklungen in dieser Hinsicht beruhigter in die Zukunft sehen können.

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3 Kommentare

  1. JürgenHugo 16. Januar 2011 at 18:12 -

    Da schreib ich dir später mal ne Mail zu – das is mir jetzt zu umfangreich, um auf alles zu antworten. So. :-)

  2. Jeffrey 16. Januar 2011 at 22:30 -

    Vielen Dank für die Teilnahme an der Blogparade!

    Man sieht an den bisherigen Artikeln bereits schon sehr gut, welches die Top-Dienste in der Cloud sind.