Zwanzig Männer, Null Frauen

Januar 30, 2011 6 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 165 x aufgerufen.
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Spiegel-Titel 31.1.2011

Zettel hat ins Spiegel – Impressum geguckt und festgestellt, dass die Spiegel – Chefredaktion ausschließlich aus Männern besteht. Erst bei den stellv. Ressortleitern sind auch zwei(!) Frauen dabei.

Der “Spiegel” hat sie bisher offenbar nicht gebraucht. Mit einer verkauften Auflage von 974.638 Exemplaren (4. Quartal 2010) und einer Reichweite von 6.549.000 Lesern ist er seit Jahrzehnten das größte deutsche und nach eigenen Angaben auch das größte europäische Nachrichtenmagazin.

Warum braucht Deutschland die Frauenquote, wenn der “Spiegel” sie augenscheinlich nicht braucht? Warum brauchen zum Beispiel deutsche Vorstände und Aufsichtsräte sie, wenn die Redaktion des “Spiegel” sie nicht braucht?

via Zettels Raum: Marginalie: Der “Spiegel” und die Frauenquote. Ein Blick in die Redaktion des “Spiegel”. Und ein Blick auf sein aktuelles Titelbild.

Bisschen peinlich ist das angesichts des neuen Spiegel-Titels schon, gell?

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6 Kommentare

  1. Kiri 30. Januar 2011 at 14:12 -

    Frauenquoten sind unnütz, da sie die Gleichberechtigung außer Kraft setzen – im Umkehrschluß müsste man auch Männerquoten einführen.

    Ich persönlich finde diesen Quoten-Quatsch auch blödsinnig – sie erschweren nur den Dialog und wenn nunmal Bewerber X besser ist als ich, und ich nur eingestellt werde, weil die Quote erfüllt werden muss, dann finde ich das nicht grade fair gegenüber mir und meinen Mitbewerbern.

  2. Horst 30. Januar 2011 at 14:19 -

    Ich sehe das eigentlich auch so. Andererseits müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die “Gleichberechtigung” in vielen Bereichen steckengeblieben ist. Du musst dir nur ansehen, wie ungerecht Männer und Frauen bezahlt werden. Frauen liegen oft für die gleiche Arbeit 25% unter dem Einkommen der Männer.

    Die andere Seite ist allerdings, dass ich es mir nicht zutraue zu beurteilen, ob Frauen den heute nötigen Ehrgeiz und den Durchsetzungsswillen mitbringen, der nötig ist, um Spitzenpositionen zu bekommen. Ich meine das keinesfalls wertend, aber immerhin kann es ja sein, dass Frauen diesen von Männern erfundenen Quatsch ganz einfach nicht mitmachen wollen. Sie brauchen das nicht. Das würde mehr als alles Gequatsche um die Gleichberechtigung, die “Überlegenheit” -jedenfalls in diesem Bereich :herz: – der Frau belegen.

  3. Sven 30. Januar 2011 at 19:04 -

    Die Ungleichbehandlung beim Lohn könnte man ja per Gesetz verbieten, eine Quote hingegen bringt nichts. Nicht unbedingt wegen der Aussage, dass dann eine schlechter Qualifizierte Frau die Stelle bekommt, sondern eher weil diese Stellen, wenn sie durch Frauen besetzt werden, abgewertet werden. Dann heißt es nämlich, die hat den Job nur wegen der Quotenregelung bekommen und nicht, weil sie die Qualifikationen mitbringt.

  4. Horst 30. Januar 2011 at 19:29 -

    @Sven: Ich glaube, diesen Gleichbehandlungsgrundsatz durch Gesetz gibt es schon. Aber es halten sich nicht viele daran. In der Bewertung von Arbeit werden die Kriterien oft schwer objektivierbar sein. Wahrscheinlich liegt das daran. Die Quote bringt es nicht. Das glaube ich auch.

  5. Jan 31. Januar 2011 at 02:51 -

    Der Spiegel-Titel ist mehr als nur ein bisschen peinlich, sondern eigentlich skandalös. Schön mit dem Finger auf andere zeigen und munter anprangern, Meinung machen – aber dann selbst nicht dran glauben. Wie soll man so ein Blatt bitte noch ernst nehmen?

    Was das Problem mit den Löhnen angeht, bin ich (wie immer) etwas skeptisch, ob sich dass wirklich mal eben per Gesetz lösen lässt. Also wirklich lösen lässt, nicht nur eine Lösung simuliert. Denn “gleicher Job” ist ja unter Umständen gar nicht immer so eindeutig definierbar, zumindest nicht, wenn man halt nicht will, dass es gleich definiert wird. Ich halte ein in die Öffentlichkeit zerren solcher Ungerechtigkeiten plus der Gefahr der Rufschädigung für das Unternehmen hier für deutlich effizienter als noch ein Gesetz, dass man garantiert irgendwie umgehen kann.

    Gesetzliche Quoten für Unternehmen sind natürlich grober Unfug. Zum einen aus moralischen Gründen (dem Staat gehören diese Unternehmen nicht und er sollte es doch bitte schon ihren Eigentümern überlassen, wen sie einstellen möchten) und zum anderen aber auch, weil der Emanzipation so allenfalls ein Bärendienst geleistet wird. Jede Frau in einer Führungsposition wird – ob zurecht oder nicht – anschließend hinter vorgehaltener Hand unterstellt werden können, sie wäre halt in Wahrheit gar nicht geeignet, sondern der Quote wegen was sie ist. Wollen wir das wirklich?

    Davon abgesehen gleicht ein solches Gesetz politischem Harakiri, jedenfalls wenn eine sogenannte “konservative” Partei (ist sie ja spätestens mit derartigen Programmen eh kaum mehr) das tut, denn der Wähler wirds ihr kaum danken; Frauenquotenfans wählen garantiert nicht CDU, komme was da wolle.

    Unterm Strich verstehe ich kein bisschen, was dieser Blödsinn bringen soll. Aber hey, das ist ja bei der Beurteilung von Regierungshandeln quasi normal.

  6. Horst 31. Januar 2011 at 18:39 -

    Ja, der Spiegel als linkes Kampfblatt muss natürlich dafür eins verpasst bekommen. Aber, ich gebe es ja zu, den haben sie sich redlich verdient. Ich bin auch nicht für die Quotenscheiße zu begeistern. Im Grunde verstößt es ja auch gegen Grundsatz der Gleichbehandlung. So schizophren das klingt.

    Ich will die ungleichen Löhne und unfairen Löhne überhaupt nicht per Gesetz regeln. Das Thema Mindestlohn ist eine andere Baustelle. Wenn du darauf anspielen solltest.

    Deine Argumente im Bezug auf die Frauenquote teile ich. Andererseits muss man sich schon fragen, wie es in unseren Parlamenten heute aussehen würde, wäre in den Parteien die Sache mit den Quoten nicht einmal durchgedrückt worden. Vielleicht muss man fragen, ob wir tatsächlich schon so weit sind, auf diesen “Anschub” für mehr Gerechtigkeit verzichten zu sollen. Wäre interessant zu hören, was die Frauen dazu meinen. Aber ich seh hier gerade keine.