Ich bin ein Fan “gepflegter Fahrstuhlmusik”. So nennt ein Freund “Smooth Jazz“, das von mir bevorzugte Musik-Genre. Aber das Spektrum der Musik, die ich gerne höre, ist aber nicht so eng gefasst, wie sich das jetzt vielleicht anhört. Und doch, Kenny G. ist auch dabei. Mit Schlager- und Volksmusik tue ich mich hingegen auch heute noch schwer.
Beim Zappen gestern Abend geriet ich in das Schlagerkonzert einer sehr hübschen Sängerin, die mir bis dahin nur vom Ansehen bekannt war. Helene Fischer heißt sie und … na ja. Sie ist -wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß, mit Florian Silbereisen liiert. Da hat der Mann Geschmack bewiesen. Ich habe flott weitergezappt.
Etwas später begann im ZDF die “Disco”-Kultnacht. Ein Fan der Sendung war ich damals nicht. Geguckt habe ich sie aber trotzdem. Die Kultnacht startete mit dem Jahr 1971.
Jetzt mal ehrlich: Meine Erinnerungen an dieses Jahr sind zwar nicht mehr so gut, aber diese Musik fand ich damals schon scheiße. Gestartet wurde mit Eloise von Barry Ryan. Das Stück fand ich mal richtig gut – vor allem den langsamen Teil. Es folgten Danyel Gerard, The Sweet, Middle of the Road, T. Rex, Christian Anders und wie sie hießen. Bis 1973 habe ich zugesehen. Dann bin ich schlafen gegangen. Wenn ich mir die Hitparaden von damals ansehe finde ich vieles, was mir damals weitaus besser gefallen hat, als die Sachen, die von Ilja Richter präsentiert wurden. Was mich irgendwie fasziniert und gleichzeitig erschreckt hat, war die Tatsache, dass das alles schon 40 Jahre zurückliegt. Furchtbar! So alt fühle ich mich gar nicht.
Ein Blick in die Hitparaden der Jahre hat mich beruhigt. Ich stellte zufrieden fest, dass nicht nur die Hits, die in der Sendung gespielt wurden, in den Hitparaden zu finden waren, meine “Lieblinge” aber dort auch auftauchten. Ein Jahr ist lang und natürlich gab es schon damals viele Hits. Paranoid von Black Sabbath, Black Night von Deep Purple oder Immigrant Song von Led Zeppelin fehlten nicht. Damals wie heute gab es Lieder, die mir gut gefielen und andere, die ich nicht mochte. Meine Frau haben schon immer einen unterschiedlichen Musikgeschmack. Getanzt haben wir trotzdem und sehr viel sogar. Es gab -nicht nur!- genug Musik, die uns verband.
Aber… Musik war für mich immer ganz wichtig. Ich erinnere mich gut, dass viele von uns damals ein bisschen auf die Fans von Schlagern heruntergesehen haben. Für die Schlagerfans waren wir die Exoten. Jede Gruppe für sich war doch arg uniform und in dieser Beziehung fast toleranzfrei. Heute ist das Genre Volksmusik zum Schlager aufgerückt und bei mir stehen die “Feindbilder”. Die Demarkationslinie verläuft quasi durch unser Wohnzimmer.
Generell finde ich es ja schön, musikalische “Weggefährten” von früher zu treffen. Der kleine Ausschnitt aus der Disco-Zeit von 1971 – 1973 hat mir aber nicht gefallen. Vielleicht war ich auch nur schlecht drauf oder einfach zu müde.
Gestern habe ich mir eine schöne Doppel-CD von Bruce Springsteen heruntergeladen, die Ende letzten Jahres herausgekommen ist. Das Album “The Promise” kann ich sehr empfehlen. Es erinnert mich auch etwas an die 70er Jahre. Es handelt sich aber wohl um neue und bisher unveröffentlichte Stücke.
Übrigens: Wacken ist ausverkauft
Update: Das ZDF scheint mit der Mucke ein paar Probleme zu haben… Was soll denen das besser gehen als uns Privatleuten, denen die Musikindustrie flott mal an die Kehle geht.















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