Autos gehen vor … Menschenleben

März 3, 2011 5 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 155 x aufgerufen.
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Es gibt da Kommunikationsdefizite. Deshalb kaufen die Leute nicht das uns von der EU aufgezwungene Superbenzin E 10. Ja, es ist noch schlimmer. Weil die Bedarfe dieser tollen Innovation noch nicht abgeschätzt werden können, könnte es zu Engpässen bei “normalem” Superbenzin kommen. Deshalb hat Aral heute das Projekt erst einmal gestoppt. Das rief Wirtschaftsminister Brüderle auf den Plan, der dieses Gezausel verständlicherweise blöd und schädlich für die Wirtschaft fand.

Tanken - Foto von Silke Kaiser @ Pixelio.de

Vielleicht beschäftigt eine Frage die Menschen in Deutschland aber mehr, als man das aufgrund offensichtlicher Informationsdefizite zum Sprit annehmen könnte: Können wir es verantworten, dass wir Lebensmittel zur Treibstoffgewinnung verarbeiten?

Aber was sind schon 25.000 Menschen, davon 13.000 Kinder, die täglich an Hunger sterben, wenn doch auf der anderen Seite die Frage ungeklärt bleibt, ob unsere Scheißautos den verordneten, aus Lebensmitteln hergestellten neuen Kraftstoff überhaupt vertragen oder vielleicht am Ende ihren Geist aufgeben?

Da stellt Wirtschaftsminister Brüderle aber gleich das Weinglas beiseite und greift ein. Die Regierung wähnt den Aufschwung in Gefahr. Mineralölindustrie und Automobilindustrie sind gleichzeitig betroffen. Das kann und darf nicht sein! Der Umweltminister, der die Sache eigentlich hätte organisieren sollten, war sicher gedanklich gerade zu sehr in Nordrhein-Westfalen gebunden. Die persönliche Karriere ist schließlich wichtiger als die doch subalterne Funktion eines Bundesumweltministers.

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5 Kommentare

  1. Alexander 4. März 2011 at 01:37 - Antworten

    Ein Verbrechen gegen den Menschenverstand. Den Haag die letzte Chance? …

  2. Horst 4. März 2011 at 14:02 - Antworten

    Im Namen des gesunden Menschenverstandes wird vieles getan, was bei näherem Hinsehen genau das Gegenteil beweist. Wir sind egoistische Ignoranten – alle.

  3. Alex 4. März 2011 at 18:18 - Antworten

    Dem kann ich sogar trotz pauschaler Formulierung zustimmen. Wenn ich es nett ausdrücken möchte, spreche ich jedoch lieber von reziprokem Altruismus statt von egoistischer Ignoranz. Von diesem nämlich sollte man mehr Entscheidungen für das Kollektiv ableiten lassen, die auf Gundlage eines gesunden Menschenverstandes ableitbar sind. E10 und vieles von dem Öko Kokolores stoßen mir langsam richtig übel auf. Das strapaziert meinen Sinn für Humor doch spürbar.

  4. Alex 4. März 2011 at 18:25 - Antworten

    * Von diesem nämlich sollte man mehr Entscheidungen für das Kollektiv erwarten können, die wenigstens auf den ersten und zweiten Blick einem gesunden Menschenverstandes (einem natürlichen, erfahrungsbarsierten Urteilsvermögen) entspringen.

    Freitag nachmittag und Satzumstellugen vertragen sich selten :)

  5. Horst 4. März 2011 at 20:04 - Antworten

    @Alex: Wahrscheinlich ändert sich das sobald auch nicht. Wir leben angeblich in Zeiten der Globalisierung, unser Verhalten kommt aber nicht hinterher.

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