Der Satz ist noch frisch. Nicht neu, aber der neue Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich betont gleich zu Beginn seiner Amtszeit: “Der Islam gehört nicht zu Deutschland”. Natürlich war dem Mann klar, dass das unmittelbaren Widerspruch zur Folge haben würde.
Ralph Giordano verwies auf seine inzwischen 4 Jahre alte Forderung, den Stop der Köln-Ehrenfelder Zentralmoschee betreffend bzw. darauf, welche Auswirkungen dies für ihn in der Folgezeit hatte:
Dieses Reißbrettmodell mit seinen über 50 Meter hohen Minaretten ist ein Zeichen integrationsfeindlicher Identitätsbewahrung, ein falsches Signal, ein verräterischer Schritt zu weit nach vorn. Zwischen Hinterhofmoschee und Großmoschee gibt es zahlreiche Abstufungen ohne einen Abschreckungseffekt durch obszöne Dimensionen wie hier.
Das war eine klar Ansage – die nichts genützt hat. Die Moschee wird gebaut und sieht prächtig aus. In Köln leben sehr viele Muslime. Soviel ich weiß, ist der Anteil in Ehrenfeld der zweithöchste der Stadt – nach Kalk. In einer repräsentativen Umfrage, die seinerzeit vom Kölner Stadt-Anzeiger in Auftrag gegeben wurde, stimmte die Mehrheit der Kölner Einwohner für den Bau der Moschee – wenn auch mit Einschränkungen.
Giordano verteidigt seine Position gegen die Vereinnahmung von Rechten und ermahnt ausdrücklich, sich nicht mundtot machen zu lassen, weil die Gefahr bestehe, von der falschen Seite Beifall zu erhalten.
Er reflektiert die Bewegung in Arabien:
Ein riesiger, revolutionsübergreifender Teil der Weltbevölkerung, die “Umma” der Muslime, ist dabei, an ihren eigenen kultur- und religionsbedingten Rückständigkeit zu ersticken. Gleichsam ein dröhnendes Ausrufezeichen dazu: die Talmiwelt, der Zynismus der Öl-Billionäre am Golf, das Fettauge auf der Bodenlosigkeit eines goldstrotzenden Zynismus – das kann nicht gutgehen. Von den Eruptionen dieses Umbruchs werden wir, weit über den Bildschirm hinaus, durch die starke muslimische Minderheit unmittelbar berührt werden. In dieser Auseinandersetzung will ich nicht dabei sein [...]
Das ist ein so unglaublich abfälliges Urteil über die Menschen, die dort für ein besseres Leben kämpfen und ihr Leben aufs Spiel setzen, dass ich Giordano wirklich nicht mehr verstehe! Einerseits ist es richtig, man sieht es am Beispiel Tunesien, dass die Menschen dort vielleicht “keinen Plan” haben, was wirklich aus ihren Nationen werden soll. Die Menschen verlassen ihre Länder, weil sie in die Zukunft kein Vertrauen haben. Vielleicht ist das kein Wunder, angesichts ihrer Geschichte. Freiheit ist eine neue und wahrscheinlich auch beängstigende Erfahrung. Aber den Leuten deshalb insgesamt kultur- und religionsbedingte Rückständigkeit zu attestieren ist in meinen Augen borniert und oberflächlich. Mir fällt dazu nur der Begriff “typisch westliche Arroganz” ein. Und die hätte ich von Herrn Giordano nie erwartet! Er qualifiziert ganze Nationen ab.
Friedrich auf der anderen Seite haut gleich einen Satz raus, von dem er genau wusst, wie das linke politische Spektrum danach aufheulen würde. Das war ein Satz für die Galerie. Populismus in einer Form, die eines Innenministers unwürdig ist. Aber der Mann ist auf der anderen Seite halt ein Konservativer. Und zum Thema Multi-Kulti war eben doch noch nicht alles gesagt.
Persönlich wäre mir wohler, wenn das, was Ralf Giordano, der übrigens schon 87 Jahre alt ist, abschließend in seiner Rede gesagt hatte, ein bisschen mehr in den Mittelpunkt gestellt würde. Das wäre zudem eine ganze Ecke realistischer als immer und immer nur das Trennende (nämlich kulturelle und religiöse Unterschiede) in den Vordergrund der Debatte zu stellen. Giordano möchte, dass es “Ayshe und Basam verdammt noch mal gutgehen” soll. Ja, nichts anders wollen sie. Darin unterscheiden wir uns nicht! Den Wunsch teilen alle Menschen.
Wenn wir Millionen von Muslimen im Land haben, warum streiten wir dann darüber, ob der Islam zu Deutschland gehört? Über Selbstverständlichkeiten sollte man nicht streiten. Wir haben Wichtigeres zu tun.
Foto: ditib-Moschee in Köln Ehrenfeld – Foto von Superbass (Wikipedia)












Na ja – so “selbstverständlich” wie im letzten Satz des Artikels angenommen, scheint der Islam ja doch nicht zu Deutschland zu gehören. Wie anders kann man es sich erklären, dass Friedrich hier einen derartige Aussage machen kann.
Mir ist völlig unklar wie er überhaupt auf den Gedanken kam etwas derartiges zu äußern. Das muss ja er ja wirklich bewußt gemacht haben und sich auch klar gewesen sein, dass er damit wieder eine “Islamdebatte” auslösen wird. Anscheinend hat die CSU der Satz von Wulff wirklich getroffen und ohne auffällig islamfeindlich zu wirken versucht sie eben den Islam in Deutschland weiterhin so weit wie möglich zurückzudrängen und mehr oder weniger subtil die Islamdebatte “am Kochen” zu halten.
Da dürfte noch einiges bei den kommenden Islamkonferenzen auf uns zu kommen.
Manche Politiker zollen der sich gedrehten Meinung in Deutschland Tribut. Das ist ja nichts Neues. Leider hängen viele ihr Mäntelchen in den Wind. Zum Glück nicht alle. Mir ist die Diskussion deshalb ein Dorn im Auge, weil immer so getan wird, als wären die Migranten, die Ärger machen, mit der Mehrheit aller Migranten gleichzusetzen. Das ist dumm und provozierend. Ich würde mich nicht in ein Land integrieren wollen, in dem ich ständig zu spüren kriege, wie wenig willkommen ich bin.
Hallo!
Nun wird schon der Fakt, dass es viele Muslime in diesem Lande leben, als Rechtfertigung der Behauptung ” Islam gehörte zu Deutschland” erhoben.
Doch welche Folgen hat das für das Zusammenleben und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung? Für mich persönlich sind nicht die friedlichen Anhänger einer Religionsgemeinschaft das Problem, sondern die Lehre, die sie vertreten. Es sollte daher so genau und objektiv wie irgend möglich über die wahren Absichten des Islams debattiert werden, welche eine genaue Analyse des Korans zur Konsequent hätte.
Ich persönlich stehe mit dem Islam auf Kriegsfuß. Dieser totalitären Lehre begegne ich nicht mit political corectness und schon gar nicht mit demokratischen Gepflogenheiten. Sollte ich jemals wieder Flugblätter und sonstige Propaganda über die angebliche Friedfertigkeit des Islam sehen, reagieren meine Hände reflexartig: ihnen zieht es zu diesen Flugblättern, um sie sofort zu vernichten. Denn damit treffe ich Vorkehrungen, damit andere nicht mit dieser gefährlichen Ideologie – aus falsch verstandener Toleranz- jemals liebäuglen.