Anstatt einen Moment inne zu halten, hauen Experten und die, die sich dafür halten, ihre Statements raus. Nachrichten nennt man das. Und wir haben uns daran gewöhnt. Es überrascht nicht, dass die Katastrophe sogleich die hiesige Debatte über die Nutzung von Atomenergie aufflammen lässt oder -je nach Sichtweise- verstärkt hat. Aber muss das passieren, bevor der Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima Realität geworden ist? Angesichts des bisherigen Leidens der Menschen in Japan? Wäre nicht Schweigen die bessere, menschlichere Option gewesen?
Vom Leiden der Menschen sieht man kaum etwas. Das ist anders als in den Katastrophenfilmen. In der Realität kann dort, wo alles zerstört wird, keine Kamera mehr stehen, die Nahaufnahmen macht. Das meiste sind also Luftaufnahmen. Man sieht das alles aus der Distanz. Es erscheint dadurch unwirklicher als das Geschehen in den Katastrophenfilmen.
Quelle: Zettels Raum
Ja, vielleicht ist unser Verhalten damit zu erklären, dass wir das Ausmaß der schon feststehenden Folgen dieser weiteren humanitären Katastrophe noch nicht übersehen können.
Wenn meine Schwester oder ich uns als Kinder beim Spielen verletzt hatten, schimpfte mein Vater obendrein mit uns. Das war seine Art, die eigene Betroffenheit über die kleinen oder größeren Verletzungen zu zeigen, die wir uns als Kinder immer einmal wieder zugezogen hatten. Verständnis habe ich zwar dafür, dass diejenigen, die Atomkraft immer schon als Teufelszeug bezeichnet und aktiv dagegen gekämpft haben, sich mit ihrer Meinungsäußerung angesichts der Tragödie in Japan nicht zurückhalten können. Aber den Zeitpunkt halte ich für falsch. Wie die Erörterung der Frage, welche wirtschaftlichen Folgen das Unglück haben könnte.
Wir sehen in diesen Stunden dabei zu, wie in Japan nach Erdbeben und Tsunami vielleicht eine weitere Katastrophe über die Menschen hereinbricht. Die japanische Regierung hat inzwischen bestätigt, dass eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima wahrscheinlich bevorsteht. Wir können nicht viel tun. Vielleicht beten, vielleicht einfach nur inne halten. Aber schwätzen sollten wir nicht.
Information zur Lage:
Japan wurde gestern von einem verheerenden Erdbeben erschüttert, im Nachbarblog Mente et Malleo wurde darüber bereits berichtet. Bei dem Erdbeben wurde u. a. das Kernkraftwerk Fukushima I stark beschädigt, offenbar so stark, dass eine Kernschmelze nicht mehr gänzlich ausgeschlossen werden kann. Aufgrund der Informationsfülle, die momentan zu dem Thema vorhanden ist, ist es nicht immer ganz leicht, die relevanten herauszufiltern. Daher versuche ich hier eine kurze Übersicht zu Fukushima I zusammen zu sammeln.
Quelle: Fukushima I – Eine kurze Übersicht | Formbar
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Ich gehoere zu den Betenden und Du hast Recht!!!
Schlimm, daß immer erst etwas passieren muss, bevor die Menschen anfangen umzudenken.
naja, was sollen die Medien denn sonst senden außer Expertenmeinungen? Das normale Programm? Das wäre geschmacklos? Garnichts? – da würde man scih auch ziemlich wundern.
Vielleicht hast du recht. Mir würden normale Nachrichten (ohne ständige Experten) reichen.
Leider steht bei Dir nicht die Uhrzeit der Einträge und der Kommentare. Denn inzwischen habe ich im Fernsehen doch allerhand auch über die Leiden der Menschen dort gesehen.
Gestern nachmittag allerdings war ich auch angeekelt, als ziemlich schnell schon eine Reportage über die Reaktion der Börsen auf die Katastrophe kam.
Aber dass die Verantwortlichen bereits umdenken, wie Kratom kaufen meint, den Eindruck hatte ich vorhin von Merkel nicht!
Mit Relativierungen ist es in diesem Fall nicht getan. Das wird die deutsche Regierung noch merken.
das ist alles so furchtbar.man kann es gar nicht fassen. ich fühle mich so hilflos und nutzlos hier.während in japan die menschen alle sterben. ich kann meine gefühle echt nicht in worte fassen. japan muss jetzt ganz stark sein.
wenn ihr euch mitteilen wollt und über eure gefühle bezüglich der katastrophe reden möchtet dann besucht http://www.japansoli.de oder zeigt eure solidarität auf facebook http://www.facebook.com/japansoli
nur nicht die hoffnung aufgeben japan!
Mfg
@Marei S: In dieser Katastrophe kann man kaum etwas machen. Ich finde es gut, dass so viele Menschen am Schicksal der Menschen dort Anteil nehmen. Jetzt sollten eigentlich schnellstens die nötigen Rettungspakete geschnürt werden. In anderen Fällen waren keine Menschenleben gefährdet. Da ging es sehr zügig.