Wer jetzt spekuliert gehört ins Gefängnis!

März 15, 2011 5 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 232 x aufgerufen.
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Als der Euro akut unter Druck stand und die Regierungen des Euroraumes sich deshalb entschlossen, Hunderte von Milliarden Euro in einen Rettungsfond zu stecken, gab es heftige Kritik an den Spekulanten, die das Problem zusätzlich und bewusst verschärft hatten. Natürlich geschah dies aus purer Geldgier und ohne Rücksicht auf die weltweiten Auswirkungen in vielen Bereichen.

Die Verteidiger dieser besonders sympathischen Ausprägung des Kapitalismus hatten schnell ihre Erklärung parat und verschonten uns nicht mit ihren Weisheiten. Mit Nachdruck wurden die normalen marktwirtschaftlichen Reflexe beschworen, die durch die verantwortungslose Schuldenpolitik der Staaten (im Wesentlichen ging das gegen die aus Sicht der Weisen viel zu teure Sozialpolitik in vielen Ländern) stattgefunden hätten. So kann man gesellschaftlichen Ausgleich natürlich auch sehen. Schließlich wird denen genommen, die sich als die Leistungsträger jeder Gesellschaft begreifen.

Aber zum Punkt: An den Börsen der Welt fallen die Kurse. Die japanische Katastrophe ist der Grund dafür. Die gravierenden Kursverluste wären vermutlich ohne die auch in diesem Fall destruktive Beteiligung der Spekulanten (viel) geringer ausgefallen. Es wird nicht nur die japanische Wirtschaft nachhaltig unter den Folgen zusätzlich zu leiden haben, sondern vor allem erneut die japanische Bevölkerung. Die weltweiten Folgen dieser Entwicklung sind ebenfalls noch nicht absehbar.

Spekulanten legten erneut Hand an. In diesem Fall sind Regierungen dafür verantwortlich, dass sie die Atomkraft nicht bewertet oder mögliche Bedenken ökonomischen Aspekten untergeordnet haben. Das wäre dann wieder ein Grund, die Schuld für das unheilvolle Wirken von Spekulanten anderen in die Schuhe zu schieben.

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5 Kommentare

  1. ulf_der_freak 15. März 2011 at 15:05 - Antworten

    Leistungsträger heißen Leistungsträger, weil sie unsere Leistungen in ihren Bau tragen.

  2. Horst 15. März 2011 at 16:27 - Antworten

    Oft sind das jedenfalls leider nicht die leuchtenden Vorbilder, die sie ihrer gesellschaftlichen Stellung gemäß lieber sein sollten. Das ist sehr bedauerlich.

  3. Jan 16. März 2011 at 02:51 - Antworten

    Japanische Unternehmen dürften nicht nur sehr leicht messbare Sachwerte in Milliardenhöhe verloren haben, sondern auch tausende Mitarbeiter und deren Knowhow. Ersteres lässt sich noch vergleichsweise leicht ersetzen, Menschen und ihre Fähigkeiten nicht. Dass unter solchen Umständen der Wert von Unternehmen dramatisch sinken kann, hat nichts mit Spekulation zu tun, sondern eine solche Entwicklung bildet einfach nur die traurige Realität ab.

    Spekulanten sind diejenigen, die jetzt zum Beispiel in deutsche Solarfirmen investieren, denn inwieweit die von der Atomkamikaze der Bundesregierung profitieren, steht doch sehr in den Sternen.

  4. Horst 16. März 2011 at 09:35 - Antworten

    Nein, Jan. Natürlich spielen Spekulationen in diesem Zusammenhang nicht die geringste Rolle. Sie spielen nie eine Rolle. Ich weiß.
    Dass die Werte deutscher Energieversorger dramatisch in den Keller gegangen sind, hat zwar mit Japan zu tun aber sicher nicht mit den von dir beschriebenen Konsequenzen vor Ort.

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