Ein Außenminister sollte auch ein guter Verkäufer sein!

März 22, 2011 1 Kommentar » | Dieser Artikel wurde 65 x aufgerufen.
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Eigentlich bin ich ja auch gegen den Einsatz in Libyen. Ich bin solidarisch mit den Rebellen und habe den Westen dafür verurteilt, dass er sich lange nicht zum Eingreifen durchringen konnte. Und jetzt? Jetzt bin ich froh, dass die Regierung sich gegen eine Beteiligung am Militäreinsatz entschieden hat.

Das ist feige. Ich mag nicht das Risiko eingehen, die Bundeswehr in einen neuen Konflikt verwickelt zu sehen. Inkonsequenz pur. Dabei könnte es mir persönlich auch in diesem Fall egal sein, wer da seinen Arsch riskiert. Meine Freunde, ihre Töchter und Söhne sind keine Bundeswehrsoldaten. Die Möglichkeit, direkt oder indirekt persönlich betroffen zu werden, geht also gegen Null.

Auf die Regierung schimpfen sie alle. Die einen halten ihr vor, nicht aus Überzeugung, sondern aus wahltaktischem Kalkül gekniffen zu haben, die anderen finden, dass wir unser Ansehen in der Welt verspielt hätten.

Deutschland steht dumm da. Wir stehen nicht nur in einer Linie mit Russland und China, wir werden sogar von Gaddafi höchstpersönlich für unsere “Zurückhaltung” gelobt. Wie unsere Nato-Partner und unsere Nachbarn Frankreich und Großbritannien unser Verhalten beurteilen, nehmen wir missmutig zur Kenntnis.

Ich finde es bemerkenswert, dass das britische Parlament den Militäreinsatz mit nur 13 Gegenstimmen beschlossen hat. Regierung und Opposition haben also in überwältigender Mehrheit nicht die geringsten Bedenken, den libyschen Rebellen zu helfen. Ich weiß es nicht, aber gibt es dort nicht auch Wahlen, auf die die beteiligten Parteien Rücksicht zu nehmen hätten? Man kann doch auch bei nicht-förderal organisierten Staaten davon sprechen, dass irgendwie nach der Wahl vor der Wahl ist – oder? Soviel anders sollte das auch bei uns nicht sein.

Die deutsche Öffentlichkeit sieht die Entscheidung unserer Regierung nach meinem Eindruck vorwiegend unter diesem Gesichtspunkt. Wenn ich Westerwelle reden höre, kann ich das auch gut verstehen. Er versteht es nicht, seine Politik zu verkaufen.

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Ein Kommentar

  1. Jürgen Hugo 22. März 2011 at 14:37 - Antworten

    “Wenn ich Westerwelle reden höre, kann ich das auch gut verstehen. Er versteht es nicht, seine Politik zu verkaufen.”

    Hmm, ich kann den Guido ja nich so toll leiden – aber vielleicht tut man ihm da so´n bißchen Unrecht. Einen “prächtigen” Verkäufer” ham wer mit dem Baron ja gehabt – verkaufen is aber nich alles. Der Westerwelle ist vielleicht im falschen Ministerium? :? ?

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