Öffentliche Zahlenfickerei

April 19, 2011 3 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 70 x aufgerufen.
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Deutlicher und unangenehmer kann das Gutmenschentum eigentlich gar nicht in Erscheinung treten als am Sonntagabend bei Anne Will.

Wenn wir es doch wenigstens uns selbst gegenüber eingestehen würden, wie wenig es kostet, sich auf der Couch für Menschenrechte einzusetzen und ansonsten die Hände in den Schoss zu legen.

Man entrüstet sich darüber, wie die manche Länder der EU mit dem “Flüchtlingsstrom” umgehen. Wie wenig wir es aber ernst meinen, erkennt man gleich daran, dass die meisten Deutschen sich nicht am Krieg gegen Ghaddafi beteiligen wollen und auch daran, wie groß die Umfragemehrheit ist, die sich dagegen ausgesprochen haben, ein paar armen Schweinen zu helfen und hier in Deutschland vorübergehend aufzunehmen.

Da verfangen sofort die wiederum überaus “rationalen” und wie stets mit irgendwelchen Zahlen unterlegten Behauptungen Sarrazins, dass jedem hereingelassenen Afrikaner 7 folgen. Ach nein, im späteren Verlauf der Sendung waren es ja sogar 10. Und trotz solcher Ungereimtheiten lassen sich manche von Sarrazins Zahlenfickerei immer neu überzeugen. Das sind übrigens vielleicht die gleichen, die sich königlich darüber amüsierten, dass Cem Özdemir Gigabyte mit Gigawatt im Interview verwechselte.

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3 Kommentare

  1. Jürgen Hugo 19. April 2011 at 14:05 - Antworten

    Der Horst spricht von Zahlenf”l”ickerei, ich hab mal einen Buchstaben dazu gemogelt… :harry: Ich hab die Sendung gleich abgeschaltet, weil ich mir ungefähr denken kann wie Asamoah und Sarrazin “zusammenpassen”…

    Da kommt das gleiche bei raus, als wenn ich mit einem stockkatholischen Apple-Fanboy über iTunes oder Abtreibung diskutiere – da wird NICHTS bei rauskommen. Weil wir a) total unterschiedliche Meinungen haben und b) gar keine Annäherung wollen. Deswegen find ich auch “Anne Will” nicht gar so toll: da ist sowas vorprogrammiert.

  2. sehlig 20. April 2011 at 11:35 - Antworten

    Interessant fand ich auch wie die Gäste (v.a. Herr Sarrazin) aneinander vorbeiredeten, wenn möglich sogar gleichzeitig und aber nun mal keinen Millimeter von ihrem Standpunkt abrückten. Also eine produktive Diskussion ist echt was anderes. aber war wohl tatsächlich schon vorraussehbar bei solchen Gästen…

  3. Horst 20. April 2011 at 12:58 - Antworten

    @sehlig: Den Eindruck hatte ich auch. Wir tendieren immer stärker dazu, aneinander vorbei zu reden. Das Internet wird auf alle Fälle auch nicht dafür sorgen, dass sich das wieder ändert. Auf der eigenen Meinung bestehen zu bleiben wird eher noch verstärkt. Mein Eindruck ist das.

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