
Mich stören solche Dinge. Da werden Nachrichten aufgemacht deren Reihenfolge (nein, da sitzt vermutlich keiner, der diese anordnet) einfach daneben ist. Es sterben 340 Menschen aber der Aufmacher heißt: “Unwetter in den USA US-Versicherer rechnen mit fünf Milliarden Dollar Schaden”.
So tickt unsere Welt. Werte zählen offenbar mehr als Menschenleben. Machen wir einen kleinen Schenker zur deutschen Rechtsprechung. Warum werden Eigentumsdelikte (nach meinem Eindruck jedenfalls) oft strenger bestraft als Körperverletzung oder so etwas? Ich finde, diese Dinge hängen miteinander zusammen. Solche Botschaften sind es, die unseren zivilisatorischen Fortschritt in einem schlechten Licht erscheinen lassen.












“Es sterben 340 Menschen aber der Aufmacher heißt: “Unwetter in den USA US-Versicherer rechnen mit fünf Milliarden Dollar Schaden”.”
Das wären also 14,7 Mio.$ pro Opfer. Wenn man bedenkt, das Leute schon für 5 Mark (oder wie jetzt in Berlin für “umsonst”) halb oder ganz totgeschlagen werden, dann darf die Reihenfolge nicht wundern… :nee: :nee: :nee: :nee:
Das ist doch mehrfacher Unsinn. 1. hat es haufenweise Nachrichten mit der Zahl der Opfer gegeben, bevor dann mal eine dazwischen kam, die den Sachschaden benannt hat (was für mich neben der Zahl der Opfer doch schon ein wichtiges Maß ist, um die Schwere solcher Katastrophen miteinander zu vergleichen). 2. tickt unsere Welt garantiert nicht so, dass Sachen mehr wert wären als Menschenleben. Mir fallen dutzende Beispiele ein, die dagegen sprechen. Zum Beispiel gilt in Katastrophenfällen der Schutz von Menschenleben um ein Vielfaches als wichtiger, als der Schutz irgendwelcher Sachen. Jeder Feuerwehrmann kennt die Reihenfolge der Prioritäten: Erst Menschenleben, dann Haustiere und erst dann und auch nur, wenn dafür nicht zum Beispiel die Retter selbst ihre Gesundheit gefährden, Sachen. Man sieht es aber auch an der Atomdebatte: Kernenergie macht vielen Leuten Angst, also werden Kraftwerke dichtgemacht, auch wenn das rein finanziell gesehen große Nachteile mit sich bringt. 3. wundere ich mich zwar auch über manchmal albern hohe Strafen für Steuerhinterzieher aber dass ein Verbrechen wie Mord im Unterschied zu allen denkbaren Eigentumsdelikten niemals verjährt und ja nunmal im Unterschied zu einem einfachen Diebstahl die Höchststrafe vorsieht, lässt sich doch auch nicht leugnen. Natürlich kann es im Einzelfall mal zu merkwürdigen Gerichtsurteilen kommen. Das sind dann die, die in der Zeitung stehen und vermutlich für den Eindruck sorgen, dass da irgendwas verkehrt läuft. Aber mal ganz objektiv betrachtet ist es doch trotzdem so, dass ein Dieb niemals lebenslang “sicherungsverwahrt” werden würde, weil die Gesellschaft vor ihm geschützt werden müsste.
@Jan: Mich stört es. Und ich sehe darin einen Beleg für den Verfall dieser Gesellschaft. http://www.querblog.de/2011/03/11/die-toten-sind-noch-nicht-gezaehlt-aber-die-wirtschaftlichen-schaeden-werden-schon-aufaddiert/
Es gibt genügend Anzeichen, die genau das zu bestätigen scheinen. Im übrigen hatte ich im Text darauf hingewiesen, dass mir bei der Reihenfolge der Nachrichten niemand eine bewusste Anordnung vorgenommen hat (Klammer). Mich stört der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Schaden und menschlichem Leid trotzdem.
Du solltest in Erwägung ziehen, dass wirtschaftlicher Schaden letzten Endes immer auch menschliches Leid bedeutet. Sei es durch den Verlust der eigenen Wohnung oder den des Arbeitsplatzes. Das Leben ist ja nicht das einzige, was ein Mensch verlieren kann. Darum gehört so oder so beides zusammen, auch in der Berichterstattung aber dass da dem wirtschaftlichen Ausmaß mehr Raum gegeben würde, als Opferzahlen, sehe ich eben überhaupt nicht, genausowenig sehe ich, dass das in irgendeinem anderen Bereich der Fall wäre.
@Jan. Ich ziehe es in Erwägung ^^