Bei aller Freude über den Konjunkturaufschwung…

Mai 14, 2011 32 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 159 x aufgerufen.
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Alles wird teurer. Nur die Löhne nicht. Prof. Dr. Wolfgang Franz, Chef der Wirtschaftsweisen, sagt das in aller Klarheit im ARD-Morgenmagazin.

So schnell verdirbt mir nix den Appetit auf mein Frühstück. Der Mann schafft das. Mit welcher Chuzpe solche Leute, angesichts eines sich immer rapider entwicklenden Gerechtigkeitsgefälles, ihre Weisheiten in die Welt blasen, ist schwer erträglich. Die Unternehmen steigern brutal ihre Gewinne, und die Arbeitnehmer sollen sich zurückhalten. Franz droht unverhohlen damit, dass andernfalls Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden. Das ist ja für uns Arbeitnehmer nichts Neues. Und viele glauben diesen Dreck vermutlich inzwischen. Steter Tropfen höhlt den Stein und auch die Moral der Arbeitnehmer.

Dann aber soll sich auch keiner darüber wundern, dass trotz des guten und angeblich stabilen wirtschaftlichen Aufschwunges die Leute schlecht drauf sind!

Professor Dr. Dr. Wolfgang FranzFranz berät die Regierung. Hoffentlich hört sie nicht auf ihn. Franz ist auch früher schon an anderer Stelle mit Forderungen an die Öffentlichkeit gegangen.  Was für ein Glück, dass auf den Rat von Wirtschaftsweisen so wenig begeben wird.  Übrigens gehört auch ein “zielgerichtetes Kombilohnmodell” zu seinen Vorschlägen – Kapitän Ahab aus Schwabing lässt grüßen. Dieses tolle Instrument haben wir ja längst – allerdings unter einem anderen Namen. Es nennt sich Hartz IV und die “Nutznießer” des Modells nennt man Aufstocker. Das klingt für meine Ohren zu nett. Eigentlich sind es Menschen, die von einem System ausgenutzt werden, das seinen Sinn für Gerechtigkeit immer mehr verliert.

Prof. Franz bezog sich in seinem Moma-Beitrag auf die 70er Jahre, in denen in der Lohnpolitik gravierende Fehler begangen worden sind, die man auf keinen Fall heute wiederholen dürfe. Ich kenne die Vorbehalte, die die Volkswirtschaftler diesem Zeitabschnitt entgegenbringen. Es war die Zeit, in der der Sozialstaat massiv ausgebaut wurde und so verhasste Dinge wie die Mitbestimmung und das Betriebsverfassungsgesetz institutionalisiert bzw. installiert wurden. Das hat Geld gekostet und manchen Kapitalisten um den Verstand gebracht. Dass diese in den 90ern und später diese Entwicklung als Startschuss für den damaligen Niedergang der bundesdeutschen Wettbewerbsfähigkeit identifizierten, war leicht auszurechnen. Heute klingen die Vorbehalte gegen die Mitbestimmung moderater. Ja es gibt sogar solche, die diese als stabilisierendes Element für Krisenzeiten entdeckt haben wollen. Solange es dauert… Wenn es nach den Hardlinern ginge, würde dieses ganze Teufelszeug mit einem Federstrich gecancelt und zwar für immer.

Der Sozialstaat ist teuer. Wir müssen nur einen Blick auf die öffentlichen Budgets werfen, um uns das zu vergegenwärtigen. Die Gesellschaft muss entscheiden, was sie will? Persönlich glaube ich, dass der Ausgleich, der von den Gegnern des Sozialstaates als Gleichmacherei und Verteilungspolitik diffamiert wird, eine der Säulen unserer Demokratie darstellt. Sollte unsere Gleichgültigkeit, aus welchen Gründen sie auch immer entstanden sein mag, noch weiter zunehmen, dürfen wir uns nicht darüber wundern, dass wir als erstes den Sozialstaat verlieren und dann -vielleicht nur wenig später- unsere Freiheit.

Ich habe einmal meinen Vater, er war schon fast 80 Jahre alt, gefragt, welches Jahrzehnt für ihn das Beste gewesen sei. Dazu muss man vielleicht wissen, dass mein Vater 5 Jahre im Krieg und 5 Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft war – er kam erst 1949 nach Hause. Er antwortete ganz spontan: “Die 70er Jahre”. Abgesehen davon, dass ich das seltsamerweise auch als Antwort parat hatte, ist die Begründung meines Vaters die, dass es meiner Familie in diesem Jahrzehnt wirtschaftlich spürbar besser ging. Es gab einen Schub in den Kassen der Lohn- und Gehaltsempfänger. Den haben die Kapitalisten bis heute nicht verwunden. Ihre Methoden, uns von berechtigten Forderungen abzuhalten, mögen heute subtiler sein. Ich lehne sie aus tiefstem Herzen ab, weil es unseren Staat schwer schädigt. Politikverdrossenheit ist nur ein Aspekt. Leute, die sich ungerecht behandelt fühlen, beteiligen sich nicht mehr an den Dingen, durch die ein Staat erst leben und sich entwickeln kann. Natürlich geht es nicht ohne die Wirtschaft. Aber die Wirtschaft ist nur ein Bestandteil. Sie ist für uns da, nicht wir für sie!

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32 Kommentare

  1. Sven 14. Mai 2011 at 12:26 - Antworten

    Klar sollte die Wirtschaft für uns da sein, ist sie aber nicht. Sie ist für einige wenige da, die sich ihre Taschen vollstopfen. Diese würden gerne wieder Leibeigenschaft wieder einführen und so wenig Geld wie möglich abgeben. Eine gerechte Verteilung der Gewinne ist nicht deren Ziel.

  2. Jürgen Hugo 14. Mai 2011 at 13:02 - Antworten

    So früh soll man auch nich Fernsehen gucken… :daumenrunter:

  3. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 13:05 - Antworten

    Jürgen Hugo: Danke für diesen substanziellen Beitrag. Er hat mich wirklich weitergebracht.

  4. JürgenHugo 14. Mai 2011 at 13:42 - Antworten

    Horst Schulte,

    Das is ernst gemeint – öfters denk ich, du WILLST ungute Nachrichten geradezu hören.

    Hör dir mal ein Stückchen Musik an mit Symfy und denk: “Manchmal is der JH ein Dödel, aber manchmal hat er nicht ganz Unrecht…” :2Daumen:

    war das jetzt “substantiell” genug :? ?

  5. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 14:13 - Antworten

    JürgenHugo: war das jetzt “substantiell” genug

    Das war nicht bös gemeint. Ich finde nur, dass das Thema zu wichtig ist, als das man es mit einer solchen Bemerkung abtun sollte. Mich interessieren Aussagen von Leuten wie Franz deshalb, weil sie unser Land in eine bestimmte Richtung lenken. Ich bin nicht bereit, das einfach ohne Gegenrede hinzunehmen. Das muss freilich jeder halten wie er meint. Es ist schon so, dass einen solche Nachrichten runterziehen können. Aber die Welt ist nun mal nicht anders. Sie besteht ja nicht nur aus einem Bildschirm, einer Tastatur und einem PC.

  6. Rayson 14. Mai 2011 at 14:26 - Antworten

    Ach Horst, du willst nur den Boten köpfen und an eine linke Märchenwelt glauben.

  7. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 15:08 - Antworten

    Rayson,

    Ich fürchte, da ist was dran. Trotzdem. :insel:

  8. JürgenHugo 14. Mai 2011 at 15:26 - Antworten

    Horst Schulte,

    Auf die Insel komm ich mit – aber ICH bediene Radio/TV! :-) Keine schlimmen Nachrichten schon morgens früh… :nee:

  9. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 15:34 - Antworten

    Rayson,

    Mal was viel Wichtigeres – btw: Wer gewinnt denn heute Abend?

  10. JürgenHugo 14. Mai 2011 at 15:53 - Antworten

    Horst Schulte,

    Wobei? Beim Fußball? Ooder meinst du etwa bei “Lena singt ein Lied”? Meine knapp bemessene Zeit läßt leider nicht zu, das ich diesen herrlichen Augen/Ohrenschmaus sehen kann. ;)

    Ich werde mir aber von profunden Sachkennern der Materie darüber berichten lassen. Einen solchen Sachkenner (man könnte fast sagen: DEN Sachkenner!) kenn ich ja ganz gut – den Herrn Horst. :2Daumen:

    Er wird in seinem Bericht sicher auch noch zusätzliche Erläuterungen mit einfleßen lassen – oder gar einen Artikel schreiben. DA ist natürlich “aufmerksamstes Lesen” erste (Bürger)Hugo-Pflicht! :2Daumen:

    So erfahre ich das ja alles viel besser und genauer, als wenn ich selber gucken würde – was aber meine Zeitplanung eben nicht zuläßt – leider, leider…

  11. Rayson 14. Mai 2011 at 16:39 - Antworten

    @Horst

    Lena jedenfalls nicht ;-) Wird wohl auf diese bekloppten Iren hinauslaufen.

  12. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 16:47 - Antworten

    Rayson: Trotz der Google-Prognose? Die sah doch Lena ganz vorn – wieder. Im Kölner Stadt-Anzeiger von heute wird Lena auf Platz 4 gesehen. Ich habe einen Film geliehen, den gucken meine Frau und ich heute Abend. :film:

  13. Rayson 14. Mai 2011 at 17:41 - Antworten

    Horst Schulte,

    Welcher Europäer würde denn die Vorjahressiegerin wählen, nur weil ihm der Song gut gefällt? Da sagt sich doch jeder: “Ok, ganz nett, aber diesmal soll doch mal ein anderer drankommen.”

    Was ich den Abend mache, steht noch nicht fest. Den Lena-Auftritt schaue ich mir aber an. Ich mag sie halt.

  14. JürgenHugo 14. Mai 2011 at 17:45 - Antworten

    Ich guck in RTL2 den Film mit Clint Eastwood, obwohl ich den schon kenne – der ist aber gut.

    Und zapp ein bißchen rum – DAS ging allerdings mit der alten “Loewe-Röhre” viel besser und schneller als mit dem großen Flatscreen. Ich krieg zwar viel mehr Progs in besserer Qualität und schön groß – das umschalten dauert im Verhältnis aber urig lange – einige Sekunden. Der Fluch der neuen Zeit…

  15. Luigi 14. Mai 2011 at 17:56 - Antworten

    Klasse Artikel, du sprichst mir aus der Seele. Was ich daran nicht verstehe. Denen muss doch klar sein das die Kaufkraft und vor allem auch die Kaufbereitschaft beim Volke immer weiter zurück geht und dadurch auf lange Sicht gesehen auch deren Profit.

  16. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 17:59 - Antworten

    Rayson: Könnte so sein. Das Lied der Iren habe ich auch schon gehört. Es sind noch ein paar andere dabei, die nicht so schlecht sind. Ob die Europäer wirklich so denken? Warten wir es ab. Steht ja morgen in allen Zeitungen.

    JürgenHugoDen hätte ich mir auch angesehen. Allerdings kenne ich ihn schon. Es lohnt sich auf jeden Fall.

  17. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 18:01 - Antworten

    Luigi:
    Klasse Artikel, du sprichst mir aus der Seele. Was ich daran nicht verstehe. Denen muss doch klar sein das die Kaufkraft und vor allem auch die Kaufbereitschaft beim Volke immer weiter zurück geht und dadurch auf lange Sicht gesehen auch deren Profit.

    Danke! Leider weisen die Damen und Herren diesen Zusammenhang mit dem Hinweis ab, dass das bisschen Kaufkraft gegen die “verhinderten” Investitionen in fremden Ländern nicht als Argument sticht. Das Gegenteil kann ich nicht beweisen. Es zeigt nur einmal mehr, wie das System funktioniert. Menschen zählen nicht. Nur Profite. Das muss man nicht mögen. Ich hasse es.

    Wenn das Argument mit den Investitionen widerlegt wäre, könnte noch ein anderes als Totschlagsargument verfangen: Wir denken nur an die Menschen in Deutschland und nicht an die, die von den Investitionen in fernen Ländern profitieren. Die Chinesen beispielsweise haben bekanntlich durch diese Investitionen brutal profitiert. Brutal ist wohl genau das richtige Wort.

  18. Rayson 14. Mai 2011 at 18:22 - Antworten

    “Kaufkraft” ist schön. Jeder will sie. Unternehmen haben aber eine natürliche Abneigung dagegen, zugunsten einer “Erhöhung der Kaufkraft” im Wettbewerb zu scheitern.

    Überhaupt, sowohl in Horsts Beitrag als auch in einigen Kommentaren hier scheint dieses völlig abstruse Bild von einem Unternehmerkollektiv durch, das abgestimmt gegen einen Block der Arbeitnehmer seine Interessen durchsetzt. Nichts ist weiter entfernt von der Wirklichkeit. Unternehmen konkurrieren gegeneinander und gönnen sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den Fingernägeln. Und wenn da Arbeitnehmer bei anderen weniger verdienen als das, was sie erwirtschaften, dann werden sie sie mit Freude abwerben. Aus nichts anderem als purem Eigeninteresse.

    Dass Lohnerhöhungen jenseits der Produktivitätssteigerung zu Arbeitslosigkeit und/oder zu weiterer Inflation (letzteres ist in der globalen Wirtschaft unwahrscheinlicher) führen, ist eine simple Konsequenz der Tatsache, dass Unternehmen auch ein Interesse haben, weiter zu existieren, und in den Wirtschaftswissenschaften eine unumstrittene Aussage. Die übliche Gewerkschafts-”Kaufkraft”-Argumentation ist, so sie je von einem ernsthaften Ökonomen vertreten worden wäre, bestenfalls das Festhalten an einer vorübergehenden Verirrung.

    Ich frage mich manchmal, welches Weltbild in manch linken “Argumentationen” durchscheint: Stellen Unternehmen Menschen etwa aus Nächstenliebe ein? Oder sollen sie sie aus Proftgier einstellen, aber aus Nächstenliebe nicht mehr entlassen dürfen? Nach dem Motto: Selber schuld, dass ihr so doof wart, Neueinstellungen vorzunehmen, das habt ihr jetzt davon?

    Oder: Wen kann ich ob des Umstands verklagen, dass Ressourcen begrenzt sind und Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen, was sie konsumieren wollen?

  19. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 18:33 - Antworten

    Rayson: Nichts ist weiter entfernt von der Wirklichkeit. Unternehmen konkurrieren gegeneinander und gönnen sich gegenseitig nicht das Schwarze unter den Fingernägeln.

    Absolute Zustimmung. Nur, Rayson, was glaubst du, wer in diesem Kampf als erster auf der Strecke bleiben wird?

    Ich frage mich manchmal, welches Weltbild in manch linken “Argumentationen” durchscheint: Stellen Unternehmen Menschen etwa aus Nächstenliebe ein? Oder sollen sie sie aus Proftgier einstellen, aber aus Nächstenliebe nicht mehr entlassen dürfen? Nach dem Motto: Selber schuld, dass ihr so doof wart, Neueinstellungen vorzunehmen, das habt ihr jetzt davon?

    Die Mechanismen sind mir geläufig und mir ist nur zu bewusst, dass einzelne Menschen an diesem System nichts ändern können. Aber jetzt kommt es: Nur solange, wie die, die sich menschliche Schwächen zunutze gemacht haben, nicht ganz vergessen, dem Rest der Menschheit ein paar Happen hinzuwerfen. Es stehen sich zwei Lager gegenüber. Die einen sind die, die von abhängiger Arbeit leben und dem Treiben des anderen Lagers weitgehend hilflos gegenüberstehen. Du scheinst dich allein damit zu trösten, dass wir an diesen Verhältnissen nichts ändern können (sollten) und das ökonomische Gesetze ebenso gottgegeben sind wie physikalische. Das ist aber nicht der Fall. Ich will jetzt nicht schon wieder Revolution rufen aber lange wird das nicht mehr gut gehen.

  20. Horst Schulte 14. Mai 2011 at 18:34 - Antworten

    JürgenHugo,

    Beim Grand Prix natürlich. Fußball ist ja durch. Jedenfalls der obere Teil. ^^

  21. Rayson 14. Mai 2011 at 20:02 - Antworten

    Horst Schulte: Nur, Rayson, was glaubst du, wer in diesem Kampf als erster auf der Strecke bleiben wird?

    Derjenige, der die Verbraucher am wenigsten überzeugen kann.

    Du scheinst dich allein damit zu trösten, dass wir an diesen Verhältnissen nichts ändern können (sollten) und das ökonomische Gesetze ebenso gottgegeben sind wie physikalische. Das ist aber nicht der Fall.

    Ob die ökonomischen Gesetze “gottgegeben” sind, lasse ich mal dahingestellt. Dass sie aber gelten, wird jeden Tag aufs Neue bestätigt. Alle Versuche, daran etwas zu ändern, die revolutionären an erster Stelle, enden im “Weg zur Knechtschaft” (Hayek), und lösen die Probleme doch nicht. Man kann nicht demokratisch beschließen, dass 1+1 nicht gleich 2, sondern gleich 3 ist. Man kann auch – zum Glück – weder durch demokratische Beschlüsse noch durch Revolutionen etwas daran ändern, wie Menschen nun einmal ticken. Es gibt nur zwei Quellen von Wohlstand: Ideen und Arbeit. Welche Ideen und welche Art von Arbeit, muss in einem Entdeckungsverfahren ermittelt werden. Das beste, das ich kenne, heißt “Markt”.

    Bei der Gelegenheit: Ich muss mich nicht “trösten”. Die Welt so zu sehen, wie sie ist, fordert von mir keine Überwindung. Und wenn es stimmt, dass ein Gegenbeispiel reicht, um eine Theorie zu falsifizieren, dann nimm einfach mich, wenn du wieder irgendwelche Verschwörungstheorien zum besten gibst. Ich bin sehr auf der Linie von Franz, aber ich bin kein Großkapitalist und habe auch sonst keine besonderen Sympathien (allerdings auch keine besonderen Antipathien) für Manager, Großkonzerne oder existierende Unternehmen allgemein.

    Ok, man kann mich auch noch für dämlich halten. Aber das ist vermintes Gebiet ;-)

  22. Rayson 14. Mai 2011 at 20:26 - Antworten

    Wo wir schon etwas OT waren: Ich bin nächste Woche aller Voraussicht nach bei “Smooth Jazz In The Cube”, u.a. mit dem genialen Nils:

    http://blog.cube-hotels.com/2011/04/18/smooth-jazz-in-der-tiroler-zugspitz-arena-nils-live-on-stage-im-cube-biberwier-lermoos/

    Interesse an Feedback bei “unfrisiertes”?

  23. Horst Schulte 15. Mai 2011 at 11:06 - Antworten

    Rayson,

    Klar, ich schau vorbei. Viel Spaß. Den würde ich auch gern einmal live hören. Irgendwie mach ich nicht richtig die Augen auf. Hier gibt’s in der Nähe doch bestimmt auch vergleichbare Veranstaltungen. Mein nä. Konzert ist übrigens Charlos Santana. Im Juni bei Neuss.

  24. Rayson 16. Mai 2011 at 02:08 - Antworten

    Ohja, Santana. Da fährt meine Liebste total drauf ab ;-)

  25. JürgenHugo 16. Mai 2011 at 07:56 - Antworten

    Rayson,

    Wart mal, bis die MICH singen hört – da fällt der Carlos hinten runter. Horst kann das bestätigen! 8-O

  26. Horst Schulte 16. Mai 2011 at 10:10 - Antworten

    Singen… Singen??? Jetzt fehlt nur noch eine Guitarre und das Grauen wäre vollständig.

  27. JürgenHugo 16. Mai 2011 at 10:41 - Antworten

    Horst Schulte,

    Vielleicht kann ich Guitarre NOCH besser als singen… :? ?

  28. Stefan Wehmeier 20. Mai 2011 at 13:42 - Antworten

    “Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”

    Arthur C. Clarke

    Ob Politiker oder Theologen die dümmsten Menschen der Welt sind, ist eine müßige Frage. Sicher ist, dass für beide Berufsgruppen nur solange eine Nachfrage besteht, wie das arbeitende Volk daran glaubt, die Vertreibung aus dem Paradies müsse ein einmaliges Ereignis vor langer Zeit gewesen sein. Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    http://www.deweles.de/willkommen.html

  29. Horst Schulte 20. Mai 2011 at 14:15 - Antworten

    Stefan Wehmeier: Eine schöne Utopie, der ich persönlich viel Sympathie entgegen bringe.

  30. franz wanner 20. Mai 2011 at 15:11 - Antworten

    Da muss ich jetzt widersprechen, dazu ist das Thema viel zu ernst.
    Jene Utopie, dass Politik und Wirtschaft nicht mehr so wichtig sind… ist entweder wirklich als irreal gedacht oder richtig gruselig.

    Erinnert mich an die “Schlaraffenlandbilder” von Pieter Bruegel. Und wenn ich mir “Politik” nicht als modernen Eiertanz sondern als zielgerichtetes Handeln vorstelle, bekommt die Utopie einen ganz schalen Geschmack.

    Der eigentliche Beitrag vom Horst Schulte gefällt mir deshalb so gut, weil in der Anklage die Aufforderung zum Handeln steckt. Empörung ist auch Politik und auf alle Fälle auch praktisches Handeln.
    Ein beschwichtigender Trost, später sei alles besser, ist die beste Gewähr, das es nicht so kommt und spart eine Menge Zeit aus, in der man was tun sollte.

    Wirtschaft ist nix schlimmes, wirtschaften macht jede Hausfrau. Der Unterschied besteht darin, die Hausfrau machts, damit es der Familie gut geht, viele Unternehmen machen das nur deshalb, damit es anderen Unternehmen schlecht geht. Es ist ja gut, wenn es Unternehmen gut geht, und sogar besser, wenn es ihnen immer besser geht, schlecht ist, wenn sie einfach nur der “Beste” sein wollen. Im “nur” liegt der Unterschied. Dann sind Sinn und Zweck des Wirtschaftens schon nebensächlich, die Meere leer, die Äcker kaputt und die Ressourcen aufgebraucht. Was eben auch bedeutet, dass immer größere Teile der Menschen von den Ergebnissen der Wirtschaft ausgeschlossen werden, womit der Sinn derselben flöten geht.

  31. Stefan Wehmeier 20. Mai 2011 at 22:57 - Antworten

    @ franz wanner

    Es gibt keine “politische Lösung” für die Weltwirtschaftskrise:

    “Im Grunde ist Politik nichts anderes als der Kampf zwischen den Zinsbeziehern, den Nutznießern des Geld- und Bodenmonopols, einerseits und den Werktätigen, die den Zins bezahlen müssen, andererseits.”

    Otto Valentin, aus “Warum alle bisherige Politik versagen musste”, 1949

    Daran hat sich bis heute nichts geändert. Bis auf die Tatsache, dass der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab. Es bleiben also nur genau drei Möglichkeiten:

    1. Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    2. Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    3. Die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus)

    “Genau drei Möglichkeiten” heißt: eine vierte gibt es nicht. Glücklicherweise ist die dritte Möglichkeit wahrscheinlich; allerdings ist nicht zu erwarten, dass sie von der “hohen Politik” aus eigener Anschauung verstanden wird, weil die Natürliche Wirtschaftsordnung (konstruktive Verbindung von Individual- und Sozialprinzip) die politische Seifenoper überflüssig macht:

    http://www.deweles.de/files/basisdemokratie.pdf

    PS: Kein ernstzunehmender Wissenschaftler hat es je gewagt, an den prophetischen Worten von Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008) zu zweifeln.

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