Im Kölner Stadt-Anzeiger lese ich heute zum Fall Strauss-Kahn folgendes:
Es ist nicht das erste Mal, dass DSK wegen sexueller Belästigung in Verruf gerät. 2008 schien sich bereits zu bewahrheiten, was Jean Quatremer prophezeit hatte, Brüsseler Korrespondent der Tageszeitung Libération. Strauss-Kahn sei nicht nur ein berühmt-berüchtigter Verführer, sondern aufdringlich bis hin zur sexuellen Belästigung, hatte Quatremer geschrieben. Im von angelsächsischer Sittenstrenge geprägten Washington werde der IWF-Direktor mit Sicherheit über seine Frauengeschichte stolpern. Strauss-Kahn hatte damals eine Affäre mit einer IWF-Angestellten. Der Franzose wurde des Amtsmissbrauchs bezichtigt. Die schöne ungarische Mitarbeiterin Piroska Nagy, die der verheiratete IWF-Chef beim Davoser Weltwirtschaftsforum 2008 in den Armen gehalten hatte, versicherte dann allerdings, von Machtmissbrauch könne keine Rede sein. Unabhängige Juristen gelangen später zu demselben Schluss, was den IWF freilich nicht hinderte, in den Personalakten des Direktors “einen schwerwiegenden Beurteilungsfehler” zu vermerken.
Die Hervorhebungen stammen von mir. Offenbar verstehen wir also nun unter sexueller Belästigung das gleiche wie unter einer Affäre oder umgekehrt! Entweder ist der Inhalt der Geschichte hier nicht korrekt wiedergegeben, was auch schlecht wäre. Oder aber diese Behandlung des vorgeblichen Vergewaltigungsversuches durch die Medien ist wieder so etwas von verantwortungslos, dass man sich fragt, wohin sich das noch weiter entwickeln wird. Freie Presse? Oh ja! Unbedingt. Aber bitte mit etwas mehr Verantwortungsgefühl.












“Im von angelsächsischer Sittenstrenge geprägten Washington” – was? wie?
Scheinheilige Heuchler sind das alle miteinander in den USA – Bier auf der Straße heimlich aus Tüten trinken und es angezogen unter der Bettdecke treiben… :nee: :nee: :nee:
Nichts genaues weiß man nicht…
Wer wem was erzählt und welche Glocke nun am lautesten tönt, bringt mich immer in einen hilflos verschüchterten Konflikt: darf mir das schnuppe sein oder stell ich mich wieder mal befürwortend auf die falsche Seite?
Natürlich sollte jeder unbelästigt seinen Job ausüben können. Und natürlich sollen Leute, die es sich leisten können oder vermeintlich nicht wirkungsvoll belangt werden können, nicht beliebig andere zum Objekt von Willkür machen dürfen. Andererseits eröffnet der manische Zwang zur weissen Weste bei diesen gesellschaflichen Lamettaträgern eine allerliebste Spielwiese für Böswillige, Sachgegner, Mütchenkühler und Erpresser.
Der Grundsatz “kein Rauch ohne Feuer” macht irgendwie auch wehrlos.
Mir wäre einfach lieber, die Empörten würden ihren Bedrängern in aktueller Not eine Tischlampe über den Scheitel ziehen oder den Daumen bis zum Unterarm ins Auge drücken, als das ich eine Position zu jahrelangen juristischen Possenspielen beziehen müßte.
Aber ich seh es ja ein, Juristen und Medienfuzzi wollen auch leben.
Ach ja – und die USA ist sittlich ein merkwürdiger ZOO mit entsprechenden Eintrittsgeldern. Erinnert sich jemand an den vorpubertären 7jährigen, der in Handschellen vor den Haftrichter kam, weil er angeblich beim Spiel im Sandkasten seine 3jährige Schwester absichtsvoll “sexuell belästigt” haben soll?
Eine Nation, die so etwas glaubt und akzeptiert, kann ich weder in solchen Sachen noch in irgendeiner anderen Angelegenheit ernst nehmen…
Und mich ängstigt, wenn andere dies tun!
franz wanner: Die Geschichte mit dem 7jährigen ist mit auch noch in Erinnerung. Offenbar ist das irgendwie typisch für Amerika. Aber das ist nur die eine Seite. Wahrscheinlich hat DSK das getan, was man ihm vorwirft. Dafür hat er die Verantwortung zu tragen. Aber eben bitte nach einem Verfahren, nicht davor. Ich finde den Artikel von Zettel zum Thema ganz ausgezeichnet. Hier noch mal der Link: http://zettelsraum.blogspot.com/2011/05/zettels-meckerecke-wie-dominique.html
Nochmal schreibe ich deshalb, weil ich ihn hier schon mehrfach auf ihn hingewiesen hatte…