E-Tanken: 8 Stunden oder 30 Minuten – drunter geht nicht?

Mai 18, 2011 6 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 127 x aufgerufen.
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Bestimmt ist Daimler-Chef Zetsche nicht der einzige Chef eines Automobilkonzerns, der das hehre Ziel der deutschen Regierung, bis 2020 1 Mio. Elektroautos auf Deutschlands Straßen sehen zu wollen, für nicht erreichbar hält, jedenfalls nicht ohne staatliche “Anreize”. Bisher sind es so um die 2.000, die auf Deutschlands Straßen leise und “umweltschonend” vor sich hin brausen.

Mit einer Mrd. Euro, die die Regierung investieren will (unser Geld also) ist es demnach längst nicht getan.

Wieder eine Prämie?!

Wahrscheinlich meint Zetsche keine steuerlichen Vorteile für Elektroauto-Nutzer. Der will Prämien für die Käufer — direkt cash in de Täsch. Am Ende ist es eine Anschubfinanzierung für die deutsche Automobilindustrie, die die Entwicklung verpennt hat. An Abwrack-Prämien ist die Autoindustrie ja schon gewöhnt und was einmal geklappt hat, könnte ja auch in diesem Fall hinhauen. Die Regierungschefin ist schließlich noch die alte und wird deshalb, vor dem Hintergrund der damaligen Erfahrung, sicher wohlwollend prüfen.

Foto: electric vehicle fan @ Flickr.com

Über hohe Milliarden-Eurowerte regen wir uns längst nicht mehr auf. Nicht in diesen Zeiten diverser Rettungspakete, für die wir mit unserem Geld völlig alternativlos geradestehen dürfen.

Es war zu erwarten

Mithilfe dieser Regierung kommt die Finanz-, Automobil oder Wasweißich-Industrie an billiges Geld und wer die “richtigen” Zielsetzungen propagiert, der setzt sich neuen Begehrlichkeiten wissentlich aus. Mit anderen Worten: Es war zu erwarten, dass Daimler, wie alle anderen deutschen Automobilkonzerne, sich nicht schuldbewusst daran erinnern werden, die Entwicklung des Elektroautos verpennt zu haben, sondern für dieses Versäumnis den Steuerzahler zur Kasse zu bitten.

Elektroautos kosten heute ein Schweinegeld. Dafür sorgt allein die Batterie, die, wie ich irgendwo gelesen habe, je nach Typ schon mal 1/3 des gesamten Preises ausmachen kann. Inwieweit durch diese Technik wirklich unsere Umwelt geschont wird, ist völlig offen. Nicht nur Greenpeace hat diesbezüglich Bedenken. Wichtig ist, woher der Strom kommt. Wird Strom auch weiter in dem Maße durch fossile Brennstoffe erzeugt, so gewinnen wir in der Bilanz gegenüber der heutigen Situation nichts. Vielleicht wäre die Umstellung aber sogar kontraproduktiv. Es stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem Wirkungsgrad von Elektromotoren gegenüber Ottomotoren. Aber solche Informationen sagen aus, dass der Elektromotor diesbezüglich im Vorteil ist .

Mich würde die Tankzeit von 6-8 Stunden davon abhalten, ein Elektroauto zu wollen. Wenn der Arbeitsplatz 150 km entfernt ist, könnte das Komplikationen geben… Selbst wenn es “nur” 30 Minuten wären könnte ich mir das im Moment nicht vorstellen. Aber es gibt ja Entwicklungen, die vielleicht vielversprechend sind.

Vielleicht ist die Umstellung auf Elektroautos aber auch schon deshalb richtig, weil wir davon auszugehen haben, dass Erdöl nicht mehr unbegrenzt verfügbar sein wird. Da wären wir dann auch gleich bei der aktuellen und für die Zukunft zu erwartenden Preisentwicklung für Benzin, Super und Diesel.

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6 Kommentare

  1. Jürgen Hugo 18. Mai 2011 at 13:24 - Antworten

    Na, die “Entwicklungen” von den 605 Km sind aber noch nich oft nachgeprüft worden – im Moment ist das technisch (bei noch bezahlbaren Preis und nicht Schleichtempo) noch nicht annähernd möglich.

    Solche Sachen wie: Radnaben E-Motoren (Problem = ungefederte Massen), 1x E-Motor pro Achse + Range Extender (Jaguar verfolgt da mit der Gasturbine ja einen interessanten Ansatz) erscheinen mir mittelfristig vielversprechender.

    Eins ist aber klar: an NEUEN, alternativen Mobilitätskonzepten – da führt auf längere Sicht kein Weg mehr vorbei.

  2. franz wanner 18. Mai 2011 at 14:50 - Antworten

    Gab es nicht diesen einsamen Tüftler, der mit einer fussballgrossen Batterie von München nach Berlin fuhr? Und dem dann zweimal die Halle mit dem Testauto abgefackelt (worden) war?
    Und jetzt sind die ganzen Testberichte und Prüfanalysen von Dekra und Tüv nix mehr wert, weil ja nicht am Testobjekt verifizierbar. Nur da sind die noch. Entweder in echt oder als Medienente.
    Jedenfalls würde ich mir heuer nur bei direkter Milliardenzuwendung an mich ein doppelt teures Auto kaufen, welches auf den Freizeitradius eines Fahrrads beschränkt ist oder eben aauf die Länge der Verlängerungsschnur zum “nachtanken”.
    Und ich bin mir nicht mal sicher, ob mich morgen die e-Tank-Füllung nicht mehr kosten wird als das neuerdings favorisierte Maisölgemisch.
    Da trainier ich doch lieber Marathon mit Rucksack.

  3. Joachim 18. Mai 2011 at 17:42 - Antworten

    Grundsätzlich wäre ich bereit, für ein Auto mit innovativem Antriebskonzept mehr zu bezahlen. Allerdings sollte eine gewisse Verhältnismäßigkeit nach wie vor gegeben sein. Neben der angesprochenen Energiebilanz und Herkunft der Energie sehe ich ebenfalls das Problems der Auflafung/Befüllung. Selbst wenn Akkus in 2h geladen wären, wäre das für mich als “spontan wohin Geher” ein echtes Manko was mich in meinem Alltag einschränken würde. Ich bin nach wie vor skeptisch, ob der Verzicht fosiler Brennstoffe für die heutige Zeit das richtige Konzept ist. Nach wie vor halte ich persönlich die Reduzierung des Verbrauchs und das Umdenken im Leistungsspektrum eines PKWs für das derzeit erfolgreichste Konzept.

  4. Boris 19. Mai 2011 at 04:50 - Antworten

    Ich halte diese Diskussion für geradezu lachhaft! Seit wie vielen Jahren, ja Jahrzehnten entwickelt die deutsche Autoindustrie Elektroautos? Und präsentiert sie silber glänzend und hoch-schnittig alle Jubeljahre als neueste Innovation wieder auf der IAA? Und hat dafür bis heute wie viele öffentliche Millionen an Subventionen eingestrichen? Für was, außer für nichts?

    Ich denke mir inzwischen, dass wir es in dieser Angelegenheit doch so halten sollten, wie es die Industrie und deren Vertreter auf Abgeordnetenplätzen in den letzten beiden Regierungen immer fordern: Der Staat soll sich da mal aus der Wirtschaft raus halten und die Entwicklung den Kräften des Marktes überlassen, die das ja angeblich besser regeln können. ;)

  5. Horst Schulte 19. Mai 2011 at 12:08 - Antworten

    Boris: Die Märkte sollen es regeln. Die können das doch so gut. Da stimme ich absolut zu. Leider wird auch das neue Energiekonzept (heißt es gerade Energiewende oder anders?) nicht von denen bezahlt, die daran verdienen (so oder so), sondern wieder von uns Steuerzahlern. Wir lernen halt nie dazu.

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