So ca. 2005 sah ich auf meinem linken Auge plötzlich Schlieren oder Blasen. Genauer kann ich es nicht definieren. Da dies nur bei hellen Wänden und starkem Lichteinfall auftrat, habe ich das ignoriert. Meine Sehkraft hatte sich nicht verändert.
Letzte Woche hatte ich Urlaub. Ausgerechnet da trat plötzlich eine Verschlimmerung auf. Die Schlieren und Blasen haben zugenommen und legen sich nun (auch bei anderen Lichtverhältnissen) vor die Linse und stören beim Lesen. Manchmal muss ich neu fokussieren, um überhaupt vernünftig weiterlesen zu können.
Bei solchen Fragen ist das Internet längst meine 1. Anlaufstelle geworden. Zugegebenermaßen sind die Dinge, die man mit seinem Laienverstand zu lesen kriegt, durchaus nicht immer beruhigend. Aber man hat mal eine erste Vorstellung davon, was so los sein könnte. Ich bin so gestrickt, dass ich zwar immer an das Schlimmste denke, aber mich letztlich trotzdem damit tröste, dass die andere, harmlosere Alternative doch im Bereich des Möglichen liegt. So auch in diesem Fall.
Viele Menschen haben Probleme mit so genannten Glaskörperabhebungen. Als solche ist sie harmlos. Leider ist sie nicht behandelbar. Das eingefügte Video gibt da interessanten Aufschluss über die bestehenden Möglichkeiten und Risiken.
In den letzten Tagen hat sich die Geschichte leider verschlimmert. Es sind Blitze hinzugekommen. Das kann (laut Internet) darauf hindeuten, dass sich die gefürchtete Netzhautablösung ankündigt. Ich wollte deshalb deshalb einen Termin beim Augenarzt machen. Allerdings erst am kommenden Montag, weil ich die Woche über ja nicht zu Hause bin. Ich erhielt die dringende Empfehlung, nicht zu warten, sondern sofort einen Augenarzt aufzusuchen. Vorsicht ist also geboten und meine Haltung hat sich als ausgesprochen leichtfertig erwiesen.
Ich bin sofort nach Hause gefahren und habe den Augenarzt aufgesucht. Die Netzhaut ist ok, es handelt sich wirklich um die harmlose Variante einer Glaskörperabhebung. Mein Arzt empfahl mir, mich sofort (ohne Verzug) wieder zu melden, sollte sich eine Verschlechterung einstellen oder weitere Blitze hinzukommen. Mit den Schlieren und Blasen muss ich leben. Diese Erscheinungen würden sich -auch durch Gewöhnung- später zurückbilden. Unter Umständen können sich die abgelösten Teilchen soweit verschieben, dass sie mich in meinem Sichtfeld gar nicht mehr behindern würden. Einerseits eine gute Nachricht, weil es keine akute Erkrankung ist, andererseits aber auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität, weil die Dinger doch einigermaßen störend wirken.
Leute, die mit ähnlichen Beschwerden zu tun hatten, wissen, dass die Augen vor der Untersuchung “getropft” werden. Erst durch diese Maßnahme kann der Arzt die notwendigen Details erkennen. Zusätzlich wurde in meinem Fall ein Mikroskop eingesetzt. Dieser Teil war recht unangenehm, obwohl das Auge zuvor zusätzlich ein wenig betäubt wurde. Nach dem Tropfen darf man 2-3 Stunden nicht Autofahren. Wer die Prozedur schon einmal mitgemacht hat, weiß warum. Ich habe jetzt immer noch einen Film vor den Augen, obwohl die Untersuchung gut über 2 Stunden zurückliegt.











