Gute Geschichten erfreuen die Leser. Wenn sie nicht nur gut und spannend geschrieben, sondern authentisch wirken, ist eine feste Leserschaft bald gefunden. Das wissen viele Blogger. Vielen gelingt die Mischung dennoch nicht.
Allerdings sollten Geschichten auch als solche erkennbar sein. Was sich der Blogger Tom MacMaster geleistet hat, wirft ein schräges Licht auf die gesamte Blogszene und belebt natürlich die Zweifel, die uns gerade seitens der etablierten Medien entgegengebracht werden.
Über die Motivation Mac Masters habe ich nichts gelesen. Natürlich bietet die aktuelle Situation in den nordafrikanischen Ländern viel Stoff für phantasiebegabte Schreiber. Warum soll man die nicht nutzen?
Ich persönlich habe kein allzu großes Problem damit, wenn Blogger sich die “Freiheit” herausnehmen, über Regionen im Umbruch Geschichten zu erfinden und diese bloggen. Allerdings sollten sie diese Geschichten auch als solche kennzeichnen.
Der Aspekt, dass Menschen in diesen Regionen durch falsche Geschichten gefährden könnten, darf nie übersehen oder ausgeblendet werden.
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Der geografische Faktor[/yellow_box]











Ich verstehe die Aufregung nicht. Jemand, der vorgibt ein anderer zu sein als er ist und Geschichten dazu erfindet, ist ein Literat. Die Forderung, erfundene Geschichten als solche zu kennzeichnen, macht ja wohl einen großen Teil des Effekts kaputt. Er macht das für mehr Besucher? Ja wofür schreibt man denn sonst? Auch die Glaubwürdigkeit des Bloggens seh ich nicht gefährdet, weil es sie gar nicht in dem Maße gibt wie bei anderen Medien-Formaten, ob für Letztere verdient oder unverdient, sei dahingestellt. Im Internet kann man nie sicher, wer tatsächlich mit welchem Wahrheitsgehalt etwas schreibt. Das ist ja gerade das Spannende. Und um den Bogen zurück zur Literatur zu finden: Wer ein Liebesgedicht schreibt, muss nicht verliebt sein
Hans Retep (Gedichte-Lügner), Ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Natürlich stimmt es, dass man schreibt, um Besucher zu bekommen. Ehrlich gesagt, finde ich diese Erscheinungen überhaupt nicht spannend. Ich werde Wikileaks und solche Blogger in einen Topf. Mir fehlt wohl die Phantasie, solchen Entwicklungen etwas Positives abzugewinnen. Ich weiß nur, dass man das nicht ändern oder auch nur zurückführen kann. Es ist wie es ist. Das Beispiel mit dem Liebesgedicht ist daneben. Damit gefährde ich unter “normalen” Umständen jedenfalls keine Menschen. Dieser Ami hat das getan. Er ist in eine Identität geschlüpft und hat Dinge behauptet, für die andere Blogger vielleicht am Ende zur Rechenschaft gezogen werden könnten.
Hallo Herr Schulte,
Zu der ernsteren Sache, dass andere Blogger dadurch gefährdet würden: Werden sie gefährdet, weil ein Blogger etwas schreibt, oder weil ein Regime durchgeknallt ist? Und wenn man das so genau nimmt, dürfte man kein Auto mehr fahren, weil das nachweislich Menschen umbringt – jedes Jahr eine Kleinstadt allein in Deutschland.
unterschätzen Sie die Liebesgedichte nicht. Ein erfolgreiches kann gleich zwei Leben ruinieren
Ich finde es nicht schlimm, wenn man unter falschem Namen, aus Angst vor (pol., gesell., wirtsch.) Verfolgung etc., einen Blog aufzieht und über katastrophale Zustände im eigenen Land berichtet, oder Missstände aufdeckt.
Jedoch ist es nicht in Ordnung, die publizierten Nachrichten frei zu erfinden, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Es gibt jedoch einige Beispiele, von Bloggern (Westen), die unter falschen Namen (Person vor Ort) einen Blog führen, der z.B. über Zustände in armen Ländern, oder scheinbar aus dem Kriegsgebiet berichten, solange die Berichte und Behauptungen der Wahrheit entsprechen.
Oft finden die Blogs von betroffenen Personen aus den Brennherden der Welt wesentlich mehr Gehör in der Öffentlichkeit, als von Blogs, von denen man weiß, dass der Inhaber und Blogger nicht persöhnlich betroffen ist.
Hans Retep (Gedichte-Lügner), Ich glaube nicht, dass ein Blogger, der Lügengeschichten erfindet, nur Menschen gefährdet, die unter einem “durchgeknallen Regime” leben. Ich bleibe dabei, dass ich es unverantwortlich finde, andere Menschen zu gefährden, in dem Dinge behauptet werden, die man sich einfach nur ausgedacht hat. Unter künstlerischer Freiheit verstehe ich jedenfalls etwas anderes – falls es in diesem Zusammenhang darum gehen sollte.
TypeAnk, Natürlich kann man anonym bloggen. Aber ich kann nicht aus England über Zustände in Syrien berichten, dem ganzen eine authentische Note verleihen aber in Wirklichkeit eigene geistige Konstruktionen vom Stapel lassen. Noch dazu, wenn ich fürchten muss, dass durch mein Tun Menschen in dem Land in Gefahr geraten, über die ich gerade schreibe. Auch dann, wenn ich natürlich keine Namen nennen – wie im vorliegenden Fall.