Ich kenne Leute, die lehnen es ab, sich mit dem Euro und Griechenland überhaupt zu beschäftigen. Wahrscheinlich ist das vernünftig. Denn, obwohl ich so vielen Leuten zugehört habe und viel darüber gelesen habe, gebe ich mich geschlagen. Ich nix verstehen.
Vor allem weiß ich nicht, wie wir in Europa aus diesem Schlamassel überhaupt wieder herauskommen können. Ich glaube, ehrlich gesagt, dass dies keiner kann.
Diesem Europa haben wir die längste Friedensperiode unserer Geschichte zu verdanken [sic?]. Trotzdem schimpfen viele Leute wie die Rohrspatzen. Sie scheinen es satt zu haben. Den Politikern wird vorgeworfen alles falsch gemacht zu haben. Als wir plötzlich merkten, wie teuer und wie bürokratisch die EU ist, waren immer mehr dagegen. Vielleicht auch nicht so richtig – aber Begeisterung geht anders.
Man kann Verständnis haben für das, was in manchen Ländern passiert. Ich bedaure die Entwicklung sehr. Politische Parteien kochen ihr Süppchen aus alten und neuen Ressentiments und gerade junge Leute (wie in Finnland) strömen ihnen offenbar in Scharen zu. Mit solchen Erkenntnissen im Hinterkopf habe ich etwas Magengrummeln, wenn ich daran denke, dass das Wahlalter auf 16 Jahre abgesenkt werden soll. Und das, obwohl ich grundsätzlich dafür bin. Aber das ist ein anderes Thema.
Bei uns schimpft “man” über die Griechen. Die Medien schüren Vorurteile und viele nehmen sie auf und bilden sich ihre Meinung. Und in Griechenland ist es nicht anders. Man schimpft auf die EU und vor allem über Deutschland. Da werden Plakate im Fernsehen und in den Zeitungen gezeigt (die Medien suchen solche Bilder!), auf denen die Franzosen und wir als Nazis beschimpft werden.
Gestern hörte ich einen altern Griechen schimpfen, dass es dem Land besser ginge, wenn wir Deutsche endlich die Reparationen aus der Nazi – Besatzungszeit leisten würden. Ich finde, so was sollte man nicht sagen. Bei uns fallen solche Aussagen zum Teil auf “fruchtbaren” Boden. Viele reagieren auch sofort. So kommt eines zum anderen.
Ich kann mir vorstellen, wie schwer viele Griechen es haben
Die EU zwingt sie zu Einsparungen, die nach übereinstimmender Meinung vieler Experten zur weiteren Verschlimmerung der Lage führen werden. Die ohnehin schwache Wirtschaft wird auf diese Weise weiter abstürzen. Mit allen negativen Folgen für die Menschen. Man muss nicht Volkswirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass rigorose Sparmaßnahmen in dieser Lage falsch sind.
Es gilt die Feststellung, dass es keinen einfachen Weg gibt. Und was, es überhaupt keinen Weg aus der Misere gibt? Viele sagen, dass eine falsche Ausgabenpolitik verantwortlich ist. Nun trifft dieser Vorwurf viele Länder – auch Deutschland. Als Synonym gilt diesen Leuten der “ausufernde Sozialstaat”. Für sozialen Ausgleich und Verteilungsgerechtigkeit können bald die Mehrheiten flöten gehen.
Danke, Stefan.











“Ich kenne Leute, die lehnen es ab, sich mit dem Euro und Griechenland überhaupt zu beschäftigen. Wahrscheinlich ist das vernünftig. Denn, obwohl ich so vielen Leuten zugehört habe und viel darüber gelesen habe, gebe ich mich geschlagen. Ich nix verstehen.”
Natürlich ist es Quatsch, wenn man sich als Masthähnchen über den Tod einen Kopf macht.
Nur sind wir das nicht.
Und es gibt auch keine böse Verschwörung.
Und natürlich gibt es Lösungen, zu viele sogar.
Und die wollen wir alle nicht.
Wie die verbockten Kinder (oder Herr Guttenberg) verteidigen wir dahinsinkende Schutzwälle, um möglichst lange dem Problem ausweichen zu können. Tatsächlich sind jedoch alle Reparaturlösungen für die Katz, wenn wir vom Problem nichts wissen wollen. Eine Bewältigung des Problems ist aber nur in der Kenntnisnahme des Problems möglich.
Wir beschäftigen uns lieber mit Ersatzproblemen…
Ausnahmslos alle Staaten verkonsumieren zu Lasten späterer Generationen und häufen die Schulden auf. Und die Griechen sind nicht fauler oder dümmer oder nachlässiger – das wird uns nur eingeredet.
Gemessen am Lebensniveau – sind die Griechen besser dran als wir? Sicher nicht. vielleicht ist deren Lebensqualität etwas besser, weil sie das soziale Leben nicht so vernachlässigen, aber das Lebensniveau ist sicher uns gegenüber etwas abgesenkt.
SOLLTE es Ihnen noch schlechter gehen?
Lassen wir mal den Begriff und das Wesen “Geld” weg. Wenn die Griechen Ihre Wirtschaft ankurbeln sollen, um Ihr “lebensniveau” selbsttragend zu finanzieren, frage ich mich, in welche Lücke die denn stossen sollen, welche Leerstelle es gibt.
Wo ist der Bedarf?
Tun Sie es, verdrängen sie andere. Z.B. den deutschen Export?
Vorhanderes nur teurer zu machen, bringt ja nix, wenn es billigere Wettbewerber gibt.
Im Wettbewerb der effektiven Massendienstleistung und -produktion konnte man die Verlierer bisher hinter den Bergen und auf fernen Kontinenten verstecken, diese Zeiten sind vorbei und im geeinten Europa sowieso.
Oder anders: auch bei stetig wachsenden Bedarfsmärkten beträgt die Summe immer nur 100 %.
Und wenn wir Deutschen stetig ringen, davon mehr als…% zu befriedigen, sollten wir nicht andere auffordern, das auch zu tun. Denn nach der Bedarfsdeckung folgt der Preisverfall und das ist dann auch nur Verlust.
Wenn zwei zum wechselseitigen Vorteil handeln… es muß dann eben einen Dritten geben, der deren Vorteil als eigenen Nachteil auf sich nimmt. Nach Länderfinanzausgleich den EG-Staatenfinanzausgleich und dann den globalen Finanzausgleich… und die Nachteile wandern ins Weltall.
Alles Unsinn.
Wenn Aachen die Welt beliefern könnte, dann ginge dies mit gleichen Bedingungen auch aus Athen. Folglich wären Aachener Waren schon aus logistischen Gründen in Athen nicht konkurenzfähig. Irgendwo in Wien wären sie gleichwertig, falls die Wiener nicht selber… Dann würde sich aber bei allen dreien erheblich die Marge verringern oder überall der Markt verteuern.
Aber wir wollen ja der “Vernunft” huldigen und uns lieber nicht damit beschäftigen. Ein leben als Masthuhn. Geht uns doch gut.
Dr. Seibold: Politisch durcharbeitet – Der Euro steht vor dem Aus !
http://goo.gl/fvfa5
na dann … gute nacht!
@ stefan
Das ist Blödsinn. sogar sich selbst erfüllender.
Der Euro ist eine Verrechnungseinheit wie jede andere Währung. Nur eben haben sich auf diese Währung sehr viele Menschen geeinigt, diese zweitwichtigste Währung der Welt. Die Frage ist nur, wie wertstabil man diese Verrechnungseinheit hält.
Man kann auch Kohlrüben als Verrechnungseinheit nehmen: Bei der Ernte im Übermaß vorhanden billiger, dann mit bedarfsgerechter Bewertung und später im Gammelprozeß vor der Neuernte sogar überbewertet.
Bewertet man die tatsächlichen und realen Wirtschaftsprozesse ist Geld und Währung nur Rechnungseinheit. Addiert man aber Zukunftshoffnungen, Animositäten und Angebot wie Nachfrage hat man sicher einen irrealen Spekulationswert, der nur Bestand hat, wenn man dran glaubt, solange man dran glaubt.
Verpufft der Spekulationswert bleibt der Wirtschaftswert. Opfer wäre dann die Währung, auf die ausgewichen wird, denn diebekommt durch die Nachfrage unfreiwillig den Spekulationswert aufgebrummt, welcher die reale wirtschaft belastet.
trotzdem: Gute Nacht
denn gut geschlafen, weckt tatkräftige Lebensgeister
Ich finde es Angesichts dessen, dass Griechenland für die Aufnahme in die EU kräftig betrogen hat und wesentliche Berichte, die die schlechte Finanzsituation belegen, verheimlicht und gefälscht hat, einfach nur dreist, dafür noch Milliarden an Unterstützung bereitzustellen. Das ist doch :shit: