Die deutschen Banken beteiligen sich -solidarisch, wie sie sind- mit 3,2 Mrd. €. Ackermann will mit diesem Gnadenakt die Kernschmelze vermeiden helfen. Der deutsche Finanzminister gefällt sich wieder darin, vor den Kapitalisten auf die Knie zu fallen und dankt den Bankbonzen so inständig, dass es mich wundert, dass er vor Ackermann nicht gleich auf die Knie gefallen ist.
Mich würde interessieren, wie viel Geld die deutschen Banken bisher am Griechenland – Desaster verdient, genauer gesagt, wie viel Zinsen sie eingestrichen haben. Ich wette, das waren weit mehr als 3 Mrd. €. Griechenland hat bisher alle Schulden bedient, inkl. Zinsen. Es kam noch zu einerlei Ausfällen. Warum verpflichtet diese schwarz/gelbe Regierung die Banken nicht dazu, Griechenland die Kreditzinsen zu erlassen?
Wahrscheinlich ist das zu einfach. Viele Deutsche wollen ja lieber überhaupt nichts mehr zahlen für diese faulen Griechen.
Ich kann das nicht mehr hören. Irgendwann gucken wir uns alle nur noch doof an und stellen fest, dass wir ein paar Dinge vielleicht doch ziemlich falsch gemacht haben. Für den Fall können wir aber ganz sicher sein, dass es dann wieder keiner gewesen sein will.











Solche Art von Enteignungen ist aus guten Gründen bisher nicht erwogen worden. Die Konsequenzen für die Kreditvergabe an Staaten generell wären wohl nicht so doll. Marktwirtschaftlich sinnvoll wäre Umschuldung/Insolvenz-
Aus guten Gründen. Natürlich.
Ich halte dagegen. Was ist dein Einsatz?
Einen davon habe ich auch genannt. Aber du darfst natürlich ignorieren, was du willst.
@Rayson: Wenn es weniger als 3 Mrd. waren, hätte diese Regierung gleich dafür sorgen sollen, dass die Peanuts nicht den Banken, sondern den Griechen zugute kommen. Wie sollen die Griechen ihre Wettbewerbsfähigkeit jemals erlangen, wenn sie durch Schulden und Zinsen die Luft abgeschnürt bekommen. Umschuldung wäre gut. Aber hätte diese nicht die von Ackermann beschriebene “Kernschmelze” zur Folge? Oder ist das eine seiner Lügen?
@Horst Schulte
Also ich halte wenig davon, die Griechen für ihre unverantwortliche Verschuldungspolitik mit Transfers belohnen zu wollen. Wobei man “die Griechen” natürlich differenzieren muss: Der “gemeine Grieche”, der gar nicht die Möglichkeit hatte, den Illusionsschleier zu lüften, den viele Regierungen ihm eifrig gestrickt haben, hat von djeser Politik eher nicht profitiert, sondern im Gegenteil unter ihr gelitten. Profiteure waren einige wenige, und zwar um so näher sie dem Staat standen.
Was das “die Luft abschnüren” angeht, handelt es sich um eine Frage der zeitlichen Perspektive. Richtig ist natürlich, dass die von den “Hilfspaketen” versprochene “Lösung” deswegen nicht funktionieren kann, da die geforderten Maßnahmen zu einer Reduzierung des BIP und nicht der Schulden führe. Richtig ist IMHO aber auch, dass eine solche Bereinigung unvermeidlich ist, zumal das Problem der griechischen Volkswirtschaft nicht nur ein Kostenproblem ist, sondern auch ein strukturelles. Unschädlich für eine solche Anpassung wäre aber eine Umschuldung/Insolvenz, ja diese würde die Anpassung geradezu erzwingen, da auf absehbare Zeit die Kreditquelle wohl versiegen würden. Das dann per europäischem “Marshall-Plan” zu begleiten, klingt zwar gut, scheint mir aber wegen des hohen Anteils der strukturellen Probleme wenig erfolgversprechend. Die Griechen haben Scheiß-Zeiten vor sich, so oder so. Psycholgisch besonders fatal ist, dass sie subjektiv von einem höheren Niveau abstürzen. Obwohl sie es bei nüchterner Betrachtung eigentlich nie hatten.
Der Begriff “Kernschmelze” ist schon in Bezug auf sein originäres Umfeld nicht unproblematisch. In Fukushima sollen mehrere solcher Kernschmelzen ja bereits stattgefunden haben, und trotzdem starb an der Strahlung noch keiner. Was Ackermann jetzt damit bezogen auf das Finanzsystem meint, müsste er mal verdeutlichen. Aber klar ist auch, dass er Partei ist und damit als Gutachter ausfällt.
Mir scheint jedenfalls ein Zustand unerträglich, in dem beliebig sinnvolle Aktionen mit der Drohung einer “Kernschmelze” torpediert werden können. Denn die Probleme verschwinden weder durch Nichtstun noch durch immer neue Finanzspritzen. Irgendwann muss die finale Lösung kommen, und es ist eigentlich wahrscheinlich, dass sie um so teurer ausfällt, je später sie initiiert wird. Wenn “Systemabhängigkeit” zu Erpressbarkeit führt, muss man sie eben beenden.
Die Banken haben nicht nur Unmengen an Geld in Griechenland verdient, sondern sind zum Großteil für das Ausmaß der Krise in Griechenland verantwortlich, so dass es dort teilweise kriegsähnliche Zustände gibt. Aber die eigentliche Frage ist doch, wer hat die Hand am Schalter und wer kann Gesetze machen. Hat die Politik, die Politiker oder auch die sogenannte Regierung wirklich noch die Macht Gesetze eigenständig auf die Beine zu stellen und durchzusetzen? Oder ist es nicht vielmehr ein Lobby, Interessenvertretung aus nur allzu bekannten Kreisen, weil sie als Spezialisten zu Rate gezogen werden und sich am Problemlösungsprozess beteiligen oder sollte man eher sagen zum Verschlimmerungsprozess beitragen.
Und selbst wenn die Zinsen erlassen werden könnten und es zu einer Umschuldung kommt, sind die Nutznießer doch wieder nur die Banken und Versicherungen, nachdem was in den aktuellen Meldungen zu lesen ist, soll dann im Fall der Fälle einer Zahlungsunfähigkeit die EU als Bürge einspringen, womit wir ja prinzipiell wieder am Anfang stehen, aber die Finanzkonzerne sich die Taschen weiter vollstopfen.
Es ist nicht so das wir Dinge falsch machen, sondern viel zu wenig detaillierte Informationen über den tatsächlichen Ablauf bekommen, aber zum Glück und hoffentlich ist es noch nicht zu spät, kommt nach und nach mehr Licht ans Dunkel und auch die lieben Herrn auf den öffenlich rechtlichen, ob gesollt oder gewollt (kann ich an der Stelle nicht beurteilen) versuchen mit gezielten Sendungen immer mehr Aufklärung zu betreiben… Mal schauen wo uns das hinführt, wenn wir mit genügend Menschen über Probleme und Fehler, aber auch Wege zu Verbesserungen, in ganz anderen Maßstäben als Griechenland und der Euro, diskutieren. Denn ob Umschuldung oder auch Schuldenerlass bei Griechenland, damit ist langfristig keinem geholfen.
Ich muss da auf einen guten Satz aus dem Qualitätsmanangement denken: “Man muss Probleme bzw. Fehler bei der Entstehung oder möglichst zeitig aufdecken, denn nur an der Stelle kann man sie kostengünstig beseitigen (hierfür ist es leider schon lange zu spät), jegliche Rückrufaktionen kosten leider Milliarden.” Nun müssen wir uns leider alle darauf einstellen, in einem langem, sehr langem Prozess der Veränderung etwas NEUES, NACHHALTIGES und BESSERES zu schaffen, aber dafür braucht man viele, sehr viele Menschen, die sich darauf einlassen und bereit sind dafür einzustehen. Ich denke es ist an der Zeit und DANKE an dieser Stelle an Stepháne Hessel, das er mich mit seinen 93 Jahren an der Stelle getroffen hat, das man auch als EINZELNER für die Dinge die geschehen mitverantwortlich ist.