Parallelen zwischen Birgit Prinz und Michael Ballack?

Juli 8, 2011 3 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 132 x aufgerufen.
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Als ich gestern  Birgit Prinz in der Pressekonferenz und ihre Einlassungen zu ihrem Reservistendasein hörte, hat mir das großen Respekt abgenötigt. Dafür hat Prinz solche hinterfotzigen Titel wie diesen nicht verdient:

Der bisher stärkste WM-Auftritt von Birgit Prinz

Aber das ist ja so etwas von typisch für die Boulevardpresse, und “Welt Online” schließe ich wegen dieser dämlichen Überschrift ausdrücklich mal mit ein. Springer-Presse-Niveau.

Prinz wies in diesem Statement auch auf die “Hetzjagd” hin, der sie sich durch die Medien ausgesetzt fühlte. Ich kann das nachvollziehen.

Denn diese haben nicht nur mit allen Mitteln ein zweites Sommermärchen propagandistisch herbeireden und -schreiben wollen. Nein, sie haben -wie bei Michael Ballack- erneut ein veritables Opfer gefunden, das sie wie ein Rudel Wölfe “reißen” mussten. Wie abscheulich! In meinen Augen häuft sich das.

Die Medien schaffen es, dem Zuschauer das Interesse am Frauenfußball,  mit dieser Art von Beschreibungen auszutreiben:

Stattdessen war sie in der öffentlichen Wahrnehmung ab einem gewissen Punkt nur noch das Relikt der Vergangenheit, das den Übergang in die Moderne des Frauenfußballs noch begleiten darf, obwohl sie eigentlich doch zu alt ist. Es nicht mehr bringt.

Und so groß, wie die Medien es gern hätten, ist in meinen Augen das Interesse an dieser Fußball-WM nicht. Hört Männern mal zu, wenn sie unter sich sind. Alles Chauvis.

Zurück zum Fall Birgit Prinz: Die Attitüde, die da anklang, ist doch ausschließlich von Sensationsgier motiviert. Auflage durch Skandalisierung. Oder wie man dazu sonst sagen kann. Sie haben ein wie auch immer geartetes, fast abartiges aber natürlich immer erkennbar wirtschaftliches Interesse daran, Menschen herunterzuschreiben – wie es ihnen beliebt.

Wirklich, man kann diesen Dreck einfach nicht mehr ertragen. Und jetzt komm mir keiner mit dem Argument, dass Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, mit solchen Dingen leben müssten.

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3 Kommentare

  1. Rayson 8. Juli 2011 at 22:04 - Antworten

    Gebe dir da auch Recht.

    Die Frage ist nur, ob die Medien in dem, wo sie ihre Schwerpunkte setzen, auch nur ein Abbild unserer Gesellschaft sind, oder ob sie sie nicht dadurch eher prägen.

    Aber egal, wie wir sie beantworten: Man müsste das mehr kritisieren!

  2. Horst Schulte 9. Juli 2011 at 14:23 - Antworten

    Ich glaube ja, dass wir eher durch die Medien geprägt werden und nicht umgekehrt. Aber das lässt sich wohl nie beweisen. Freiheit ist unteilbar und für die Pressefreiheit gilt das wohl auch. Keiner wird sich trauen, daran Hand anzulegen. Und das sicher mit gutem Grund. Also müssen wir damit leben und diese Auswüchse kritisieren, wo wir auf sie treffen. Vielleicht sehe ich das auch falsch, aber ich habe das Gefühl, dass immer mehr Leute diese Dinge kritisch bewerten. Ich würde soweit gehen, dass sie auch das Potenzial haben, die Demokratie zu beschädigen. Kommt nicht ein großer Teil der Politikerverdrossenheit daher, dass es für viele Medien kein Halten mehr gibt, wenn es darum geht, auf Politiker (egal, welcher Couleur) einzudreschen?

  3. Marco 10. Juli 2011 at 19:56 - Antworten

    Solche Geschichten braucht doch der (Frauen-)Fußball.

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