Ich lese, Italien ringt um das Vertrauen der Finanzmärkte. Ich schätze in Portugal und seit gestern auch in Irland läuft das ähnlich – wohl mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten.
Wäre es nicht plausibler, wir würden die Finanzmärkte, was immer das sein mag, zur Hölle schickten? Im Moment scheint die Wall Street gegen Europa mobil zu machen – oder ist es schon Krieg?
Unsere Regierungen sind hilflos. Wahrscheinlich verstehen inzwischen nur noch wenige, was da eigentlich abläuft. Ich glaube, viele Menschen haben im Moment eines gemeinsam: Die Angst vor dem sich abzeichnenden Totalcrash.












Ich habe eine interessante Sendung gesehen, gestern oder vorgestern. In dieser ging es auch um die Rating-Agenturen und das sich Europa das Ganze selbst eingebrockt hat. Es gibt nämlich Gesetze, die Regeln, dass sich Banken an die Einschätzungen der Rating-Agenturen halten müssen. Wäre dies nicht der Fall, dann könnten die Banken selbst entscheiden, ob die Länder noch Kreditwürdig sind oder nicht…
Bedeutet doch eigentlich nur, dass jetzt diese Gesetze abgeschafft werden müssten. Dann wäre der europäische Markt nicht mehr abhängig von den Rating-Agenturen
ja im Moment siehts in Europa wirklich nicht sehr rosig aus. die millarden finanz pakete bringen wahrscheinlich auch nicht viel. länder wie griechenland muss man von grund auf neu aufbauen. ausser portugal italien und irland sieht es in spanien auch nicht sonderlich rosig aus. ob das mit dem euro die richtige entscheidung war…
Ist nur schlecht, wenn man gleichzeitig Knete von denen haben will…
An dem Satz ist wohl so ziemlich alles falsch. Es ist nicht “die Wall Street”, und es wird auch nicht “mobil gemacht”. Es gibt unter einigen Marktteilnehmern (diesseits und jenseits des Atlantiks) die Meinung, Italien und andere Länder könnten auch in Schwierigkeiten kommen, ihre Schulden zurückzuzahlen, vielleicht auch als taktische Finte, darauf vertrauend, dass wieder “Rettungsschirme” aufgespannt werden. Aber eben nicht unter allen, und die ach so pöhsen Ratingagenturen finden sogar beruhigende Worte.
Natürlich ist das so. Es gibt ja überhaupt nur zwei mögliche Begründungen, warum ausgerechnet die drei führenden Rating-Agenturen soviel “Macht” haben: Entweder sie sind unglaublich gut oder es gibt entsprechende Gesetze. Und unglaublich gut sind sie nicht, sie hinken eigentlich der Entwicklung meist hinterher.
Übrigens kann man auch Anleihen begeben, ohne sich auf ein Rating einzulassen. Es wird dann zwar schwieriger, Käufer zu finden, und man muss vielleicht auch etwas höhere Zinsen zahlen als bei durch Rating-Agenturen verliehenem Investment Grade (das Rating ist aber auch nicht billig), aber erstens muss das nicht sein und zweitens gab es gerade im letzten Jahr eine Reihe von Unternehmen, die das getan haben und dennoch genug Interessanten fanden.
Und es gibt auch andere Ratingagenturen, darunter zumindest eine größere deutsche namens Euler-Hermes. Die halten sich aber aus den Ratings für Großkonzerne heraus und sind auch nicht in das Geschäft mit den Staaten involviert.
@Rayson:
Ja, ich bin für die Wiedereinführung von Tauschgeschäften. Da steig ich wenigstens noch halbwegs durch.
Ich finde es seltsam, dass die Ratingagenturen (die natürlich rein gar nichts mit der Wallstreet zu tun haben, weil sie ja unabhängig sind) ihre Bewertungen für Griechenland, Portugal und Irland herunterstufen. Gerade in dem Moment, in dem in den USA selbst um Luft gerungen wird.
Ist es vielleicht so recht?
1.) Die Eurokrise ist eine Schuldenkrise der europäischen Staaten
2.) Es wurden vor der Euroeinführung keine Mechanismen installiert, mit denen wir in der Eurozone dieser Entwicklung nun wirksam begegnen könnten (Abwertung z.B.)
4.) Die Verschuldung und die hieraus erwachsene Eurokrise ist in erster Linie auf den Wahnsinn zurückzuführen, dass die Sozial-Ausgaben maßlos ausgeweitet wurden.
Das Bild vom Krieg der Wallstreet stammt übrigens nicht von mir. Ich habe es irgendwo in der Zeitung gelesen. Aber natürlich macht sich jeder, der zu solch derben Vereinfachungen neigt, angreifbar.
Verheerend ist der Eindruck, den ich wahrscheinlich mit vielen Menschen teile: Es gibt auch unter den so genannten Experten keinen, der eine Antwort auf die Lage geben könnte. Jeder kann sich das heraussuchen, was in sein Weltbild passt.
Ich verstehe, dass es nicht die Ratingagenturen sind, die die Schulden zu verantworten haben. Welche Wirkungen die Ratings allerdings auf unsere Welt haben werden – speziell im europäischen Raum – kann ich mir nicht ausmalen. Dazu reicht mein Horizont nicht aus. Wenn Menschen etwas nicht verstehen, schlagen sie um sich. Da bin ich sicher keine Ausnahme. Es wäre gut, wenn Politiker und die, die über die nötige Kompetenz verfügen, die möglichen Szenarien so beschreiben würden, dass die Leute sie auch begreifen können. Vielleicht ist aber auch das Schlimmste, dass sich diese als existenziell wahrgenommene Frage sehr gut dazu eignet, sich zu profilieren. Das machen Politiker und Wissenschaftler in dieser Frage gleichermaßen.
da Thema ist hier schon mehrfach aufgetaucht, teils von den gleichen Leuten kommentiert… erinnert sich jemand?
Und nimmt jemand zu seinen vorherigen Einträgen bezug?
Aber wie überall scheinen alle Beteiligten eher an einer beliebigen Lösung interessiert, als sich mit dem Problem auseinandersetzen zu müssen.
falls doch, empfehle einen blick in die Geschichte:
- Bankhaus Chigi (Finanziers der Päpste)
- Familie Fugger (Kaisermacher)
zu Schulden und Sachwerten
- Spekulationsobjekt Tulpe
- Spekulationsobjekt Ostindische Handelsgesellschaft
- Spekulationsobjekt Suezkanal
zu Finanzierung und Crash
- Geschichte des Papiergeldes
zu Wert und Währungen, Devisen und Sorten
- Aufgabe der Golddeckung (zuletzt USA)
zu wertfreie Geldschöpfung
Rayson? du bist doch Fachkraft!
@Franz: Vielen Dank für den Tipp. Da werde ich mir jetzt mal ein paar Wochen freinehmen, um vielleicht (aber nur vielleicht) danach etwas mehr von diesem Wahnsinn zu verstehen. Blöd nur, dass damit dann immer noch keine Lösung gefunden sein wird.
Dafür spricht, dass es Heere von Wissenschaftlern gibt, die mit ihren Expertisen auch keinen Lösungsweg aufgezeigt haben, der nicht wiederum von anderen infrage gestellt wurde.
Kapitalismus ist Teufelszeug. Wie vorher der Kommunismus wird auch er -jedenfalls in der heutigen Form- nicht mehr lange existieren. Nur mal so als These, die natürlich sofort als falsch abgetan wird – jedenfalls von denen, die glauben, sie wüssten es besser. Scheiße ist nur, dass Besserwisserei auch nicht davor schützt, am Ende mit den gleichen Problemen dazustehen, wie alle anderen (dummen) Menschen.
Horst, spottest du?
Wolltest du die Thematik wirklich studieren wollen, wärest du hinterher so klug wie die Fachleute, mit Scheuklappen im Schubkasten, mit vielen besseren und schlechteren Lösungen, aber ohne Problembewußtsein, eben Fachidiot mit einem Aktenkoffer voller Formeln.
Nein, fahnde einfach nur kurz nach den Stichworten und du wirst schon merken, was dich im Detail weiterhin interessiert.
Chigi hatte Pech mit den Alaungruben und konnte die Papstkronen als Schuldpfand nicht verwerten, weil der Pfandgeber der einzige Interessent war = wertlos
Die Fugger wurden vom Handelshaus zu Latifundistas (heute in Argentinien) und sanierten sich über den gepfändeten Silberbergbau
Der Suezkanal wurde finanziert über französische Spargroschen, deren Rendite anspruch durch Börsenpleiten vernichtet wurde, werden mußte, um einen wirtschaftlichen Start zu ermöglichen
Börsencrashs allgemein fußen nicht auf echten gebrauchswerten , sondern auf die Hoffnung für Begehrlichkeit mit begrenztem Zugang
(siehe die Bewertung von Facebook für den geplanten Börsengang mit KGV 500 = 500 Jahresgewinne machen den Kurs = Unsinn, denn dieser “Hoffnungswert” wird im Handelsverlauf abgeschmolzen und als Verlust an Zweit- und Drittkäufer weitergegeben >>siehe telekom<< = den wert gab es nie)
Und mit der Aufgabe der Golddeckung wurde ein relativ statischer Bezugswert für Geld aufgegeben und gänzlich auf spekulative Zukunftserwartungen abgestellt.
Die USA SIND pleite, wenn sie für mehrere Jahrzehnte ihre "erwarteten" Gesamteinnahmen schon verpfändet haben (wovon wollen sie in diesen jahrzehnten leben?) – trotzdem steigt der Kurs zum Euro… Und ohne Änderungen der Wirtschaftsdaten explodiert der Schweizer Franken nur weil Euro und Doller zweifelhaft sind – was die schweizer Wirtschaft belastet! Und so wird der Irrsinn sichtbar, denn wenn der wirtschaftliche Bezugspunkt bröckelt, kann doch der "Wert" nicht wirklich steigen…
z.B. drei Bierhumpen a) intakt b) angestoßen c) mit Riß und Sprung wenn ich a und b vernichte – ist dann c wirklich wertvoller? oder nur kostbarer, weil einzig?
Und "kapitalismus" zu bewerten…? da müßte man erst mal eine Arbeitsdefinition schaffen, da von 3 Leuten 15 verschiedene Sichten zusammenkommen, je nach Situativem Blickwinkel auf den Namen, der Ordnung, dem Bezugspunkt, wirtschaftlichen Statistiken, psychologischen Determinanten, als Abgrenzung oder politischen Zuneigungen, historischen Zusammenhängen… – meist wissen die leute selber nicht, wovon sie grad reden.
mir ist noch ein besseres Beispiel eingefallen:
eine Kantine hat 100 Essen zu je 2,50 im Angebot (Gesamtkapazität)
a) Bedarf von 90
alle drängeln sich, weil niemand die Reste will. bietet jemand 10 für einen der ersten Plätze in der Warteschlange
b) Bedarf von 120
- 20 gehen leer aus, aber die hundert haben insgesamt 375 meistbietend bezahlt (Lösung Kapitalismus)
- Einnahmen 300 für 120 80%ige Portionen (Lösung Kommunismus)
- Problem: Kapazitätsgrenzen
Lösung: Kapazität erweitern 2 x100 bei Auslastung von 60 Prozent mit Reserve also 120 Portionen für 4,15. Die Portionen werden fließend von 80 auf 100 % angepasst, Kapazitätsreserve nur zum Bruchteil genutzt
Die Unterschiede liegen im Bezugspunkt.
Bestandsverteilung oder Bedürfnisorientierung, Gewinn oder Nachhaltigkeit
Zunächst mal ist die Situation der USA immer noch etwas anders zu bewerten, denn sie haben u.a. eine eigene Währung, was man den Griechen jetzt auch gönnen würde (und eine immer noch deutlich niedrigere Verschuldung als jene). Die Dramatik, die dort jetzt gerade erzeugt wird, ist auch nur eine rein politische (“Tea-Party-Republikaner” vs. Obama). Aber selbst da wird eben kritisch hingeschaut:
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/usschulden106.html
Außerdem hast du als Anlass für deinen Beitrag Italien gewählt, und hier entstand die Aufregung eben nicht durch eine Abstufung der Rating-Agenturen, die ihre positivere Einschätzung hier im Gegenteil gerade nochmals betont haben, sondern durch Aktionen auf den Finanzmärkten. Schon allein dieses Beispiel sollte sämtlichen Verschwörungstheorien einen kräftigen Tritt in die bekannte voluminöse Stelle versetzen. Eher spricht das für meine Aussage: Die Rating-Agenturen hinken meist hinterher. Skepsis bei Anlegern kann man nicht dadurch verhindern, dass man jenen, die sie quasi offiziell verkünden, den Mund verbietet.
Richtig.
Klar, Abwertung fällt sowieso aus. Ich bezweifle aber, dass irgendein Mechanismus, selbst wenn man ihn installiert hätte, sich politisch halten würde. Das sah man an der Neuverschuldungsgrenze, über die sich damals Deutschland und Frankreich locker hinweggesetzt haben, und das sieht man jetzt, wo vor aller Augen weitere Teile des Maastricht-Vertrags einfach zerrissen werden, natürlich von wegen “alternativlos”.
Nochmal: Eine Eurokrise haben wir nicht. Die Währung selbst steht gar nicht zur Debatte. Zwar will uns die Politik das so verkaufen, weil es dann schicksalhafter klingt, aber wie du unter 1) schon bemerktest: Es ist eine Schuldenkrise. Die Ursachen hierfür sind übrigens vielfältig. Selbst in Griechenland tragen ja mehrere Faktoren dazu bei: aufgeblähte öffentliche Verwaltung, Rüstung, zu hoher Anstieg der Löhne und damit Verringerung der Wettbewerbsfähigkeit, Steuerhinterziehung in gewaltigem Ausmaß, Korruption – name it, you have it. Bei Irland liegt es darin, dass man den Banken nicht auf die Finger geschaut hat, und Portugal, Spanien und Italien liegen irgendwo dazwischen. All diesen Schuldenkrisen ist gemein, dass mehr konsumiert als erwirtschaftet wurde. Das ist das generelle Übel, und krisentechnisch gesehen ist es völlig wurscht, wo der Konsum denn hinging.
Aber werter Blogger-Kollege, das ist doch in allen anderen politischen Fragen ganz genau so. Es hilft aber weiter, wenn man erkennt, was durch das Weltbild getrieben ist und was nicht. So habe ich z.B. in der Analyse der Krisenursachen nur wenig Unterschiede unter den Experten feststellen können. Vielleicht bis auf die Tatsache, dass einige das eine in der falschen Richtung fahrende Fahrzeug als Geisterfahrer sehen, andere aber manchmal die vielen, die ihm entgegenkommen – was aber nichts daran ändert, dass die Situation im Grunde die gleiche ist.
Die Weltbilder zeigen sich meist in den Empfehlungen, wie man aus der Krise herauskommen könnte. Aber im Grunde gibt es keinen vernünftigen und kompetenten Menschen, der das, was die EU gerade macht, als sinnvoll erachtet. Das ist einfach nur der Versuch, Zeit zu gewinnen, weil sich die vielen Interessen in der EU nicht auf eine Linie bringen lassen. Und das bringt uns zum politischen Kern der Krise: Wir stehen vor der Frage, ob wir integrationstechnisch einen großen Schritt zurück oder einen großen Schritt nach vorne machen. Beides würde gewaltige politische und ökonomische Folgen haben, aber dass wir diese Entscheidung treffen müssen, war mit der Einführung des Euro programmiert. Die beiden Sichtweisen sind nun einmal nicht auf einen Nenner zu bringen. Sie stehen m.E. für politische Grundrichtungen: Auf der einen Seite stehen Liberale, auf der anderen Linke, und die Konservativen verteilen sich auf beide Seiten, allerdings jeweils aus anderen Gründen als die mit ihnen faktisch “Verbündeten”.
Wenn also ein Linker sagt, die Krise verlange einen großen Schritt hin zu mächtigeren gesamteuropäischen Institutionen, so lehne ich das zwar entschieden und m.E. auch mit guten Gründen ab, halte es jedoch für einen in seinem Weltbild konsistenten Schluss. Aber ein Durchwurschteln wie zur Zeit ist nur teuer und in keinem denkbaren Weltbild eine Lösung.
Dann bin ich wohl kein Mensch
Wenn ich etwas nicht verstehe, dann frage ich und halte ansonsten die Klappe. Wobei mit “Verstehen” natürlich immer nur der letzte Stand des Irrtums gemeint sein kann. Aber wir wollen nicht philosophisch werden…
Ich gebe RAYSON und den anderen Recht: Es ist eine Schuldenkrise.
Wer über seine Verhältnisse lebt, ist pleite – egal, welcher Währung er sich bedient.
Danach aber beginnt der Unterschied. Weil es dann doch auf die Währung zurückfällt.
Zumindest dann, wenn eine Währung innerhalb des Geltungsraumes sehr unterschiedlich wert ist.
Das klingt zwar unkundig irre, weil ja nicht das Geld schuld sein kann, wie sein Besitzer damit umgeht und auch klar ist, dass gleiche Produkte an verschiedenen Orten einen unterschiedlichen Preis haben.
Warum hat der EURO trotzdem im Mittelmeerraum einen geringeren Wert als z.B. in Deutschland? (siehe Risikozinsaufschlag) ???
Weil der Euro eben keinen gedeckten substantiellen Eigenwert hat, deshalb. Weil der Eurowert sich immer aktuell aus einem Leistungsversprechen für die Zukunft ergibt. Und weil es keinen austarierten einheitlichen Leistungsraum namens Euro gibt, unterscheiden Interessenten am Euro eben zwischen einem Leistungsraum Griechenland und dem Leistungsraum Deutschland!
(- immer auf die Zukunft bezogen, da dieses Tauschmittel “Euro” ja eine Park-und-Sparfunktion für den Leistungsabruf zu späterer Zeit am andern Ort bedeutet, sonst könnte man ja gleich den Leistungsaustausch vornehmen. -)
Und weil die Leistungserwartung im Euroraum so unterschiedlich ist – und bewußt KEIN harmonisierender Wertausgleich vollzogen wird – ist eben der Euro innerhalb des Euroraums ganz unterschiedlich etwas wert.
Kein Deutscher käme auf den Gedanken, identische Waren und Dienstleistungen in Griechenland für mehr als die Hälfte der deutschen Preise zu bewerten, auch wenn es sich um originäre, nach Griechenland exportierte deutsche Produkte handelte. Wäre des Deutschen Eurogeld nun in Griechenland mehr wert oder daheim unterbewertet?
Ich erinnere an den noch nicht verhallten Vorwurf, die deutsche Wirtschaft profitiere vom Dumping.
Und diese Dumpingmaßnahmen klingt aus deutschen Mündern rührselig nach Sparmaßnahmen, Verzicht und Effizienz und Leistungskraft, während verschwiegen wird, dass sie indirekt durch den Leistungsabzug andernorts wieder refinanziert wird.
Für Rockefeller warem mal Öllampen in China rein gar nichts wert, dass er sie gar verschenkte… seine wertvolle Innovation war das Lampenöl.
und Rayson: was sind SOZIAL-Ausgaben?
“sozial” scheint reduziert auf die Bedeutung der “Wohlstandsverteilung” und die Bedeutung des “miteinander” scheint verlustig.
Bewertete man dieses “miteinander” als Lebensqualität im Mittelmeerraum mit einem Preis, der ja im realen Leben sowohl erbracht wie auch abgerufen wird, wäre das Bruttosozialprodukt dort vielleicht sogar etwas höher als hier.
Warum fragst du mich das?
warum nur?
abe stimmt, nur stellvertretend, entschuldigung
Lebensqualität im Mittelmeerraum ist ja wohl mehr Sozialeinnahme als -ausgabe, oder?
Ach Rayson,
Sozialität hat nur ganz wenig mit Einnahmen und Ausgaben zu tun, es ist ein miteinander.
Jedwede Alimentierung wird erst dann zur Sozialität, wenn man nicht mehr nur zwangsweise die Kakerlaken im Keller füttert, aus den Vernunftgründen heraus, die Obergeschosse zu schützen durch Ablenkung, sondern tatsächlich auch mit einem Interesse FÜR jene Wesen. Dann gfeht es nicht um unbillig verschwendete Brosamen, sondern um ein gemeinsames Ziel.
Deshalb sind der übergroße Teil der Sozialausgaben tatsächlich keine Sozialität und tatsächlich Verschwendung, da man die Empfänger brüskiert, sie sind letztlich wurst, sie werden abgefüttert und ruhig gestellt – man will seine Ruhe vorm Gebarme haben, sich nichts nachsagen lassen und hat sich frei gekauft.
Drogen umsonst für die Süchtigen erspart die Therapie – ist billiger und stressfrei.
Da ich durch Abgaben die Ordnungshüter bezahle, geht mich Gewalt auf der Strasse nichts an.
Für jedwedes Problem gibt es teure Verantwortliche, da misch ich mich nicht ein.
Und wenn es zu teuer wird, hat eben alles seine Grenzen – mehr als jede 27. Untat zu klären, können wir uns nicht leisten, wird dann uneffektiv.
Der Mensch ist nun mal ein uneffektiver Störfaktor – man muß sich auf Wichtigeres konzentrieren…
Das ist die “Sozialität” des Schwarms.
War die Frage ganz stellvertretend doch bei dir richtig.
Und wem dieses Ningeln zu viel wird, noch eine erklärung:
Mir sind die Bedürftigen in Hamburg nur sehr abstrakt nahe.
Dafür interessiert mich schon, dass die ausbildung meiner Kinder auch in Hamburg was gilt.
Also empfinde ich es als Blödsinn, dass Bildungspolitik Ländersache ist, während der Sozialhilfesatz vom bund bestimmt wird. Das soziale Niveau wird nun mal in der konkreten Gemeinde bestimmt.
So ist das auch mit dem Euro-Raum. Entweder man haftet gemeinsam oder eben nicht. Beides hat Konsequenzen. Wer kauft schon, bevor man den Preis kennt?
Unsere Euro-Politiker.
Es freut mich wirklich, dass ich dir eine weitere Gelegenheit zum Schwadronieren geben konnte. Immer wieder gerne!
Gerne solltest du das nicht tun, wenn dieses gemeint ist:
(aus Wikipedia)
Schwadronieren wird heute meist in der Bedeutung „unnütz daherreden“ verwendet
Da könnte ein dunkler Schatten auf die eigenen stringenten Kommentierungen fallen…
@Rayson: Guck mal, mit welcher Schlagzeile, die ZEIT diese Woche aufmacht: http://farm7.static.flickr.com/6025/5939555489_d128662ae2.jpg
So falsch kann das Bild also irgendwie nicht gewesen sein.
Und Seite 22 endet der Artikel in dieser Zeit mit einer Frage: “Wenn Euro und Dollar ständig extrem schwanken, auf welcher Verrechnungsgrundlage soll man dann noch Geschäfte machen?”
Das ist eine direkte berührung mit meiner Behauptung, jedwedem Giralgeld/Papiergeld mangelt es an einem starken substantiellen Wert, der über Glauben un Vertrauen hinausgeht.
Obige Frage ist einfach zu beantworten: Die Verrechnungsgrundlage ist Goldpreis zum Vertragsabschluß.
Nur einmal, im 16/17. war der Goldpreis (bis zur Aufhebung der Golddeckung) instabil, als die verfügbare Goldmenge durch die spanischen Kolonien uferlos wurden und der Wert die wirtschaftliche Produktivität nicht mehr spiegelte.
Heute, bei vollzogener monetärer Globalisierung, ist die Bestandsmenge nahezu fix.
Schwankungen im Goldpreis geben nur den Wert der bezogenen Währung wieder, nicht eine Wertschwankung des Goldes. Bindet man also eine Währung an den Goldpreis kann jedes Geschäft in dieser währung jederzeit und jeden Orts abgewickelt werden, da die Währung zentral gegen Gold getauscht werden könnte. Eine Spekulation GEGEN diese Währung ware an den massenhaften Verkauf von Gold gebunden. Aber wer täte dies?
Jahr für Jahr werden in den Golddepots rein rechnerische Kursgewinne ausgeschüttet und verkonsumiert , als wenn es Ertrag durch Nichtstun gäbe (umgekehrt werden die Verluste dem steuerzahler aufgebrummt)- das wäre dann nicht mehr möglich.
Stützungskäufe wären ebenso unsinnig wie Währungsspekulationen.
Wachstum würde sich ausschließlich in sinkenden Preisen dokumentieren, da ja einer festen Goldmenge gewachsenes Volumen an Waren und Dienstleistungen entgegenstehen. “Leerverkäufe” wären allein ureigenes Risiko der Spekulanten… usw usw
Allerdings schwitzt Gold keinen Zins aus und verursacht Kosten für Wächter und Lagerung.
Das ist aber ein begrüßenswerter Zwang, Vermögen wirklich produktiv in den Leistungszyklus zu investieren, sich zu beteiligen, selber Risiken zu tragen und eben nicht per Haftungsausschluß Risiken gewinnträchtig zu verkaufen.
Aber es bräuchte keinen währungsschutz, bankenschutz, gläubiger- un schuldnerschutz und den größten Teil der Finanzfachleute bräuchte es auch nicht. es bräuchte nur das Vertrauen, dass keine ungedeckten Geldscheine gedruckt und gedruckt und gedruckt werden, egal ob auf Papier oder giral.
aber ich bin ja kein Fachmann, der auf die Meinungen dieser oder jener experten verweisen kann – ich denke selber. Und könnte jederzeit meine eigenen Gedanken erläutern… und wenn sie falsch sind, lerne ich sogar dabei.
Lernte ich fremde Gedanken, ohne sie erläutern zu können… ich wäre mir nur ein armer Wicht!
Nun ja. Lesen kann ich, verstehen aber längst nicht alles. Ich zieh mir das einfach mal an. Wie sagt Rayson immer so nett: Wem der Schuh passt…
Weil die ZEIT es bringt? Na ja…
Du bist eben ein doller Hecht! Hatte ich das schon gesagt?
Rayson,
Manchmal bist du echt überheblich. Aber das weißt du ja.
Horst Schulte,
Jou.
Rayson?
kommt da zur Überheblichkeit auch noch Eitelkeit?
wozu noch kommentieren, wenn nicht, um Bewunderung zu heischen?
du weißt es eben… da braucht es den Vergleich zu anderen nicht.. (wie Jan es mal feststellte)
Wie wäre es mit Selbstbewußtsein? eben dem Bewußtsein, noch etwas lernen zu können? Oder weißt du auch das, das eben nicht zu können?
Bist du dir gar dieser arme Wicht? Mehr Mut, mein Freund!
franz wanner,
Natürlich kann ich von anderen noch viel lernen. Sogar in diesem Kommentarthread. Selbstgerechtigkeit zum Beispiel.
Nun kommt. Seid nett zueinander. Das Leben ist hart genug.