Schon interessant, wofür sich die deutsche Blogszene interessiert. Die Hungersnot in Afrika findet auf der Rivva – Startseite von heute nicht statt und das Morden in Norwegen ganz weit hinten.
Da kann ich Sebastian Klein (16) vom Junge-Zeiten-Team Kölner Stadt-Anzeiger ja eigentlich nur beipflichten. Leider ist der Beitrag -wieder mal- in der heutigen Online-Ausgabe des KStA nicht erschienen. Daher kann ich auch keinen Link auf seinen Kommentar setzen.
Er hatte moniert, dass bei Facebook und anderswo der Tod von Amy Winehouse im Mittelpunkt steht, das Sterben in Afrika und die Attentate in Norwegen aber nur von untergeordneter Bedeutung wäre.
2004 hab ich mir gedacht, ich versuche es auch mal mit dem Bloggen. Ziemlich schnell hat sich daraus ein richtiges Hobby mit einigem Engagement entwickelt. Die Themen, die mich besonders interessieren, sind Politik, Gesellschaft, Medien und Musik.
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen. Über deine Kommentare freue ich mich sehr!
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Ganz ehrlich? Ich will solche Meldungen wie aus Afrika, aus Norwegen oder den Tod von Amy nicht mehr lesen. Auch schreibe ich ganz bewusst nicht über diese Art von News. Da werde ich depressiv und verliere den Glauben an die Menschheit.
Verstehe ich. Ich habe sogar schon überlegt, ob ich nicht meine Zeitungsabos kündige. Aber dann dürfte ich meinen Reader inhaltlich auch umstellen müssen. Überall nur schlechte Nachrichten.
Einerseits könnte man den Bloggern aufgrund dieses Berichtverhaltens mangelnde Solidarität vorwerfen, doch durch das Weidergeben schlechter Nachrichten verbessert sich weder die eigene Laune (wie schon Luigi schrieb), noch werden dadurch die Ursachen der Ereignisse verringert.
Darüber hinaus wäre es mitunter sinnvoll, wenn Nachrichten über positive gesellschaftliche Veränderungen einen höheren Stellenwert hätten, denn so erhält der Leser das Bewusstsein, dass sich auch noch etwas sozial etwas verbessert. Damit bestände Hoffnung auf eine Welt mit nachlassendem Terrorismus.
Das Medienmagazin “Journalist” beschäftigt sich im Augustheft vornehmlich mit Gewissensfragen und Moral. Dabei geht eben auch um Inhalte und Meldungen. Bla bla bla..
Da wird auch Medienwissenschaftler Norbert Bolz zitiert: “Argumente haben keine Chance mehr. Man reagiert nur noch mit Gefühlen. Wir sind mittlerweile maximal entfernt von Aufklärung.” (S. 18)
Nun ja, Gefühle sind ja nichts Schlechtes an sich. Trotzdem verwette ich meine Schreibfinger dafür, befragte man nach Sinn und Zweck und Absicht von Medien, kämen höchst rationale und aufklärerische Medienfunktionen auf den Sockel.
Natürlich würde kein Mensch laut sagen, dass Informationen und Gefühle eigentlich völlig wurscht sind, solange man straffrei maximale Aufmerksamkeit als Basis für maximalen Gewinn bekäme…
Auch dazu ein Zitat (Ines Pohl, s. 20): “Wir stehen alle unter einem enormen Druck, die Aufmerksamkeit, die Zeit unserer Leser zu bekommen.”
“Womit” ist da eigentlich egal, oder?