Ja, wie traurig

August 4, 2011 16 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 199 x aufgerufen.
Beitrag versenden | Beitrag drucken
Ja, wie traurig

Wenn Anwälte darüber Krokodilstränen vergießen, dass Blogs wegen irgendwelcher “Rechtsverstöße” geschlossen werden, dreht sich mir der Magen rum. Schließlich sind sie es, die von der Anwendung nicht mehr zeitgemäßer Gesetze profitieren. Man muss nur die Zusammensetzung unserer Parlamente nach Berufsgruppen kennen, dann wird der Zusammenhang deutlich!

Aber lassen wir das. Wenn ich dazu mehr schreiben würde, hätte ich mich gleich wieder in Gefahr gebracht. Und nach meinen teuren Erfahrungen mit diesem Thema muss ich das “Glück” ja nicht herausfordern.

Ihr sehts. Ich habe den Querblog zugemacht. Meine Accounts bei Tumblr- und Posterous gleich mit. Ich beschränke mich ab jetzt auf ??? Keine Ahnung. Weiß ich noch nicht. Aber so hat das eigentlich alles keinen Sinn mehr.

Ich ärgere mich über meine Einfalt. Da führe ich seit 2004 einen Blog, krieg mehrere Abmahnungen und mach trotzdem weiter. Ja, ich baue das sogar noch aus und setze mich (bei Tumblr und Posterous allein schon durchs “Weiterbloggen”) einem unkalkulierbaren Risiko aus. Nee, das brauch ich nicht mehr.

 

Das könnte dich ebenfalls interessieren:

16 Kommentare

  1. Andreas 4. August 2011 at 18:54 - Antworten

    Ich finde das sehr, sehr schade. Noch dazu Du ja im Querblog eigentlich gar keine Zitate hattest. Und wenn dann waren es Zitate aus Printmedien oder anderen Seiten, die Du kommentiert hast. Und das ist durch das Zitatrecht abgedeckt.

    Du hast allerdings Recht, wenn Du auf fremde Bilder und das Einbinden von Filmchen etc. verzichtest. Das mache ich bei mir auch nicht.

    Ich war erst einmal bei einem Anwalt wegen meiner Seite, als jemand mich der Verleumdung und Geschäftschädigung bezichtigte. Da hatte ich meine Seiten auch ganz kurz vom Netz. Allerdings wurde mir sehr schnell vom Anwalt erklärt, dass meine Formulierung vielleicht sehr flapsig sei, aber wenn sie vom bereinigten Sachinhalt her den Tatsachen entspricht, nicht zu beanstanden sei. Bei der Sache ist dann auch nichts mehr gekommen. Seitdem mäßige ich allerdings meinen Ton.

    Was ich gemacht habe ist, sämtliche Szenenbilder aus meiner Filmseite zu entfernen. Denn da kann ich beim besten Willen als Privatmensch mit begrenzter Zeit nicht mehr kontrollieren, wie die Rechtelage je einzelnem Bild gerade ist. Die Medienindustrie beraubt sich da einer riesigen kostenlosen Werbemaschine … aber sie wird schon wissen, was sie tut.

    Kurz: ich habe bei den Artikeln im Querblog – seit ich dort mitlese – nichts gesehen, was mir grenzwertig vorgekommen wäre. Bloß die eingebundenen Videos hätte ich so nicht veröffentlicht.

    Also nochmal: Sehr schade, dass Du Schluss gemacht hast. Hoffentlich überlegst Du es Dir noch einmal!

  2. blogZicke 5. August 2011 at 05:54 - Antworten

    Du hättest die Domain doch weiter nutzen können – einfach die Datenbank leeren ….

  3. franz wanner 5. August 2011 at 07:49 - Antworten

    Mir tut das auch leid.

    aber der Frust zielt eigentlich tiefer. Und das Absurde wird überdeutlich.
    Zwei Sachen mindestens:
    - Rechte sind auf “Geldwerte” eingedampft. Kann man sich Rechte leisten oder nicht? Dabei geht es nicht um Urheberrechte an sich, sondern um die Geldmacht für das Recht der Verwertung. Die Verwertung wird immer lukrativer, je bekannter etwas ist.
    Manchmal frage ich mich, wieviel Geld ich wem wohl allein durch meine Gedanken in meinem Kopf schulde, denn mir ist bewußt, alle, wirklich alle meine Gedanken, so originär sie mir selber scheinen mögen, fußen auf Gehörtes, Gelesenes, MIT anderen Erlebtes und ist in Bruch- und Versatzstücken schon von Millionen anderer gedacht und gesagt worden…
    Und denken darf ich ja? Nur sagen nix? Jedenfalls nicht zu anderen? Nicht laut?
    Und daraus wird 2.
    - Sozialität wird zur geltwerten Ware. Ob zwei Leute auf der Agora stehen und sich unterhalten oder dies über große Distanzen per Internet machen…. Wenn jemand sich ein Plakat umhängt und über den Markt läuft oder per Blog seine Haltung kundtut – das sind nicht nur genehmigungspflichtige Demonstrationen sondern auch urheberrechtliche Verstöße? Zumindest wenn dies mit sozialer Attitüde erfolgt? Weil jemand Markenklamotten trägt, volkstypische Trachten, mit einer zitierten kulturellen Vergangenheit?

    Nein natürlich nicht. Nur wird immer und überall eine tatsächliche oder unterstellte Absicht zum Gelderwerb angenommen. Und darüber wacht das fiskalische Auge. Eine “Bereicherung” mittels fremden Gutes ist Diebstahl. gutnachbarliche Beziehungen sparen die Kosten gerichtlicher Auseinandersetzung und sind schon fast wieder als Bereicherungsabsicht durch Kostenvermeidung zu sehen…

    Ich wollte nur die Absurdität zeigen, wenn einerseits Leute dafür bezahlt werden, dass sie etwas bekannt machen und andererseits andere genau dafür zur Kasse gebeten werden.
    Hier werden Gedanken versklavt und in Ketten gelegt – durch Geld.

    Ich sehe durchaus einen Unterschied, ob ich jemandem ein Lied vorsinge oder dem einen körperlichen Datenträger übergebe. Seit aber die reale Welt zur wirklichen und imaginierten Welt geworden ist, gibt es da wohl keinen Unterschied mehr. Wer teilnimmt haftet.

  4. dauni 5. August 2011 at 19:39 - Antworten

    Das kann alles nicht wahr sein. :-( So langsam vergeht einem wirklich die Lust am Bloggen.

  5. Coca 6. August 2011 at 19:22 - Antworten

    Finde es echt schade, dass du dein Blog aufgegeben hast. :( Fand dein Blog toll – es war anders, hat mich thematisch wirklich interessiert und dein Blog sah auch vom Design her immer top aus. Deine Entscheidung muss und sollte man trotzdem respektieren und deine Gründe hast du ja dafür. Trotzdem – vielleicht überlegst du es dir ja irgendwann nochmal anders (hoffentlich).

  6. Österreicher 8. August 2011 at 05:41 - Antworten

    Ja, sehr schade. Ich war regelmässiger Besucher und hab Deine Artikel vor allem wegen den kritischen Texten gerne gelesen. Vielleicht gibt es ja mal ein “Comeback”? Sag niemals nie. ;-)

  7. franz wanner 8. August 2011 at 07:37 - Antworten

    Tja, der Verzicht aus Selbstschutzgründen… zumindest habe ich das so verstanden.
    Auch eine “Freiheit”. Aber damit kenne ich mich ja nicht aus, wie ich eingestanden hatte…
    Eine Verhaltensdisziplinierung mittels pekuniären Fussfesseln.
    Da hört eben der Spass auf und die Sinnfrage stellt sich. Und ich behaupte mal, als areligiöser Mensch, nach den allgemeinen Grundlagen besteht der “Sinn” im Spass, den man dem Leben abtrotzen kann.

  8. Tom 8. August 2011 at 12:13 - Antworten

    Hallo, das finde ich aber auch sehr schade. War zwar erst seit kurzem dabei, mir haben Deine Texte aber auch sehr gut gefallen. Vielleicht denkt Du ja doch noch einmal darüber nach….

  9. russisch lernen 9. August 2011 at 08:17 - Antworten

    Das ist ja mal wieder typisch. So kann man auch die freie Meinungsäußerung zensieren. Traurig, traurig. Aber wundern tut mich das in Deutschland nicht wirklich, da die Entwicklung schon immer in diese Richtung war. Artikel 5 Grundgesetz kann man dadurch natürlich wunderbar aushebeln.

  10. Horst Schulte 10. August 2011 at 21:25 - Antworten

    Ich muss mich entschuldigen. Komme einfach nicht vom Bloggen los. Dafür passiert einfach zu viel. Wenn ich gar nix mehr schreiben würde, würde ich platzen. Und das wäre eine Riesensauerei. Das möchte ja auch keiner. Ich hoffe, ihr entschuldigt mich.

  11. Andreas 10. August 2011 at 22:56 - Antworten

    Darf ich sagen, dass ich damit gerechnet habe? ;-)
    Aber es freut mich, ehrlich.
    Allerdings hast Du mir mindestens 45 Minuten schlafloses rumwälzen im Bett beschert, weil ich im Kopf meinen Blog durchgegangen bin, was ich da wohl alles verbrochen haben könnte :-)

  12. blogZicke 11. August 2011 at 07:36 - Antworten

    du bist einfach zu spontan …. und das noch in deinem Alter ;-)

  13. Horst Schulte 11. August 2011 at 09:29 - Antworten

    @Andreas + @blogZicke – Die machen einen ja irgendwie kirre mit den Meldungen über Abmahnungen. Bestimmt habe ich hier im Blog auch ein Zitat von Heinz Erhardt. Gerade ihn mochte ich immer und höre auch heute seine Verse sehr gern. Von den Fotos mal ganz abgesehen. Aber das weiß man ja inzwischen. Allerdings sehen viele Blogger/innen die Gefahren nicht. Wohl auch deshalb, weil sie bisher halt Glück hatten.

    Das mit der Spontanität nehme ich mal als Kompliment, liebe Susanne. :-) Wenn ich nochmal so einen Anfall bekomme, werde ich einfach ein paar Tage den Blog nicht mehr angucken. Vielleicht hilft das ja auch schon.

  14. Andreas 11. August 2011 at 13:18 - Antworten

    Man darf – noch – seine Meinung öffentlich schreiben. Bei dem was etliche Politiker täglich verlautbaren habe ich viel eher Bedenken, als in den meisten Blogs. Und die Urheberrechtsverstöße, nun, schreib’ einfach nur eigene Texte ;-)

  15. dauni 2. September 2011 at 20:25 - Antworten

    Schön, dass du wieder da bist :-)

Dein Kommentar