3 % – 1 % = 2 % – Diese Rechnung hat Herr Lindner nicht aufgemacht

August 10, 2011 1 Kommentar » | Dieser Artikel wurde 53 x aufgerufen.
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So wird das Ergebnis der FDP bald sein. Hoffentlich kommt es noch schlimmer! Bestimmt hatte Lindner gerade schlechtes Wetter im Urlaub und dementsprechend viel Langeweile. Sonst kann ich mir nicht erklären, wieso sich der Mann ausgerechnet in dieser ruhigen Zeit diesem Thema widmet. “Politisch unklug” wäre eine freundliche Umschreibung seines Fauxpas. Aber gut, bei seiner Klientel könnte das sogar Punkte bringen, und bei 3 % darf man nicht wählerisch sein. Trotzdem werden das wohl auch Parteifreunde Lindners Vorstoß für ziemlich blöd halten. Aber zugeben werden sie das freilich nie.

Wird jemand in Deutschland mit Ende 50 arbeitslos, wird der sich wohl kaum auf die faule Haut legen. Er (sie) gehört nämlich zu einer Generation, die im Normalfall eine ordentliche Erwerbsbiografie vorzuweisen hat. Er hat demnach was zu verlieren. Und damit sind nicht nur finanzielle Aspekte gemeint.

Dieser Unglückliche darf gewiss sein, dass all seine Anstrengungen, noch einen neuen Job zu finden, vergebens sein werden.

Ich selbst stand vor der Situation vor etwas mehr als 4 Jahren und hatte unendlich viel Glück. An meiner Qualifikation lag es nicht, dass ich keine Chance mehr bekam. Es lag vielleicht eher daran, dass ich zu teuer war – das Los älterer Arbeitnehmer. Sie sind weniger dynamisch, schwerer zu führen und, was man leider unumwunden zugeben muss, nicht mehr so leistungsfähig, wie junge Leute.

Aber die Lüge vom Fachkräftemangel, die die Industrie propagiert, damit sie weiterhin billige Arbeitnehmer (aus anderen Ländern) bekommt, wurde längst aufgedeckt. Leider spielen die Regierungsparteien aber die gleiche Klaviatur wie ihre “Ratgeber” aus dem Arbeitgeberlager. Sie belügen und betrügen die Bevölkerung!

Normale Menschen wünschen sich eine gute Arbeit (die möglichst Spaß macht – das traut man sich ja heute schon gar nicht mehr zu erwähnen) und von der man leben kann. Es muss nicht üppig sein, aber den Aufstocker bei der  ARGE zu geben, würde man sich schon gern ersparen.

Solche Überlegungen spielen in der Rechnung, die die FDP aufmacht, keine Rolle. Lindner erkennt vermutlich, wohin der Weg seiner Partei führen wird und sieht sein Heil darin, seiner Klientel Zucker zu geben.

Für diese und Teile der (sozialdemokratisierten?) CDU gilt immer noch die Maxime: Sozial ist, was Arbeit schafft. Dass die Realeinkommen in den vergangenen 10 Jahren, nicht zuletzt durch die phänomenalen Arbeitsmarktreformen eines Gerhard Schröder (SPD) gesunken sind und die Gewinne der Großkonzerne im Gegensatz hierzu fulminant gesteigert wurden, dämmert zwar inzwischen auch so manchem Konservativen. Aber diese Entwicklung lässt sich nicht so schnell korrigieren. Die leeren Staatskassen aufgrund der schweren Schuldenkrise versprechen natürlich nichts Gutes. Aber die Verhältnisse sind wohl auch völlig andere, als jemals zuvor. Ein entfesselter Kapitalismus hat sich breit gemacht. Die Gesellschaft wurde nach rein ökonomischen Gesichtspunkten neu “geordnet”.  Das war nur möglich, weil die Politik das Primat des Handeln abgetreten hat.

Die Akteure in den Finanzmärkte machen das mit unseren Gesellschaften, was ihnen beliebt. Die Politiker haben wir als die Schuldigen ausgemacht. Sie sehen dabei zu, wie unsere alte Weltordnung verbrannt wird. Es gibt keine politischen Alternativen, keine Visionen, die die Menschen irgendwie überzeugen würden.

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Ein Kommentar

  1. franz wanner 11. August 2011 at 13:14 - Antworten

    worum geht es? Problem oder Profilierung? Soll etwa gespart werden?

    WOZU eigentlich gibt es diese Unterstützung?
    pssst! Erst nachdenken. Diese so scheinbar längst beantwortete Frage, wäre heute gar nicht so ganz leicht zu beantworten. Versuchte man dies, würden ganz andere Sparpotentiale offensichtlich werden.

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