Wird Cameron soziale Netzwerke sperren lassen?

August 11, 2011 9 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 127 x aufgerufen.
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Über die Vorgänge in Großbritannien ist viel berichtet worden. In der deutschen Blogsphäre weniger. Die interessiert sich (mein Thema!) erst dann dafür, wenn der britische Premier droht, die sozialen Netzwerke sperren zu lassen.

Da hört aber der Spaß ganz schnell auf. Das Internet wird nicht angerührt. Das ist so lächerlich.

Andererseits: Vielleicht muss man Politikern wie Cameron nicht unbedingt vorwerfen, dass sie vom Internet keine Ahnung haben. Aber diese Leute mit ihrer hohen Verantwortung sollten doch Mitarbeiter haben, die ihnen mal erklären, dass es keine gute Idee ist, die Instrumente zu blockieren oder auch nur schlecht zu machen, die heute ganz selbstverständlich von Menschen genutzt werden.

Es gab immer schon Werkzeuge, die sich Menschen zu eigen gemacht haben und die in wie auch immer gearteten Auseinandersetzungen eingesetzt wurden. Und ich meine damit keine Waffen!

Heute sind es die Social Networks oder -wie in England- geschlossene Chatsysteme (Backberry). Komisch, dass in unserer hochtechnisierten Welt Politiker noch immer wieder auf solch krude Ideen kommen.

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9 Kommentare

  1. Marc 11. August 2011 at 23:42 - Antworten

    Hey, ich habe zum Thema gebloggt ;-)

    Awa, der will sperren? Hatte ich noch gar nicht gehört!
    Mit [Ironie Tags] könnte ich jetzt sagen, der kennt und sperrt bestimmt nur Facebook – ich bin zum Glück bei Google+
    Ok, Spass beiseite… Früher oder später werden alle Mächtigen das Internet sperren, zensieren. Sie haben Angst, denn sie haben etwas nicht unter Kontrolle.
    Es wird schleichend passieren, kaum einer wird es mitbekommen. Aber lange dauert es nicht mir, da bin ich mir sicher.
    Ist nur die Frage, ob wir dann an einem Morgen auch auf die Strasse gehen.

  2. Horst Schulte 11. August 2011 at 23:50 - Antworten

    So wie es läuft, werden die Politiker das nicht tun. Das nämlich würde -jedenfalls hier in Deutschland- weitaus mehr Leute mobilisieren als soziale Unruhen in einem anderen Land oder die Katastrophe in Afrika.

  3. Sven 12. August 2011 at 09:00 - Antworten

    Ich bin mir nicht sicher was das Sperren einzelner Netzwerke bringen soll. Notfalls weicht man auf ein anderes Medium um, es gibt ja genügend, oder will er alle Kommunikationskanäle sperren? Nur dann würde es eventuell etwas bringen, wobei dann wohl eine andere Gruppe auf die Straße gehen wird.

  4. blogZicke 12. August 2011 at 09:37 - Antworten

    soziale Unruhen in Deutschland? Kommt sicherlich aufs Thema an ;-) , aber ich denke eher nicht.

  5. Horst Schulte 12. August 2011 at 10:01 - Antworten

    Die Sperren werden nichts bringen. Aber wenn den Politikern doch nichts anderes einfällt? ;-) Er sprach von “den sozialen Netzwerken”, die die Gewalt verursacht hätten. In doppelter Hinsicht falsch. Verursacht wird die Gewalt immer noch von Menschen. Die nutzen Kommunikationskanäle (geschlossene Chats mit Blackberry) und das könnte man natürlich zumindest versuchsweise unterbinden. Besser wäre, wenn sich die Politiker um die Ursachen kümmern würden. Das wäre sehr viel komplexer und würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Und es würde viel Geld kosten. An dieser Stelle schließt sich dann der Kreis und die Denkblockade setzt sein.

  6. franz wanner 12. August 2011 at 10:03 - Antworten

    Bleiben die Unruhen selber…
    Die können natürlich nirgendwo anders so auftreten, sagen die Fachleute, obwohl keiner sagen kann, warum die entstanden…

    Man muß eben nur darauf achten, die Kriminellen nicht mit falschen Mitteln zu bekämpfen? Das “nicht” ist allemal einfacher zu debattieren, als “richtige” Vorschläge zu machen. Erinnert an die “EHEC-Gurken”…

  7. franz wanner 12. August 2011 at 10:21 - Antworten

    Wenn die geschätzten 200 Mio. Schaden über die Versicherungspolicen wieder sozialisiert werden, merkt das ja keiner und somit noch lange kein Argument, 100 Mio. in Schadensvorbeugung zu investieren, es sei denn es geht um Schutzzäune, Wasserwerfer, Überwachungsmaßnahmen und Repressivmaßnahmen.

    Klar sind das ganz konkret Kriminelle. Obwohl? Gab es nicht auch die gestrauchelten Gutbürger, die bei der günstigen Plünderungsgelegenheit nicht widerstehen konnten? Die sind jatzt natürlich reumütig.

    Seien wir doch ehrlich, die legale Chance dieser Täter bestand doch darin, mit jahrzehntelangem Selbstverzicht und Extrembemühungen sich aus der Kaste “ausgegrenzt und verachtet” zu “geduldet und mißachtet” hoch zu arbeiten.
    würde das jemanden motivieren? Scheitern nie ausgeschlossen!
    Fleiß und Bemühen haben nie gezählt, auch Steigerungen nicht, Beachtung findet nur das Extremergebnis des Siegers.
    Wie beim Sport. Es zählt der siegende Profi, egal wie ungesund (und unnütz) sein tund ist.

  8. Horst Schulte 12. August 2011 at 11:22 - Antworten

    @Franz: Wir gehen mit unserer bürgerlichen Sichtweise an diese Themen heran. Das ist ja normal, aber es erklärt auch, dass wir vielleicht den Ursachen nicht wirklich näher kommen. Sie sind vielschichtig. Wenn wir richtig informiert sind, waren die Randalierer vorwiegend junge Leute mit Migrationshintergrund.

    Die Begründung für die Unruhen waren, ähnlich wie seinerzeit in Frankreich, soziale Ausgrenzung, fehlende Perspektiven – also aufgestauter Frust. Es gibt ultrakonservative Kreise, die diese Sicht als ideologisch motiviert brandmarken. Manche betrachten die Vorgänge sogar als Fanal für die Islamisierung Europas. Vermutlich deshalb, weil unter den Randalierern der eine oder andere Muslime befand. Andere sehen sich bestätigt darin, dass Sozialtransfers die Leute daran gehindert haben, sich selbst zu bemühen und aktiv in die Gesellschaft zu integrieren.

    Vielleicht stimmt ja von allem ein bisschen.

    Aber es bringt uns nicht weiter, wenn solche Annahmen ganz oder teilweise zutreffen? Das einfachste ist, wir geben der Gesellschaft allgemein und insbesondere der Politik die Schuld an der Entwicklung. Dass sich die Welt seit der Globalisierung dramatisch verändert hat und dass deshalb Arbeitsplätze für Ungelernte in Europa immer mehr verschwinden und dass nur eine gute Ausbildung etwas davor schützen kann, dass Menschen dauerhaft ohne Beschäftigung bleiben, ist lange bekannt. Bildung ist das Stichwort. Die kostet Geld und auch dabei wird eigene Initiative gebraucht. Natürlich sehen wir Ähnliches auch in Deutschland.

    Es wird irre viel Geld dafür eingesetzt, die Währung zu stützen bzw. letztlich die Banken. Für Bildung nicht dann die erforderlichen Mittel nicht mehr vorhanden. Das verstärkt die Probleme immer weiter.

  9. franz wanner 12. August 2011 at 12:18 - Antworten

    @Horst so ist es!
    Aber das hinzunehmen ist irgendwie Resignation. Milde ausgedrückt.
    Weil uns nichts “besseres” einfällt, muß man doch nicht weiter machen, was sich nicht bewährt hat.
    Wenn “einem” aber keine Alternative einfällt, kann der “andere” fragen…

    Das ist der eigentliche Sinn der Auseinandersetzung. Niemandem fallen ad hoc die richtigen “Lösungen” ein. Das Sammeln von Lösungsmöglichkeiten? Nö. Besser über das Problem reden. Entweder liegt da die richtige Lösung drin oder man braucht keine, wenn das Problem beseitigt wird.

    Soll sich GB wirklich von Frankreich beraten lassen? Gewalt kanalisieren? Motto: dem gegener eins in die Fresse! Frankreich hat um die eigenen Ghettos stacheldraht gezogen und am Eingang Panzerfahrzeuge aufgestellt. Übereinkunft: Ihr könnt darinnen machen, was ihr wollt. Als Gegenleistung bleibt ihr drin! Kommt ein Polyp rein, ist der Freiwild.

    Siehe die Währungskrise. Die läuft doch nach dem Motto: Wenn im Winter das Brot knapp ist, feiern wir ein Fest mit verbackenen Saatgut. Bis Frühjahr fällt uns schon noch was ein…

    Nur weil uns Fachleute erzählen, wie kompliziert die Materie ist, sollten wir nicht auf eigene Gedanken verzichten!

    Ich sag es mal im Hinblick auf Kirchner`s neues Steuermodell: Alle finden das toll, ziehen den Hut und verbeugen sich. Gleichzeitig gibt es für dieses Modell definitiv keine Zukunft.
    Warum nicht? Weil es keinen Kippschalter gibt und die eigentlich Schwierigkeit darin besteht, den Prozeß des Übergangs von A nach B zu gestalten.
    Hat der nicht mitgeliefert? Also in die Tonne damit.

    Ich aber sage mir, wenn da ein lohnenswertes Ideal vorliegt, kann ich das als Ziel nehmen und mich bei allen Umwegen am Ziel orientieren. Ich muß das aber zum Ziel auch erklären und nicht als Ideal abtun.
    Und ich verlange vom aktuellen Politiker, dass er selber die Mühe auf sich nimmt, am Übergang zu arbeiten und nicht das dem externen Ideengeber abverlangt. So wird ein Schuh draus: WAS gibt der Bürger vor, WIE gestaltet der Beamte. (Und ist rechenschaftspflichtig) ES GEHT NICHT sagt der Politiker und der Bürger verzichtet auf Ziele und Ideale?

    Stimmt, so ist das heute. Ist das die bürgerliche Sichtweise? Die Bewunderung des Adels?

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