Das ist doch nun wirklich pures Gutmenschengequatsche!

August 31, 2011 2 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 113 x aufgerufen.
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Das ist doch nun wirklich pures Gutmenschengequatsche!

Wolfgang Niedecken, seines Zeichens BAP-Chef, schrieb heute im Kölner Stadt-Anzeiger einen Gastbeitrag mit dem Titel: “Erst denken, dann kaufen”.

Anlass des Artikels ist die am Wochenende (vom 3. bis 5. September) in Bonn stattfindende UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung. Was Nideggen zu sagen hat interessiert mich als großen BAP-Fan natürlich.

Sein Artikel hat mich enttäuscht. Wie kommt Niedecken bloß darauf, es wäre notwendig, die Menschen wieder einmal auf den simplen Zusammenhang zwischen dem Elend von Millionen von Menschen und unserem Konsumverhalten hinzuweisen? Das wissen doch alle längst.

Außerdem verschweigt Niedecken ein wichtiges Detail. Das könnte man ihm andererseits aber auch positiv anrechnen. Schließlich passt ein Vergleich von ausgebeuteten Menschen mit der Zerstörung des Lebensraumes von Gorillas nicht zusammen. Das wäre politisch unkorrekt. Außerdem kümmern sich um die Gorillas ja schon andere Prominente.

Niedecken appelliert an uns, nicht jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen. Ob das wirklich so viele tun, dass sich ein solcher Appell lohnt? Wen interessiert so was schon, wenn der Kauf unserem Selbstwertgefühl doch so gut tut oder diese Euphorie in uns aufsteigt, wenn wir (demnächst) zu stolzen Besitzern des iPhone 5 oder Android-Smartphone verbunden ist?

Nein, Niedecken hätte sich besser auf die harsche Kritik der Firmen beschränken sollen, die diese Welt mit ihrem egoistischen Streben nach Gewinn so verdorben haben.

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2 Kommentare

  1. Susann 31. August 2011 at 14:43 - Antworten

    Immerhin erreicht ein solcher Beitrag eines: Er ist nicht falsch! Wertlos, aber wenigstens schwer dagegen zu argumentieren, ohne in die Spalte abzurutschen, wo man als Antwort dann nur ein Wedeln mit dem Finger erhält und dann zu den pösen Menschen zählt.

  2. Horst 1. September 2011 at 13:32 - Antworten

    So ist das, wenn ich versuche, ironisch zu sein. Ich weiß natürlich, dass viele Niedeckens Appell als “Gutmenschengequatsche” abtun. Es wird immer einfacher, Missstände zu beklagen (z.B. im Internet). Scheinbar nehmen diese gleichzeitig aber immer mehr zu. Oder wir nehmen das nur so wahr, weil Aufrufe dieser Art inzwischen so häufig sind?

    Was können wir schon tun, um Einfluss zu nehmen? Es bleibt neben dem eigenen Vorbild ja nur der Weg, darüber zu reden und zu schreiben. Wenn das dann als Gutmenschentum diskreditiert wird macht es die eigentlichen Probleme nur noch schlimmer.

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