Ein bisschen witzig finde ich es schon, dass so viele Leute permanent auf dem “Spiegel” herumhacken. Für die einen ist es das “ehemalige Nachrichtenmagazin” und die anderen machen sich einen Spaß daraus, einzelne Artikel in ihre Bestandteile zu zerlegen. Spöttische Kommentare und nicht zuletzt Besserwisserei stehen dort im Mittelpunkt.
Irgendwie nehmen ja wohl die meisten deutschsprachigen Blogs Bezug auf eben diese Quelle. Kann es unter dieser Voraussetzung wirklich zutreffen, dass die Damen und Herren so schlechte Qualität abliefern?













Inwiefern kommst du darauf, dass der Spiegel nicht mehr als Qualitätsmedium angesehen wird? Ich finde, dass die Hamburger da doch deutlich über vielen anderen “qualitativ hochwertigen” Zeitungen und Zeitschriften liegen.
Spiegel Online ist deutlich schlimmer als Spiegel Totbaum aber das Niveau des Hauses insgesamt hat sich seit Augsteins Zeiten fürchterlich entwickelt. Das war mal das “Sturmgeschütz der Demokratie”, heute fahren Blatt und Onlineableger Kampagnen auf BILD-Niveau mit genauso tendenziösen und allzuoft unkritischen Berichten.
Weil etwas viel gelesen wird, muss es noch lange nicht viel taugen. Zum Beispiel halten manche Menschen die Bildzeitung nicht automatisch für ein qualitativ hochwertiges jouralistisches Erzeugnis, obwohl wahrscheinlich keine deutsche Zeitung so viel gelesen wird.
Dass viele Blogger auf Spiegel Online verlinken hat verschiedene Gründe. SPON schreibt viel und zu allem, es ist das meistgelesenste Nachrichtenmagazin und irgendwo muss man seine Quellen eben haben. Die meisten anderen Onlinemedien sind keinen Deut besser, da ist es im Grunde egal, worauf man verlinkt, wenn man auf bestimmte Allerweltsnachrichten hinweisen möchte. Und weil SPON eben den größten Bekanntheitsgrad hat, ist es entsprechend oft ein Linkziel, ganz einfach.
@Jan: Es gibt Leute, die das finden. Natürlich muss das jeder für sich entscheiden. Allerdings sind zum einen die Online-Versionen traditioneller Zeitungen wohl häufiger nicht auf dem gleichen Niveau, wie es die Blätter waren oder sind. Zum anderen ist es allerdings auch modern geworden —durch das Internet vielleicht— die oft verächtlich “Qualitätsmedien” niederzuschreiben.
Ich für meinen Teil lese nicht die Bild-Zeitung. Sie passt mir inhaltlich nicht. Ich verlinke meinerseits auch so gut wie nie auf irgendwelche Artikel in der Online-Version. Ich mag den Dreck einfach nicht.
Mir klingt deine Argumentation wie die vieler anderer ein bisschen nach dem leider modern gewordenen Bashing, das von Qualität redet aber letztlich den nicht genehmen Inhalt meint. Natürlich geht das auch —politisch gesehen— anders herum. Der Spiegel ist immer noch eher links-liberal ausgerichtet (nach meinem Eindruck war er früher zum Teil sogar zeitweise “linker”. Anderen ist er nicht links genug und wird deshalb kritisiert.
Überhaupt halte ich es persönlich schon ziemlich vermessen, die Leistungen, in in solchen Erzeugnissen stecken, einfach mal eben niederzuschreiben – weil einem vielleicht der eine oder andere Text nicht genehm war.
Nö, es ist schon auch oft genug die Recherche, die nichts taugt und ich habe ja außerdem von Kampagnen geschrieben. Die sind per Definition kein Journalismus, sondern eben Einflussnahme und der Versuch, Politik zu machen. Und das betreibt der Spiegel und in viel stärkerem Maß Spiegel Online sehr massiv. Spiegle Online ist heute das, was früher mal die Bildzeitung gewesen ist, sowohl im Niveau, als auch in der “Auflage”.
Ich hatte den gedrucken Spiegel übrigens gute 10 Jahre abonniert und den Niedergang quasi live verfolgen können.
Aha. Spiegel auf Bild-Zeitungsniveau. Danke für diesen Spaß. Das war nach diesem Tag nötig.