Monatsarchiv: September 2011
Wenn nur jeder an sich denkt, ist an alle gedacht
Die Veränderungen der Sozialsysteme, die uns Gerhard Schröder während seiner Regierungszeit verordnet hat, sind ja nach Ansicht vieler Leute mitverantwortlich dafür, dass es im Moment so gut läuft. Dass das nicht für alle Menschen gilt wird andererseits auch beklagt. Unser Staat ist grandios verschuldet, was in den Augen der Marktgläubigen hauptsächlich daran liegt, dass dieser Sozialstaat immer noch zu übermächtig ist. Ein Blick auf die Etats der letzten Jahre zeigt, wie gewaltig der Anteil des Bereiches Soziales in Deutschland ist. (weiterlesen …)
Jung und besoffen. Das kann nur mildernde Umstände geben.
Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Nasenbeinbruch und Prellungen. Der Mann hat bis heute psychisch mit den Folgen des Überfalls zu kämpfen.
Erstwähler setzen sehr ernstzunehmende Signale
15% der Erstwähler in McPom haben die NPD gewählt. Daneben ist bemerkenswert, dass weitere 4 Parteien mit jeweils 13 % ähnliche Stimmenanteile erzielen konnten. Die Piraten befanden sich mit den Grünen und der Linkspartei darunter. Die SPD erreichte mit 23 % das stärkste Ergebnis.
Vielleicht muss man diese Stimmenverteilung bei jungen Leuten als alarmierend betrachten. Ein Kommentarschreiber bei Zeit Online meint bissig: (weiterlesen …)
Clooney interessanter als linke Politik
Auf dieses Interview mit Sahra Wagenknecht wurde ich aufmerksam, weil sie sich zu George Clooney geäußert hatte und allein diese Äußerung aus ihrem Interview irgendwo zitiert wurde.
Interessanteres gab es in dem Interview auch nicht zu lesen.
Auf die Frage, warum die Linkspartei mit ihrer kritischen Einstellung zum Kapitalismus überhaupt nicht profitieren könne, verwies sie lediglich auf die aktuellen innerparteilichen Querelen. Da hätte ich von Frau Wagenknecht mehr erwartet.
Mir doch egal, wer meine Steuern verschwendet
Mit dieser Position von Gerhard Schröder kann ich leben. Realistisch ist sie natürlich nicht. Vielmehr muss man den Eindruck haben, die Leute möchten eher weniger Europa. Bestenfalls will man das Europa der Regionen, wie der gern benutzte Euphemismus in diesem Zusammenhang lautet.
Und die Politiker wollen keinen Souveränitätsverzicht. Natürlich nicht nur in Deutschland. Wie die Bürgerinnen und Bürger das sehen, kann man im Moment kaum sagen. Tendenziell wird es wohl eher keine Zustimmung für die Ausweitung von EU-Befugnissen geben. Ich frage mich, wenn dies trifft, in welche Richtung sich Europa denn entwickeln soll.
Viele glauben, dass es in der Politik keine Visionen mehr gäbe. Es will aber auch niemand, dass Europa rück abgewickelt wird. Sonst würden die quälenden Verhandlungen zu den Hilfspaketen sich anders gestalten lassen. Mit sehr, sehr viel gutem Willen könnte man das Gerumgeeiere der Politiker als Ausdruck der Vision werten, Europa einigermaßen stabil zu halten. Wer Europa will muss sich irgendwann auch mal entscheiden, ob so etwas wie die Vereinigten Staaten von Europa am Ende dieses langen Prozesses stehen sollen.
Ohne Souveränitätsverzicht geht das nicht vonstatten, aber dafür stehen, nicht nur in Deutschland, die Zeichen nicht gut. Schön wäre, wenn die europäischen Bürgerinnen und Bürger ihren Regierungen hierzu klare Ansagen machen würden. Aber das ist wohl nicht zu erwarten.
Wenn man nichts mehr recht machen kann
Franz Josef Strauß sagte mal: “Everybody’s Darling is Everbody’s Depp”. Den Fehler hat Westerwelle jedenfalls nicht gemacht. Vielleicht waren seine Handlungsmaximen immer zu einseitig auf die typische FDP-Klientel zugeschnitten? Aber wäre so das phänomenale Ergebnis für die Partei (14,6%) bei der letzten Bundestagswahl möglich gewesen?
Die Leute hätten schon 2009 wissen können, dass die FDP, wie keine andere politische Alternative in Deutschland, für das Recht des Stärkeren steht. Die vornehmlich Dank der FDP entfesselten freien Kräfte des Marktes haben die Oberhand gewonnen. Heute kämpfen die Märkte unentwegt gegen die Politik oder das, was wir dafür halten.
Verluste werden sozialisiert, Gewinn privatisiert. Ein sehr einfaches und geniales Konzept – wenn man auf der richtigen Seite steht. Und wer tut das schon?
Im heutigen ARD Presseclub ging es um die FDP, eigentlich aber in erster Linie um unseren Außenminister. Wenn ich mir nur einen Moment vorstelle, ich könnte in eine ähnliche Situation geraten, wie die, in der sich Westerwelle seit Monaten befindet, wird es mir ganz anders. Eigentlich müsste man fast den Hut vor ihm ziehen. Wer würde sich schon freiwillig dieser anhaltenden und gnadenlosen Demontage aussetzen? (weiterlesen …)


