50 Jahre Ali in Almanya – immer noch nix deutsch?
Der Titel zeigt wohl, wie verzweifelt Anne Wills – Redaktion um Zuschauer buhlt. Ich weiß nicht, wie die Quote zuletzt war. Sonderlich positiv wird der neue Sendeplatz darauf wohl nicht gewirkt haben.
Deshalb verstieg man sich auf einen Titel, den man mit Fug und Recht als rassistisch einstufen kann. Eines Öffentlich-Rechtlichen Senders ist das unwürdig! Diesem Einwand zum Trotz könnte ich mir vorstellen, dass die Sendung mehr Zuschauerinnen und Zuschauer hatte als zuletzt. Das Thema interessiert viele Menschen – denke ich.
Die Argumente von Heinz Buschkowsky aber vor allem von Güner Balci überzeugten mich ebenso wie die Schilderungen des ehemaligen Hauptschullehrers aus Neukölln, Wolfgang Schenk. Die Gegenseite, repräsentiert von Günter Wallraf, Özlem Nas und Tayfun Bademsoy verharrten in einer in meinen Augen wenig konstruktiven Position.
Die meisten Menschen, sofern sie das Thema nicht ganz ausblenden, werden kapiert haben, dass das Projekt Integration in Deutschland nicht funktioniert hat. Es konnte nicht funktionieren, weil die Bereitschaft zur Integration auf beiden Seiten nicht vorhanden war. Überwiegend wohl aus Gleichgültigkeit.
Viele bezeichnen die Integration als gescheitert. Sie übersehen allerdings, dass wir die daraus abzuleitenden Probleme nur zusammen lösen können. In diesem Land gibt es offenbar nicht wenige (PI), die glauben, die Integrationsproblem könnte man per Ausweisung der so genannten “Kulturbereicherer” lösen. Oder wie soll man dieses ewige Gejammer und Gezeter um die immer heftiger wahrgenommenen Defizite sonst verstehen?
Die Will-Redaktion interviewte vor dem Fußballspiel Türkei:Deutschland junge türkische Männer und fragte sie danach, welche Mannschaft ihre Unterstützung hätte. Obwohl von den Interviewten viele einen deutschen Pass haben, nannte keiner von ihnen die deutsche Mannschaft. Durch ihre Adern fließe türkisches Blut und ein Personalausweis sei ja nur Papier, das man zerreißen könne.
Ich bin sicher, dass es für die Befragten nach ihren heroischen Worten von den Kumpels anerkennendes Schulterklopfen gegeben hat.
Was sollen solche Äußerungen von jungen Männern, die seit ihrer Geburt in Deutschland leben, die Deutsche sind, sich aber nicht so fühlen, über die Probleme verraten, die sie mit der Integration haben? Andere Deutsche sind ihrem Fußballverein treu wie Gold. Und das, obwohl in der Mannschaft fast nur noch Ausländer spielen. Der Beitrag sollte wohl den ultimativen Beweis dafür liefern, dass Integration gescheitert ist?
Wie viele Hunderttausend Beispiele für gelungene Integration wird es in Deutschland wohl geben? Warum sprechen wir nie über diese? Wie werden diese Menschen sich angesichts der nicht enden wollenden Diskussionen über das Fehlverhalten von Migranten fühlen?











Ich finde, dass Fußball ein sehr gutes Beispiel ist für die Gesinnung der männlichen Türken. Es zeigt ganz deutlich, dass in Deutschland geborene “Türken” einem Gruppenzwang unterliegen sich als wahrer Türke fühlen zu müssen, wer da aussteigt wird zum Verräter (siehe Özil). Auf der anderen Seite jedoch sind deutsche Vorteile durchaus gerne gesehen. Man ist ja tolerant.
Klaro funktioniert Integration manchmal auch. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich hätte trotz guter Leistung von Mesut Özil ‘nen deutschen Stürmer. Einfach weil er vom Herzen her für Deutschland spielen würde, mir kann niemand erzählen, dass wir keine guten Stürmer aufbauen können… als ob es keinen Stürmer Klinsmann und Co gegeben hat. Bei Lahm oder Schweinsteiger kann man sich immer sicher sein, dass sie kämpfen werden, komme was wolle! Aber seis drum.
Nein es ist ganz einfach, der Islam passt nicht zu Deutschland, außer die Christen und Atheisten verschwinden endlich.
P.S. Bin kein Rassist sondern Atheist und als Biodeutscher mit einer Asiatin verheiratet und Papa eines Mischlings, aber mit Türken hab ich zu viele negative Erfahrungen (Diebstahl, Pöbeln, Dumme-Anmache, Schlägereien, Unterrichtstörungen usw.) gemacht, als dass ich mit denen je ne echte Freundschaft aufbauen könnte. Behandeln tut man sie trotzdem nett, man will ja ein Gutmensch sein… nur irgendwann ist das Maß voll
wo ist das “Rassistische” in den 9 Worten des Titels?
Falls der Titel in verschiedenen Köpfen Verschiedene Gedanken freisetzt, findet der Rassismus in diesen Köpfen statt, nicht im Thema.
Was soll eigentlich Integration bedeuten? Wieso gescheitert oder gelungen?
z.B. Ich
Ich habe nichts gegen Andersartigkeit, betrachte das “Fremde” meist als Bereicherung und ehrlich gesagt: genau deshalb ist mir Integration ziemlich suppe.
Ist Integration bewußte Anpassung? Muß ich mich anpassen und meine alte Identität aufgeben? Sollen die Fremden wie ich werden und damit zu austauschbaren Schnöseln der Nachbarschaft? Damit mir die “Bereicherung” fehlt und eben die ihre Identität aufgeben?
Also rational bin ich für eine gutes Zusammenleben und dass ich in meiner “Heimat” ohne Sonderanstrengung zurecht komme. Daneben sind Gäste willkommen und die dürfen nach ihrer Fasson leben… als Gäste. Und auch Gäste haben Kinder…
Die gescheiterte Integration ist die freihändige Verteilung von “Staatsbürgerschaft”. Der Geburtsort spielt da keine Rolle. Es geht um Zugehörigkeit. Zugehörig aber wozu? Zu einer “rationalen” politischen und wirtschaftlichen Einheit? Oder zu einer emotionalen Identität?
Schauen wir uns die Schweiz, Belgien, Israel oder den Fanclub einer Fußballmanschaft an: Level von emotionaler Identität.
Also meine Frage: wie kann etwas scheitern, was eigentlich keiner will?
(Gerade die “gelungenen” Integrationsbeispiele zeigen ja, dass da nicht Gruppen sondern Individuen aus eigenem Wunsch einen Identitätswechsel anstrebten.)
Schweinehund, Wie kann es sein, dass du aus einer Momentaufnahme, die dazu noch in einer Situation entstand, in der vermutlich auch viele Deutsche extremen Quatsch von sich geben (nämlich kurz vor einem Fußball-Länderspiel) den Rückschluss auf “die männlichen Türken” ziehst? Könnte es nicht sein, dass die Männer, in deren Rücken sich mehrere johlende Kumpels befanden, sich etwas anders verhalten, wenn man sie in einer anderen Situation befragt hätte? Ich hatte in meinem Artikel ja auch genau darauf Bezug genommen. Ich bin sicher, dass es unter den Türken auch Hohlköpfe gibt, die ihren deutschen Pass jederzeit hergeben würden, ohne durch solch blöde Fragen zu solchen Kommentaren provoziert zu werden. Finde ich nicht gut. Aber es gibt auch deutsche Blödmänner.
Wir sind überhaupt nicht tolerant. Das waren wir nicht und sind wir auch heute nicht. Gleichgültig trifft es eher. Heute haben viele Deutsche ein Problem damit, dass Türken selbstbewusst auftreten. Auch unverschämt. Das weiß ich und die Diskussionen darüber gehen beispielsweise auch quer durch meine Familie. Mir gefallen viele Entwicklungen genauso wenig. Deshalb müssen wir dagegen halten. Aber bitte doch in einer vernünftigen Form. Was machen wir mit denjenigen (unter Türken und unter Deutschen), deren “Geduldsfaden” inzwischen gerissen oder angerissen ist?
Du stellst fest, dass der Islam nicht zum Christentum passt. Ok. Was bedeutet das dann? du schreibst, irgendwann wäre das Maß voll. Hast du persönlich derart negative Erfahrungen gemacht? Wie sieht denn die Konsequenz aus? Schaffen wir “die Türken” außer Landes? Obwohl sie z.T. einen deutschen Pass besitzen? Ich glaube, dass kann keiner wirklich wollen. Und nun wäre meine Position die eines Gutmenschen?
franz wanner, streiten wir nicht über Definitionen. Für mich ist diese Überschrift unerträglich, weil sie rassistisch ist. Und selbstverständlich entsteht Rassismus im Kopf. Im Kopf des Autors zuerst. Ausländer sind zum größten Teil nicht nach Deutschland gekommen, um sich in erster Linie zu integrieren. Sie suchten Arbeit und ein besseres Leben. Die Frage ist, ob Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt auf Dauer in ein anderes Land verlegen, in die neue Gesellschaft integrieren wollen. Das ist bei den Türken auch deshalb schwieriger, weil sie kulturell und religiös völlig anders gepolt sind als beispielsweise andere Ausländer, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen. Soweit wird das jeder verstehen. Natürlich hängte eine Bereitschaft zur Integration maßgeblich davon ab, aus welchem Umfeld die Menschen kommen. Heute denke ich manchmal, muslimische Türken können unseren Lebensstil nicht akzeptieren und lehnen ihn deshalb “aktiv” ab. Die Reaktionen kriegt die Mehrheitsgesellschaft heute zu spüren. Früher verhielten sich die Menschen zurückhaltend, unauffällig. Nichts passierte. Heute ist das anders. Genau daraus ist der Konflikt entstanden. Vielleicht haben viele, gerade jüngere Leute, ein anderes Verhältnis zu ihrer Identität entwickelt, nachdem durch die Anschläge vom September 2001 von den Terroristen gewisse Signale ausgesendet wurden. Dafür sind junge Leute vielleicht empfänglicher als wir es wahrhaben wollen. Das wird nicht thematisiert, spielt aber in der Zuspitzung der Kontroverse vielleicht eine größere Rolle.
Gerade auch deshalb ist es nötig, bestimmten Erscheinungen in aller Klarheit zu begegnen. Das kann aber nicht heißen, dass wir unsere Lebensweise und unsere Überzeugungen verändern. Erdogan sprach davon, dass Assimilation eine Todsünde sei. Dass er diese Aussagen ausgerechnet bei einem Deutschlandbesuch gemacht hat, war falsch und kritikwürdig. Es hat ein falsche Signal gesetzt. Sich zu integrieren bedeutet nicht, dass man sich unterwirft. Im landläufigen Sinn wird von Anpassen gesprochen. Dafür gibt es Grenzen. Der Mensch soll nicht seine Identität aufgeben, nur weil er in einem anderen Kulturkreis lebt. Wer es komplett ablehnt, sich in eine andere Gesellschaft zu integrieren, kann nur Probleme kriegen. Die Frage ist dabei aber dann auch, wie wir Deutsche mit solchen Dingen umgehen. Warum sollte eine pluralistische und freiheitliche Gesellschaft dazu nicht in der Lage sein? Deshalb finde ich die Zuspitzungen, die weiter zunehmen, sehr überflüssig.
Horst,… gut streiten wir nicht.
Ali, Sören, Britta, Mike sind Namen. Und wenn ein Deutscher nach 50 Jahren Afrika immer noch kein Suaheli kann, weil er mit Englisch über die Runden kommt, ist das auch nicht rassistisch.
Aber mir gefällt, wie du es jetzt beschreibst. 300Jahre lang haben Deutsche in ganz Osteuropa wirtschaftlich Chancen wahrgenommen (auch Flucht vor der Armut daheim) und sich ganz bewußt nicht integrieren wollen.
Anders im Schmelzkessel USA… Die Folgen sieht man.
Also schluss mit fortdauernden IntegrationsANGEBOTEN – dafür jede Hilfe bei Integrationswünschen. Und für Inländer/Staatsangehörige ist die Amtssprache Deutsch, gelten die Gesetze und ist Religion Privatsache. Kirchen sind genehmigungspflichtig.
Wenn Lehrerinnen vor der Schulklasse ihr Gesicht nicht zeigen wollen, sind sie so berufsunfähig wie ein Sehbehinderter nicht zum Fahrlehrer taugt. Die berufliche Befähigung folgt anderen Maßgaben als die Glaubensfreiheit.
Der eigentliche kriminelle schwachsinn liegt bei unseren Politikern, die immer und überall und in jeder Sache alle möglichen Dinge und Korrektheiten berücksichtigen wollen – nur die eigenen (nationalen) Interessen mit Füßen treten. Die werden notfalls mit dem Hinweis auf viel wichtigere wirtschaftliche Interessen in den Keller gesperrt. Irgendwann ist dann sowieso das “Wachstum” im Keller so groß, dass er platzt und darüber das Haus nicht mehr trägt…. diesen ganzen anmaßenden politischen Überbau mit allwissenden Kommissionen etc.
Oder wertest du das Politikgeschehen anders?
dazu:
“In Fraktionen und Parteien regieren intransparente Eliten, die Ämter unter sich ausmachen. Die Institutionen der Demogratie sind geschwächt…”
Marco Bülow in “politik&kommunikation” Oktober 2011
oder die jüngsten Ausführungen von Hans Magnus Enzensberger (zuletzt im Spiegel 40/2011
Nee, das ist nicht rassistisch. Aber wer einen Titel wie die Will-Redaktion schreibt, der ist es – in meinen Augen.
Ob man durch ein Kopftuch in seiner Sicht behindert wird, das kann ich nicht sagen. Eine Burka könnte das vermutlich. Kürzlich las ich von einem Autounfall, den eine Muslima verursacht hat, weil ihre Burka verrutscht war.
Ich weiß nicht, ob Politiker auch für das Scheitern der Integration verantwortlich gemacht werden können. Ich glaube, es liegt an uns allen. Wir engagieren uns insgesamt zu wenig für unsere Belange. Wir sehen lieber immer noch nicht genau hin und weichen den Problemen aus, statt uns ihnen zu stellen. Es ist nötig, dass wir unsere Werte vertreten, denn es ist nicht davon auszugehen, dass Türken mit einem völlig anderen kulturellen Selbstverständnis von Haus dazu bereit sind, sich damit auseinander zu setzen und nach diesen Maßstäben zu leben. Das ist es aber, was wir erwarten müssen. Dazu müssen wir das allerdings auch klar formulieren und nicht aus fadenscheinigen Gründen vor klaren Ansagen zurückschrecken. Mit einem Überstülpen einer deutschen Leitkultur ist es jedenfalls in meinen Augen nicht getan.
Die Frage unserer versagenden Eliten würde ich auf diese gesellschaftlichen Problemfelder nicht in erster Linie anwenden. Da fielen mir andere Bereiche ein, in denen diese Eliten auf alle Fälle vollkommen versagt haben.
Horst – so habe ich das nicht gemeint.
Ob die Lehrerin was sieht, ist mir schnuppe, aber die Kinder sollen den freien Blick auf die Lehrerin haben = soziale Eingebundenheit.
Nicht nur, dass sich die Politiker als eigene Klasse definieren wie weiland der Adel und aus der befristeten Verantwortungsübertragung eine ganz allgemeine “bessere” Konstitution ableiten… und dem Volksgequengel mit einer “Leitkultur” begegnen (Papa wird es schon richten!)… so habe ich schon ehedem und auch HIER gesagt, jedes Volk verdient genau die Politiker, die es wählt.
Die Verantwortung der Politiker besteht darin, dass sie aus wirtschaftlichen und “rührseligen” Gründen freihändig die Staatsbürgerschaft aus dem Blechnapf verteilt haben – sie haben damit ganz unbedingt zwischen politischer Einheit und ethnisch-sozialer Einheit einen Keil getrieben… Hier geht es nicht um rassischen Schwachsinn, sondern um ein Verbundenheitsgefühl, um eine sittliche Einheit, um eine gemeinsame Identität.
Alle diejenigen ehemaligen “Fremdländer”, die die Staatsbürgerschaft aus zugehörigkeitsgründen haben wollten, haben sich auch erfolgreich integriert.
(Egal ob die klug oder blöd waren, ob begünstigt oder mit handicap…)
Alle diejenigen, denen Staatbürgerschaft nur die offene Tür zu den Fleischtöpfen war, sahen für weitergehende Integrationsbemühungen keine Gründe mehr. Jetzt tragen wir denen eine Integrationshilfe auf silbertablet nach, die die nicht brauchen, für Alteingesessene aber existentiell ist.
Deutschland sollte ein gastfreundliches Land sein und jedem Gast die tore öffnen und auch hier vor Ort nach seiner Fasson leben lassen – dabei aber nicht die Hoheit über die gefühlte/selbstbestimmte Identität behalten.
Was als “Toleranz” eingefordert wird, ist nur Hilflosigkeit, denn tolerant kann nur der sein, der sich nicht existentiell bedroht sieht.
Toleranz ist eben auch der Hochmut, von der Andersartigkeit nicht erschüttert werden zu können. Darum kann keine Doktrin tolerant sein, jede Überzeugung aber schon.
Und somit wird der Wille zu Gastfreundschaft und Toleranz breiter Bevölkerungskreise schlicht untergraben, wenn Politiker dies durch Vergabe von “Staatsangehörigkeit” für unerheblich erklären, weil durch rechtliche Gleichsetzung schon festgeschrieben.
Es lohnt immer schon vorher über die möglichen Folgen zu reden, das ist nicht nur dummes Geschwafel und Wichtigtuerei: einen zerbrochenen Krug kann man kleben, aber er wird nie wieder wie vorher.
Horst: du hast dich nicht über die deutschen Enklaven in Rußland, Polen der Ukraine, Siebenbürgen usw. geäußert. Die waren stolz darauf, anders zu sein.
Der extreme Nationalismus der Jugendlichen und die bereits existierenden Parallelgesellschaften, stellen einfach die Frage, welchen Sinn es hat, wenn zwei sich fremde und evtl. auch ablehnende Kulturen im gleichen Land koexistieren, wobei die Parallelgesellschaft im Wesentlichen auch noch alimentiert wird.
Dies kann auf ein zweites Jugoslawien hinauslaufen.
In dem Sinne halte ich die doppelte Staatsbuergerschaft fuer eine gute Idee, denn dadurch besteht die Chance durch eine Beendigung der Alimentierung (siehe Vorbild USA, Bill Clinton, 5 Jahre maximale Sozialhilfe), die Mitglieder der Fremdgesellschaft zu einer Reise in das Land ihres Herzes zu bewegen.
mit der Doppelstaatsangehörigkeit scheint mir eher der Identifizierungswert einer Staatsangehörigkeit zusätzlich negativ belastet.
Freunde müssen ja nicht gleich sein.
In jeder Nation finden sich Interessierte und “Bodensatz”.
Wenn also Integrationshilfen nicht nachgetragen werden, sondern begründet beantragt werden müssen und zudem als bar bewerteter und rückzahlungspflichtiger “Kredit” ausgereicht werden… erkennt man die Willigen.
Möglichst vor Zuerkennung einer Staatsbürgerschaft.
Gegebene Staatsbürger fallen einfach ohne jeden Bonus unter geltendes Recht. Das kann man ändern, gilt aber erst einmal.
Zu Integrationshilfen zähle ich Ausbildung, Qualifizierung, Jobsuche, Wohnung, Sozialversicherung und Lebenshaltungsvorschüsse… Es kann ja Erlassungstatbestände geben.
Dann haben wir eine echte Unterscheidung zum “vorläufigen Flüchtling” nebst anerkannten Asylanten (die Hilfe ist umsonst), normalen Besuchern und Gästen (bekommen keine Hilfe) und Leuten mit Antrag auf Staatsangehörigkeit.
Soziale Hilfen gibt es für Staatsangehörige mit Rechtsanspruch – humanitäre Hilfen gibt es für Nichtstaatsangehörige.
Um gerecht zu sein, braucht man auch den Mut zur Ungerechtigkeit.
Ich habe den Titel nicht als rassistisch empfunden, sondern als Überspitzung/Übertreibung – natürlich um zum Einschalten zu animieren. Da ist sicher eine gehörige Portion Subjektivität mit im Spiel.
Wir helfen hier einem Freund meines Sohnes, dessen Eltern aus dem Ausland kommen. Aus verschiedenen Ländern. Sie sprechen – soviel ich weiß – untereinander die jeweils andere Muttersprache nicht. Sie sprechen aber auch nur sehr, sehr schlecht Deutsch. Und das nach 25 Jahren in diesem Land. Wir kümmern uns ein wenig um den Sohn. Meine Frau macht einmal in der Woche mit ihm Hausaufgaben, wir nehmen ihn mit in den Sportverein usw. Ich will das hier nicht alles schreiben. Es ist jedenfalls schon mehr als nur Fahrdienst. Ich habe dem Vater in Gesprächen schon mehrfach nahe gelegt, doch endlich mal deutsch zu lernen … passiert nicht. 25 Jahre lebt mindestens er hier.
Ich glaube, wer sich integrieren will, kann dies auch. Integrieren heisst doch dem Wort nach, dass man sich in etwas einfügt. Sich passend macht. Dazu muss man nicht seine ganze Identität und Kultur aufgeben, aber man muss etwas tun. “Integrationsangebot” hört sich für mich so an, als würde man die Umgebung anpassen. Und das ist dann mithin das Gegenteil von Integration.
Wenn mich jemand fragt ob ich helfe – egal wer – kann ich meist nicht nein sagen. Da bin ich hoffentlich kein Einzelfall. Ich kann aber nicht kosntant rumlaufen und allen etwas anbieten …
Andreas,
Sicher war dieser Titel auch so gemeint. Dem, was du hierzu schreibst, habe ich nichts hinzuzufügen. Es geht nur gemeinsam. Leider ist die ganze Schose etwas anstrengend und beiderseits muss man auch über seinen Schatten springen können. Die Bereitschaft hierzu fehlt den meisten. Nach meinem Eindruck hat sich diese Bereitschaft auch dort, wo sie vorhanden war, eher zurückgebildet. Das ist schade.
Nun wirst du auf diese Bemerkung sicher kein Urheberrecht anmelden. Ich sehe nicht, was das in diesem Zusammenhang heißt! Ich finde die deutschen Regeln zur Einbürgerung in Ordnung und würde nicht auch in diesem Fall schon wieder “den” Politikern die Schuld dafür in die Schuhe schieben, dass zu wenig funktioniert.
Glaubst du wirklich, dass in einem Land wie dem unseren so etwas wie eine gemeinsame Identität erreichbar wäre? Die Menschen dividieren sich weiter auseinander. Und das hat nicht nur mit “den” anderen zu tun, sondern sehr viel mit uns selbst. Wir sind missgünstig und neidisch. Und das mehr als zu anderen Zeiten. Jedenfalls ist es mein Eindruck.
Ja, die Gastarbeiter wollen an unsere Fleischtöpfe. Wenn es Menschen schlecht geht, schauen sie sich nach anderen Möglichkeiten um. Massenbewegungen mit diesem Hintergrund hat es in der Geschichte schon so viele gegeben, dass man sich eigentlich nur wundern kann, dass wir heute noch so tun, als sei dies irgendwie überraschend. Dazu kam, dass wir in den 60er Jahren Arbeitskräfte gebraucht haben. Insofern ist es ohnehin fragwürdig, solche Sätze zu formulieren.
Wir fühlen uns also existenziell bedroht – durch die Türken? Das ist echt starker Tobak. Ich höre anderen, die solche Dinge absondern, immer atemlos zu und frage mich anschließend, ob die wirklich von Deutschland reden.
So genannte Russlanddeutsche stehen bei den aktuellen Auseinandersetzungen nicht im Fokus. Die Aversionen bestimmter Leute konzentrieren sich auf Einwanderer mit muslimischen Wurzeln. Die Türken sind die größte Bevölkerungsgruppe, die betroffen ist. Kürzlich hörte ich eine Frau aus einem Kölner “Türken”-Stadtteil, dass sie “nichts gegen Türken” habe aber dass es einfach zu viele wären. Das ist schon wieder ein anderes Thema. Da geht es dann direkt um die Andersartigkeit von Menschen mit dieser Herkunft und die Wahrnehmung ihrer Präsenz als Bedrohung. Jedenfalls kann man das so verstehen.
Ich weiß nicht, ob es bei solchen Überlegungen überwiegend um Kosteneinsparungen geht. Das wäre jedenfalls auch ein Grund, deinem Vorschlag zu folgen. Keine Ahnung, was man durch diese Maßnahme wirklich erreichen könnte.
Horst
ein pure Bestandsaufnahme ist schon wichtig, keine Frage… die allein bringt aber noch keine Veränderung.
wir sind nicht einfach, wie wir sind (“missgünstig und neidisch”) – wir sind es geworden… und müssen es nicht bleiben.
Je länger der Faden am Pendel, je sensibler die Reaktion und gleichzeitig je höher der Kraftaufwand, um den in Bewegung zu setzen. Und mag auch der Faden des Politikers in seinem Wahlbezirk zum Volk ganz kurz sein, seine Entscheidungskraft geht gegen Null… an ganz ganz langem Faden finden sich die Entscheidungsgremien und dort “unterwirft” sich der Politiker einer “höheren Einsicht”.
Und dann kehrt er in seinen Wahlbezirk zurück mit dem Auftrag, diese “höhere Einsicht” seinen Wählern schmackhaft zu machen. Obwohl alles ganz anders klingt, sollen die glauben, das er nur ihre Interessen vertreten hat. Statt den nun zu feuern, geht man mit dem Hund Gassi und trimmt den Rasen im Vorgarten.
Was habe ich gesagt? wer soll schuld sein?
Da ich Andreas voll und ganz zustimme, Integration sei ein sich einfügen, hängt das vom Willen des Neuankömmlings ab.
Und vom Ergebnis sollte der Lohn durch Staatsbürgerschaft abhängen.
Gäste sollten sich anständig benehmen, müssen sich aber nicht integrieren. Die kann ich aber auch wieder verabschieden.
Und da bin ich eben doch bei deutschen Enklaven in fremden Ländern… Es ist dieselbe Problematik. Hatten die dort durch langen Wohnsitz Rechte oder weil sie Staatsbürger geworden waren? Vertrieben? Ja. Unrecht oder nicht?
Sind “Türken” mit deutschem Pass nun Türken oder Deutsche?
Politisch sind das für mich Deutsche (obwohl ich auch nichts gegen Türken habe). Da hilft keine “Leitkultur” oder nachträgliches Aussortieren. Flamen und Wallonen sind nun mal Belgier… und Sorben sind Deutsche.
Und wenn die Einheit in sich so unterschiedlich ist, muß sehr gründlich über Gebote und Verbote nachgedacht werden, damit die Einheit größer wird und nicht die Unterschiedlichkeit.
Und wenn so Sprüche “alte Hüte” sind… alt, weil bewährt oder alt, weil überlebt?
Wie ich sagte, eine Bestandsaufnahme ist wichtig, aber nur als Voraussetzung für Weiterentwicklungen.
Mal als Bild: Wer verunfallt lernt, mit einer Krücke zu laufen, sollte sich nicht an die Krücke gewöhnen, mag es auch eine zusätzliche Anstrengung sein…
(und um jedem Mißverständnis vorzubeugen: für eine Staatsbürgerschaft ist etnische, kulturelle oder religiöse Wurzeln völlig egal, sie steht für sich selbst. Eine Einheit keine angepaßte Koexistenz)
Da sieht man mal wieder, dass das Bildzeitungs-Niveau auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern Einzug gehalten hat. Pfui!
“Schaffen wir “die Türken” außer Landes? Obwohl sie z.T. einen deutschen Pass besitzen? Ich glaube, dass kann keiner wirklich wollen. Und nun wäre meine Position die eines Gutmenschen?”
Zunächst einmal finde ich, dass der Gutmensch der beste Mensch überhaupt ist, um das vorweg zu stellen. Aber damit der Gutmensch auch gut sein kann, ohne zu verschwinden, darf man den Menschen, welche anderer Gesinnung sind keine Platform bieten. Leider tun das unsere Gutmenschen in Deutschland. Ich kann mich noch erinnern, als ich klein war hatten wir immer die Tür unabgeschlossen offen stehen. Irgendwann war dies nicht mehr möglich… 3 mal darfst du raten weshalb. (Es waren keine Türken, aber es waren auch keine Gutmenschen, die uns Bereichern wollten.)
Was mit den Türken passieren soll? Tja das ist nicht so einfach zusammenzufassen, da es unterschiedliche Türken gibt… Türken, Geboren in Deutschland, Mischehen, Passdeutsche,… Aber um ehrlich zu sein, wäre das auch nicht meine Aufgabe, da sich die Politik damit beschäftigen muss, wer Deutschland verlassen muss (wie es übrigens in der Schweiz gang und gäbe ist). Und dann sollte man sich als Politiker klar werden, was man möchte… möchte man die Verdrängung oder möchte man noch ein paar Deutsche/Europäer/Christen/Atheisten behalten? Dann sollte man vielleicht über Maßnahmen nachdenken und nicht nur Quatschen. Um es mal drastisch auszudrücken, z.B. mit Geburtenraten a la 2 Kinder pro Einwandererfamilie. Damit wäre zumindest die Verdrängung gestoppt. (Schimpf mich ruhig, aber sollten diese Migranten eines Tages die Mehrheit sein, wandern meine Kinder 100% aus, dann wird hier kein Frieden mehr herrschen. *schwarzmal*)