Den Artikel selbst empfand ich schon als Unverschämtheit und eigentlich finde ich es nicht richtig, wenn jeder anonym seine Meinung — damit sind die zugehörigen Leserbriefe gemeint — ins Internet hinein tratschen kann. Mich würde nämlich schon interessieren, wer da über “die Deutschen” und “das deutsche TV-Volk” in so wohlgesetzen Worten ablästert. Stinkstiefel gibt es nicht nur in der Unterschicht, sondern auch auf der Gegenseite. Vielleicht drücken die sich besser aus. Beispielsweise manche Leser der FAZ, die sich offenbar doch für was besseres halten. Übrigens nicht nur im Feuilleton.
Ich finde, wer sich im Internet äußert, der soll gefälligst auch seinen richtigen Namen (Vor- und Zuname, Ort, Straße und Telefonnummer) nennen. Rumpampen und dann die Biege machen. Das kann wirklich jeder. Und es tut ja auch jeder. Na, sagen wir fast.
Hier habe ich noch ein paar nette Sätze über den FAZ-Autor gefunden, die mir echt gut in den Kram passen:
Kaube ist ein Kulturkämpfer – ein Verteidiger der alten Norm der einheimischen, heterosexuellen, bärtigen Männlichkeit. Sein “Befund” ist eigentlich eine Kampfansage. Statt über die Gestaltung der Zukunft nachzudenken, wollen Leute wie er einfach ihre Privilegien behalten. Er steht dabei in der zweiten Reihe der Abwehr – in der ersten findet man etwa Frank Schirrmacher, Hans-Ulrich Jörges, Matthias Matussek und Henryk M. Broder. Die Waffe dieser Kämpfer ist ihre Geschwätzigkeit. Diese Leute labern, bis auch noch der letzte originelle Gedanke aus diesem Land verdrängt sein wird. Noch können sie so weiter für Stillstand sorgen. Aber zumindest international ist schon jetzt klar: Die Denker in diesem Land sollten sich endlich die Bärte abrasieren.












Der Schlussfolgerung, wer nicht bereit ist, für seine Worte und Meinungen einzutreten, solle das maul halten… – der gebe ich uneingeschränkt Recht, der stimme ich zu, dafür stehe ich ein.
Für das “Fundstück” habe ich nur Verachtung.
Ein exemplarisches Beispiel dafür, wie Argumente durch Verunglimpfung ersetzt werden.
Ob eine Haltung/Meinung richtig oder helfend oder zukunftsweisend ist, zeigt sich erst, wenn argumentiert wird. Es gibt bessere und schlechtere Argumente (richtig oder falsch können Argumente nicht sein), aber nur sie haben den “Beweis” oder die tragende Basis für das Vorgebrachte.
Nur vorzubringen, dass etwas schlecht ist, sagt nicht, dass etwas anderes besser ist – vielleicht ist das “schlechte” einfach die beste Wahl unter den Möglichkeiten.
Und Witz kann zwar Unvernunft entlarven, nicht aber Vernunft ersetzen.
Wenn Vernunft abwesend ist und Unvernunft diskreditiert – was bleibt dann? richtig: die “öffentliche Meinung” ohne Tatkraft.
Ja, für mich bleibt es ein Problem, dass alle zu allem was sagen (schreiben) aber nicht einmal mit ihrem Namen dafür einstehen möchten. Das ist in meinen Augen sehr destruktiv. Schön, dass wir in dieser Frage einer Meinung sind.