Der siebenmilliardste Mensch soll morgen geboren werden – wahrscheinlich irgendwo in Afrika. Unser Wissen darum, dass auf diesem Planeten einiges falsch läuft, hat uns Menschen nicht davor bewahrt, Fehler immer und immer zu wiederholen.
Wir kennen das: Jeder darf Fehler machen. Aber nur, um daraus zu lernen. Wird die einfache Regel nicht beachtet, kriegt man Probleme – im Beruf und auch im Privatleben. Wenn größere Gruppen von Menschen ihre Fehler wiederholen, scheint das etwas ganz anderes zu sein. Geteilte Verantwortung ist eben bekanntlich keine Verantwortung.
Wie bei allen anderen Lebewesen dieses Planeten, trachtet auch der Mensch danach, eigene Nachkommen in die Welt zu setzen. Es gibt allerdings regionale Ausnahmen. In Japan und Deutschland sind die Geburtsraten so klein, dass wir uns große Sorgen um das künftige soziale Gefüge in unseren Ländern machen. In 50 Jahren sollen angeblich in Deutschland nur noch ca. 60 Millionen Menschen leben. Wir werden also 12 Millionen Menschen in “nur” 50 Jahren verlieren. Besonders gravierend soll sich dies in den neuen Ländern zeigen.
Keine Ahnung, welche Berechnungsmethoden die Experten für diese Aussagen herangezogen haben. Hoffentlich nicht die, die auch bei der Bad Bank der HRE genutzt wurden.
Die Deutschen werden immer älter und sterben aus. Verschärft wird diese Vision durch die Behauptungen, dass beispielsweise in Köln schon in 20 Jahren 50% der Einwohner einen Migrationshintergrund hätten.
Wie furchtbar ist das doch alles. Wie besorgniserregend!
Paul R. Ehrlicher lehrt schon seit Ende der 60er Jahre an der Stanford-Universität in den Vereinigten Staaten. Er warnt schon seit Jahrzehnten vor einer Katastrophe, die bisher immer noch nicht eingetreten ist. Im Jahr 1 vor 2012, quasi 5 vor 12 nahm er Gelegenheit, die unausweichliche Apokalypse nochmals aufs Tablett zu bringen. Im jugendlichen Alter von inzwischen 79 Jahren greift er zu der doch eher etwas drastischen Empfehlung, unsere Politiker bzw. die “Idioten an der Regierung” abzuwählen.
Als wissenschaftliche Methode würde diese Empfehlung nun nicht gerade betrachten wollen.
Und überhaupt. In Deutschland haben wir eben ganz andere Probleme. Mit der Migration zum Beispiel. Der Nachwuchs bleibt aus, weil die Frauen Führungspositionen in den Dax-Unternehmen anstreben und -wenn sie das nicht wollen- per Quote dorthin delegiert werden. Jedenfalls stehen diese gut ausgebildeten Elitefrauen zum Kinderkriegen nicht mehr zur Verfügung. Kein Wunder also, dass ein paar ganz blauäugige auf die Migranten setzen. Dort ist die Geburtenrate nämlich nicht nur in Ordnung, sie ist 1a.
Man könnte daneben auch drauf warten, dass Italien mit Lampedusa als Sperre für Europa und Deutschland vor afrikanischen Wirtschaftsflüchtlingen nicht mehr taugt. Irgendwann werden die Menschenrechtsbewegungen die unglaublichen Missstände soweit in unser Bewusstsein gepresst haben, dass der Dammbruch (oder wie heißt der unpassende Terminus?) unausweichlich ist.
Zynismus hilft ja auch nicht. Wie wäre es stattdessen mit ein bisschen Gelassenheit? Wenn man die Club-of-Rome-Voraussagen (mancher kennt vielleicht noch dieses wahnsinnig dicke Buch, das vor Jahrzehnten geschrieben wurde und das man noch irgendwo im Bücherschrank hat – Report 2000 oder so von Anfang der 70er Jahre).
Was Gott wohl gemeint hat, als er die Menschen dazu aufforderte, sich die Erde untertan zu machen? Sicher war es nicht die Aufforderung an einen Teil der Menschheit, den anderen, größeren Teil in Armut zu halten und die Achseln zu zucken, wenn es um globale Aufgaben, wie zum Beispiel eine gerechte Teilung der Ressourcen von Mutter Erde geht. Er hätte wohl den Begriff Globalisierung anders verstanden. Nicht als Synomym für die Ausbeutung des Planeten zugunsten weniger Menschen, die kaum noch zufrieden zu stellen sind. Die lauthals über alles jammern und beklagen wie schlecht sie doch dran sind. Ja, ich meine jetzt nicht die, die üblicherweise im Mittelpunkt meiner Kritik stehen – die bösen Kapitalisten. Für solche Ansichten ist das Verständnis in unseren Breitengraden weniger ausgeprägt. Schließlich gibt es auch in Europa und Deutschland genug arme Menschen. In diesem Fall halten wir es dann doch eher mit den “Kapitalisten” und sagen uns: “Denkt jeder an sich, ist an alle gedacht”.
In den nächsten Jahrzehnten fließt, soviel ich mal sicher, noch viel Wasser den Rhein hinunter. Wer weiß, wie sich die früheren Entwicklungsländer mit ihren Abermillionen von Menschen entwickeln werden und was passiert, wenn die Chinesen und Inder Ansprüche stellen werden, die für uns seit Jahrzehnten selbstverständlich sind? Jeder will Fleisch essen, Auto fahren, den eigenen Kindern ein besseres Leben ermöglichen. Das könnte eng werden. Aber wer weiß schon, wie das wirklich aussehen wird – in 30 oder 50 Jahren?
Derweil machen uns die Experten und Medien verrückt. Dabei -und das wissen wir schließlich auch- können die nicht mal das Wirtschaftswachstum im eigenen Land auch nur annähernd verlässlich prognostizieren – und zwar für das folgende Jahr. Sie liegen immer weit daneben – Jahr für Jahr. Komisch, dass diese Leute uns auf der anderen Seite aber erzählen wollen, wie brenzlig die Lage in 50 Jahren sein wird.
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