Monatsarchiv: Oktober 2011
V-Power Diesel zum Diesel-Preis
Mein iPhone verriet mir, dass ich für 1,359 € tanken fahren könnte. Das tat ich eben. Die Tankstelle hatte den Preis inzwischen schon wieder hochgesetzt – auf 1,389. Mist. Das kann passieren, wenn man nicht auf seine Frau hört. Die sagte nämlich heute Mittag zu mir: “Fahr gleich tanken, bestimmt wird es bald wieder höhere Preise geben”. Ich war zu beschäftigt.
Der Preis von 1,389 geht ja noch – im Vergleich zu gestern. Da lag er noch bei 1,459 €. Als ich an der Tanksäule hielt, stand dort zu lesen: “Diesel ausverkauft! Kaufen Sie V-Power Diesel zum normalen Diesel-Preis”. Ich hatte keinen Bock eine andere Tankstelle anzufahren und nahm das Angebot an. Der Preis von 1,389 war also wohl der “normale Diesel-Preis”? Gut, es geht nur um wenige Cent / Liter. Aber als vertrauensbildene Maßnahme lass ich das auch nicht durchgehen.
Da wäre dann aus moralischen Gründen eine Orientierung zum Wettbewerb richtiger gewesen. Aber ich hab ne Ausrede: Ich habe noch zu tun und keine Zeit, für die paar Cent rumzusuchen. Obwohl… dafür gibt’s ja schließlich Apps.
Video-Nachmittag mit “The Tourist” und “Green Zone”
Heute Nachmittag haben wir -seit langer Zeit- mal wieder Videos geguckt. “The Tourist” und “Green Zone” standen auf dem Programm.
1. The Tourist
Johnny Depp und Angelina Jolie standen der Originalbesetzung des französischen Films mit dem deutschen Titel “Fluchtpunkt Nizza” nicht nach. Obwohl … Sophie Marceau kann man eigentlich nicht toppen.
Von der französischen Version war ich schlichtweg begeistert. Der Showdown ist mir gut in Erinnerung geblieben. Damit konnte die amerikanische Fassung in keiner Weise mithalten.
In der neuen us-amerikanischen Version, bei der unser Regie-Genie Florian Henckel von Donnersmarck sein Hollywood-Debüt gab, wirkte vieles steril. Vielleicht lag es auch ein bisschen an den Drehorten. In Venedig war es weniger stimmungsvoll als an der französischen Rivera, an der das Original spielte. Das war überraschend, zumal es ja zum Glück noch kein Geruchskino gibt. (weiterlesen …)
Expertengeblubber im Presseclub
Im ARD-Presseclub fordern die Diskutanten, die Banken müssten ihre Eigenkapitalausstattung weiter erhöhen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass viele Banken, auch solche, die namentlich noch nicht einmal bekannt sind, nicht-werthaltige Staatsanleihen in ihren Büchern führen?
Ich frage mich als dummer Zuhörer: Wie soll kann man ein Riskio durch Kapitalerhöhungen absichern, dessen Umfang so diffus ist? Die Voraussetzungen waren bei den durchgeführten Stresstests doch wahrscheinlich auch nicht anders. Wie konnte man unter diesen Bedingungen nur annehmen, dass die im Großen und Ganzen positiven Testate über den Tag hinaus standhalten könnten?
Lese-Tipp: 50 Jahre Türken in Deutschland – Mein Vater, der Gastarbeiter
[link_format link="http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Mein-Vater-der-Gastarbeiter-id5140334.html"]Serie: 50 Jahre Türken in Deutschland: Mein Vater, der Gastarbeiter – Im Westen – DerWesten[/link_format]
Sina Trinkwalder trifft Paul-Heinz Wesjohann
Sina Trinkwalder, Manomama, hatte einen offenen Brief an den Chef der Wiesenhof-Gruppe, Herrn Wesjohann, gerichtet. Der Inhalt des Briefes spricht für sich. Man konnte auf die Reaktion des Unternehmens gespannt sein.
Die beiden, Sina und Herr Wesjohann, haben sich zu einem Treffen verabredet. Daraus wurde so etwas wie eine gemeinsame “Kochshow“. Ob der für das Treffen gewählte Rahmen, die Kochshow, eine vertane Chance darstellt, wie Joachim Dethlefs von “Journalist und Optimist” meinte, will ich nicht beurteilen. Ich finde zwei Dinge bemerkenswert. Ich finde toll, mit welchem Engagement Sina die Sache angegangen ist und —ich kann es nicht anders sagen—, wie offen und sympathisch Herr Wesjohann auf die Sinas Fragen eingegangen ist.
Natürlich war das nicht die Fortsetzung der ARD-Reportage, die für viel Aufsehen gesorgt hat. Ich denke, dass Sina diese Idee mit ihrer Aktion auch nicht verfolgt hat. Man hätte es sich denken können: Sie erzählte, dass sie (unterwegs in mehreren Social Networks) davor gewarnt wurde, sich “vor den Karren” der Firma Wiesenhof spannen zu lassen. Huuuh, der böse Kapitalist führt nur Mieses im Schilde.
Ich bin ehrlich: Meine Erwartungshaltung wurde auch enttäuscht. Gibt jemandem eine Chance, in dem du ihm zuhörst und du entdeckst neue Perspektiven. Damit ist das Problem, das im Fernsehfilm beschrieben wurde, nicht aus der Welt. Aber die von Sina initiierte Maßnahme führt sicher auch dazu, dass dieses Unternehmen sich ändert. Und zwar nicht nur nach außen. Wenn man das erreicht – auch wenn dies nur ein kleiner Schritt ist, hat man mehr geschafft als die allermeisten von uns. Im schlimmsten Fall empören wir uns heftig über die im NDR-Film gezeigten Zustände und gehen schon am nächsten Tag wieder zum Discounter und kaufen Hähnchen für möglichst wenig Geld.
Ich finde, das war eine tolle Sache, Sina! Ich für meinen Teil habe mehr über das Wiesenhof-Metier gelernt, als im NDR – Beitrag.
Vermittlungsversuch der Cicero – Redaktion
Das digitale Häscherspiel zeigt das Dilemma einer Internetgemeinde, für die Urheberrechte offenbar dazu da sind, möglichst trickreich umgangen zu werden. Petra Sorge, Cicero – 7.10.11
Ich glaube, dass dieser “Vermittlungsversuch” der Cicero – Autorin Petra Sorge bei den Piraten nicht verfangen kann. Denn -wahrscheinlich- wird auch sie in den Augen der Piraten nichts verstanden haben. So ähnlich lautete ja auf den Punkt gebracht der Vorwurf, der Michael Naumann vehement und vor allem in unflätiger Weise entgegengeschleudert wurde. Ich wundere mich, dass der heutige Text nicht schon von etlichen Urheberrechtssachverständigen auseinandergepflückt wurde. (weiterlesen …)





