Linktipp: Die Löhne sinken trotz Aufschwung

November 6, 2011 2 Kommentare » | Dieser Artikel wurde 369 x aufgerufen.
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Doch die Lohnsteigerungen blieben unter der Inflation, obwohl die in jenen Jahren noch moderat war. [...]

Nur ein Trost bleibt den Deutschen: Der Einzelne bemerkt den Lohndruck kaum. Denn meist gibt es noch individuelle Gehaltssteigerungen über der Inflation – zumindest für diejenigen, die nicht zwischendurch arbeitslos werden. Wer in einer funktionierenden Karriere Berufserfahrung sammelt und gelegentlich befördert wird, bekommt dafür oft immer noch Gehaltserhöhungen. Sie sind nur offenbar nicht mehr so hoch wie früher: Im neuen Job verdient man dann weniger als der Vorgänger, die gleiche Arbeit wird schlechter entlohnt als zuvor.

[link_format link="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/realloehne-der-deutschen-die-loehne-sinken-trotz-aufschwung-11518759.html" target="blank" title="Die Löhne sinken trotz Aufschwung"] FAZ: Reallöhne in Deutschland[/link_format]

Vielen können also noch von der “Substanz” zehren. Das wird wohl auch einer der Gründe dafür sein, dass sich so wenig Leute für die deutsche Occupy-Bewegung engagieren.

Natürlich haben solche Erkenntnisse auch mit den Mindestlöhnen zu tun, der übrigens im Artikel nicht einmal erwähnt wird. Denn die Empfänger von Mindestlöhnen können zum einen nicht von der Substanz zehren, was insofern die von FAZ-Autor Patrick Bernau getroffene Behauptung, “Der Einzelne bemerkt den Lohndruck kaum”, als sehr oberflächlich entlarvt. Zum anderen ist es so, dass der Kampf innerhalb der Belegschaften sich durch die Situation weiter verschärft. Eine sehr ungesunde Art von Wettbewerb, der vermutlich der Gesundheit der MitarbeiterInnen nicht förderlich ist. Ich sage nur: Burnout! Nutznießer der Lage sind die Arbeitgeber.

Allerdings müssen diese sich fragen lassen, wie ernst ihnen die Behauptung gewesen ist, die ArbeitnehmerInnen seien ihr größtes Kapital. Mit solchen Plattitüden kamen doch viele bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Ecke. Oder?

Es wird gern behauptet, Lohndrückerei gebe es vornehmlich in Großbetrieben (Dax-Unternehmen und so weiter). Die Zahlen beweisen, dass das nicht stimmen kann. Natürlich nutzen längst alle Arbeitgeber alle Möglichkeiten aus, die die Agenda 2010 hervorgebracht hat. Dass selbst in Zeiten, in denen die Wirtschaft fantastisch läuft, Arbeitnehmer nur unzureichend partizipieren, zeigt, wohin wir uns entwickeln.

Von wegen die Republik driftet nach links. Meine positive Bewertung der schnellen Richtungswechsel innerhalb Regierung beruht auf dem Glauben, dass unsere Politiker erkannt haben, dass die Probleme, die die einseitige Fixierung auf wirtschaftliche Interessen mit sich bringt, für jeden demokratischen Staat eine existenzielle Bedrohung darstellen.

Ifo-Präsident Sinn hat sinngemäß einmal gesagt, eine steigende Binnennachfrage (höhere Löhne) sei solange von untergeordneter Bedeutung, wie die Rendite von Investitionen im Ausland deutlich höher sei.

Aber wir sollen daran glauben, dass wir in Deutschland von der Globalisierung besonders stark profitiert hätten. Die Frage ist also: Wer war und ist denn überhaupt wir?

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2 Kommentare

  1. welches futter? 7. November 2011 at 13:57 - Antworten

    Welche Löhne sinken den konkret ?

    ich weiß es gibt nur einen Durchschnitt und wenn er eben negativ ist dann heißt es gleich “die Löhne sinken”. Mich würde z.B. interessieren welche löhne konkret gesunken sind. Ich schaue z.B. immer wieder auf Gehälterseiten wie z.B http://www.gehalt.de nach und orientiere mich an den Gehältern. Habe sogar schon mal verhandelt und mein Einkommen ebenfalls erfolgreich steigern können. Kann ich jedem empfehlen!

  2. Horst Schulte 7. November 2011 at 14:09 - Antworten

    Die Löhne sinken nicht, weil sie von den Arbeitgebern gesenkt wurden, sondern weil die Inflation die “moderatoren” Gehaltserhöhungen verbraucht. Jeder, der in der Lage ist, seine Forderungen aufgrund seiner spezifischen Voraussetzungen durchzusetzen, ist gut dran. Aber was ist zum Beispiel mit denen, die das nicht können? Sagen wir ältere Arbeitnehmer zum Beispiel.

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