Ist ja doch alles Geschmackssache. Das werden einige vielleicht sagen. Bushido-Fans werden im Stil ihres Idols andere Worte für die öffentliche Kritik an der geplanten Preisverleihung finden.
Wenn ich »Bambi« höre, denk’ ich immer zuerst an den Disney Zeichentrickfilm, den ich als Kind einmal gesehen habe. Gestern hörte ich einen Verantwortlichen von Burda sagen, dass Bambi, der Preis, inzwischen auch in den USA einige Beachtung fände. Mag sein. Die Öffentlichkeit dürstet ja nach derartigem Zinnober.
Vielleicht wegen meiner persönlichen Assoziationen tu ich mich doppelt schwer, die Preisverleihung an Bushido gut zu finden. Bushido soll den Preis in der Kategorie Integration erhalten. Ich kenne ihn als Person zu wenig, um beurteilen zu können, ob er ihn verdient.
Mir sind allerdings einige seiner Texte präsent. Die finde ich so eklig und abstoßend, dass ich allein deshalb keinen Grund sehe, weshalb dieser Mann diesen Preis kriegen sollte. Als Vorbild für die Integration taugen seine Texte wohl auf keinen Fall.
Und hier die Begründung der Jury für die Verleihung des Preises an Bushido:
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Hallo Horst, ich gebe dir Recht, dass Bushido´s Songtexte etwas zu weit über die Gürtellinie gehen aber ich würde nicht sagen, dass er es nicht verdient hätte, den Preis zu bekommen. Er hat sich doch gut in Deutschland integriert?! Oder etwa nicht? Und darum geht es doch letztendlich. Meiner Meinung nach haben seine Texte nix mit der Integration zu tun. Aber naja, jeder sieht es halt anders. Gruß Wolf
Spätestens bei der Preisverleihung an Tom Cruise in der Kategorie »Courage« und der mit feuchter Hose vorgetragenen Laudatio durch Frank Schirrmacher sollte einem klar sein, dass dieser »Preis« (sic!) nichts ist, was man ernst nehmen sollte.
Ich sag nur Bambi.
Ist eigentlich Geschmackssache, wenn man einem halt die Texte nicht passen dann muss man es nicht anhören. Ich glaub der hat meist Jugendliche Fans und Fans die genau so aufwachsen/aufgewachsen sind, arm sind wie er mal war, und dieswegen er ein so grosser Vorbild ist.
Da hast du natürlich recht. Bushidos Texte sind Geschmackssache. Aber dafür hat er den Preis ja nicht gekriegt, sondern für seine Leistung in Sachen Integration. Und an dem Punkt scheiden sich die Geister.
Sorry, aber es gibt wohl in Deutschland jede Menge anderer Künstler, die einen solchen Preis mehr als verdient hätten. Dass die Bambi-Veranstaltung ihren zweifelhaften Ruf durch solche Aktion weiter befeuert, dürfte jedem klar sein. Aber vielleicht brauchte es ja einen kollektiven Aufschrei und mittelmäßigen Skandal, damit das langweilige Event überhaupt wieder in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung gerückt wird. Kein Wunder, dass Marcel Reich-Ranicki seinen Preis einst ablehnte, was man nach dieser neuerlichen TV-Farce um Rüpel Rapper Bushido vermutlich noch besser nachvollziehen kann…