Nahles (SPD) findet wie häufig die unpassenden Worte. Wenn es um die Regierung geht, quakt sie gern und schnell mal dazwischen — obwohl das so richtig keiner hören mag. Aber das würden die SPD-Genossen ja nicht zugeben. Absolute Harmonie ist seit der verlorenen Bundestagswahl angesagt. Zuletzt wurde das beim letzten Parteitag demonstriert. Und für die Fehler vor der eigenen Haustür legt sie gern mehr Sensibilität an den Tag. Sie findet, dass Wulffs Verhalten der Demokratie schade. Ich finde eher, ihr Gequatsche schadet der Demokratie.
Wir sollten es halten, wie Thea Dorn das in dieser Woche in irgendeiner Talkshow sinngemäß empfahl: Wenn wir glauben, dass Wulff durch seinen Kredit korrupt geworden ist, müssten wir seinen Rücktritt fordern. Ansonsten verstehe sie den Wirbel nicht.
In diesem Fall wäre es auch egal, ob Wulff den Kredit von Herrn oder von Frau Geerkens bekommen hat. Seltsam, dass ausgerechnet der “väterliche Freund” mit einer »Klarstellung« an die Öffentlichkeit ging, das Wulff quasi als Lügner dastehen lässt. Entweder war dieser Freund weniger väterlich als bisher angenommen, oder er wollte Wulff davor bewahren, sich durch die Unwahrheit noch weiter ins Abseits zu manövrieren. Dass Herr Geerkens dem »Spiegel« glaubhafte Argumente für seine Version lieferte, macht die Geschichte für Wulff noch prekärer:
Dafür, dass der ursprüngliche Eigentümer der Kreditsumme Egon Geerkens war, spricht zudem ein weiterer Umstand. Als das Paar Mitte der neunziger Jahre heiratete, war Geerkens bereits vermögend, während seine Frau Edith eine Angestellte seines Schmuckhandels war. Sie brachte Geerkens zufolge kein nennenswertes eigenes Vermögen in die Beziehung ein. Nach der Hochzeit habe seine Frau aufgehört zu arbeiten. Zudem sei Gütertrennung vereinbart worden.
Vielleicht wird die Bundesversammlung tatsächlich schon bald wieder zusammentreten müssen.










