Monatsarchiv: Dezember 2011
Walter Giller in “Rosen für den Staatsanwalt”
hier die anderen 6 Teile
Wer diesen tollen Film mit dem gerade verstorbenen Walter Giller gern noch einmal sehen möchte: YouTube macht es möglich. Sehr schön übrigens, wie in diesem Film die “alten Seilschaften” aus der Nazizeit beschrieben werden. Man wird gleich an die Gegenwart erinnert. Juristen sind für ihre Verbrechen im 3. Reich kaum belangt worden. Alles was recht ist.
Kardinaltugend Gerechtigkeit
Der Begriff Gerechtigkeit prägte gerade in diesem Jahr viele Diskussionen. Aber wie unterschiedlich sind eigentlich unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit? Würden wir nicht, wenn wir es denn je schafften, sie herzustellen, der Gleichmacherei Vorschub leisten?
Es ist nichts falsch daran, sich ein Leben zu wünschen, das nicht von Entbehrungen und Sorgen geprägt ist. Auch, wenn sich dieser Wunsch zunächst einmal daran festmacht, dass es viele andere Menschen gibt, denen es deutlich besser geht als einem selbst. Von den Medien werden solche Gedanken schon immer unterstützt. Da werden Vergleiche angeboten, für die die einen empfänglich sind und die anderen weniger. Da kriegt der Vorstand eines großen deutschen Industrieunternehmens 9 Mio. € jährlich für rund 10 Arbeitsstunden täglich. Im Vergleich zur Friseurin in Zwickau, die laut Tarifvertrag 3,82 Euro je Stunde bekommt, wirkt der Stundenlohn des Top-Managers von 2.460 Euro maßlos. Die einen sagen, dass unser Neidkomplex hervorragend funktioniere, die anderen sprechen einfach von Ungerechtigkeit.
Würde
Alle Menschen sollten von dem Geld, das ihnen für ihre Arbeit gezahlt wird, würdig leben können! Das wird doch bestimmt keiner als maßlos betrachten!? Offenbar aber doch. Sonst gäbe es keine kräftezehrenden und langjährigen Diskussionen um die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes. Es gibt Arbeit, für die am Markt keine entsprechenden Preise erzielt werden. Daher wird sie, die Arbeit, nicht (mehr) nachgefragt. So erklären das die Ökonomen (z.B. Herr Prof. Sinn, IFO). Um einen Ausgleich zu schaffen, wurde der Kombilohn erfunden. Dieses Modell wurde realisiert und die Menschen, die ihr Einkommen zum Teil hieraus beziehen, nennen wir “Hartz-IV-Aufstocker”.
Für mich ist weniger die Frage, wie viele Leute es in Deutschland gibt, die dazu gezwungen sind, staatliche Mittel aus diesem Grund in Anspruch zu nehmen, sondern im Vordergrund steht die Frage, ob sich diese Form der “Bezahlung” mit der Würde des Menschen in Einklang befindet. Für die, denen das zu abgehoben klingt, will ich die Frage anfügen, ob sie sich persönlich vorstellen könnten, dauerhaft von staatlicher Alimentierung abhängig zu sein, obwohl sie einem Fulltime-Job nachgehen? Zudem frage ich mich, ob es denn richtig sein kann, dass überhaupt Geschäftsmodelle entwickelt werden, deren Fundament auf Lohndumping beruht. Insofern folgt die oft gestellt Frage danach, ob wirklich “sozial ist, was Arbeit schafft”. Das Kombimodell kann vielleicht sinnvoll sein, wenn es zeitlich befristet angewendet wird. Aber haben sich nicht viele Arbeitgeber bereits darauf eingestellt, dass dieses dauerhaft anwendbar ist? (weiterlesen …)
Glaubenskrieg
[link_format link="http://stadt-bremerhaven.de/iphone-4s-rueckblick-auf-vier-wochen-nutzung/" target="blank"] iPhone 4S: Rückblick auf vier Wochen Nutzung [/link_format]
Kaum lobt einer ein iPhone gibt’s Krieg. Und das kurz vor Weihnachten.
Das Sparen vor dem Tode
Nach den letzten staatlichen Budgetkürzungen wurde das Licht am Ende des Tunnels ausgeknipst.
Transparent von Occupy Wall Street
Ist das nicht genau das, was auch uns allen in Europa blüht, wenn die Brüsseler Beschlüsse umgesetzt werden? Die wacklige Konjunktur wird durch das SPAREN, das bald gaaanz großgeschrieben wird, abgewürgt. Auf die öffentlichen Haushalte schlägt sich das etwas verspätetet nieder. Wiederum mit unerwünschten Effekten.
Von Männer in Jeans und Anzügen
Dieses Land wurde von Männern in Jeans erschaffen und wird von Männern in Anzügen zerstört.
Lieblingsspruch auf der Website der sozialkritischen Plattform Buzzfeed.com mit Sitz in Soho, Manhatten.
Die Website kenne ich. Als sozialkritisch ist sie mir bisher noch nicht vorgekommen. Das Zitat ist trotzdem gut. Die »Zeit«, in der es abgedruckt wurde, hat (vielleicht) mit dem Hinweis auf den Standort der Website die Finanzindustrie gemeint, wenn von Männern in Anzügen die Rede ist. Andere werden sagen, dass »die Politiker« gemeint wären. Das macht das Zitat erst richtig interessant.
Linktipp: Sind wir zu hart?
[link_format link="http://www.marinaslied.de/?p=682" target="blank"] Wieder ein bemerkenswerter Artikel von Marina Weisband [/link_format]
Ein paar Sätze daraus:
Welcher Politiker würde schon auf jemanden hören, der ihn nur beleidigt? An diesem Kreislauf ist von beiden Seiten zu arbeiten. Politiker müssen nahbar werden. Aber mit dem Aufkommen des Internets, mit der neuen Vernetzung und der unmittelbaren Erreichbarkeit von Politikern, fällt auch dem Bürger ein größeres Maß an Verantwortung zu.
Weitere Leseempfehlung: Sozialtheoristen » Auch Piraten brauchen ein Schiff
Die Naziplage im Rechtsstaat
Ein Mensch kann bekannt dafür sein, dass er ein streitbarer Demokrat und von Herzen gegen das Unmenschliche ist.
Unsere Behörden hindert das nicht daran, auch angesichts lebhafter Diskussionen um die Naziplage in Deutschland, gegen diesen Gerechten wegen einem »besonders schweren Fall von Landfriedensbruch« zu ermitteln. Andererseits ist auch war, dass keiner einen Freibrief hat – egal wie edel seine Motive sind. Jeder macht Fehler und muss in einer Gesellschaft anerkennen, dass er dafür ggf. zur Rechenschaft gezogen wird. Das ist die formale Ausgangslage.
Auch im konkreten Fall des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König, deckt sich es nicht mit unserem Eindruck, dass Veranstaltungen von Nazis in Deutschland von der Polizei geschützt werden, Gegendemonstrationen (zumal ihre Initiatoren und Treiber) aber mit massiven, staatlichen Repressalien zu rechnen haben. Die Vorwürfe, die von der Staatanwaltschaft gegen Lothar König erhoben werden, sind schwerwiegend. In diesem Kontext klingen die staatlichen Vorwürfe einfach nur provozierend. Und die Nazis lachen sich wohl ins Fäustchen. Unser Rechtsstaat muss aus dieser Nummer heraus. Und das bald!
Jar Of Hearts – Christina Perri (acoustic cover) Michael Schulte
Endlich hat Michael Schulte auch meinen derzeitigen Lieblingstitel gecovert. Und das wirklich sehr schön.
Die Messe gelesen
Die Kirche war heute Abend richtig voll. Der Pfarrer hatte Spaß und zeigte das auch deutlich. Dass sie voll war lag bestimmt daran, dass so viele Familien in Erinnerung an ihre lieben Verstorbenen »die Messe lesen« ließen. Die Namen der Verstorbenen werden während der Eucharistiefeier verlesen. Je Familie kostet das -je nach Kirchengemeinde- zwischen 5 und 10 Euro. Da kommen auch ein paar Euro zusammen.
Im Frühjahr ist ein ehemaliger Nachbar von uns mit erst 59 Jahren, ganz kurz vor der Geburt seines 1. Enkels verstorben. Von 1978 bis 1993 haben wir zusammen in einem Haus gewohnt und sind während dieser Zeit fast Freunde geworden. Wie das so ist, leider verliert man sich in den Jahren dann doch aus den Augen. Ihn und seine Frau hatte ich vor rund 8 Jahren zu meinem 50. Geburtstag eingeladen. Es war ein schönes Fest, und wir haben viel zusammen gelacht. Inzwischen war er aufgrund eines schweren Herzinfarktes und einer schweren Rückenerkrankung vorzeitig pensioniert worden. Davon hat er leider nicht mehr viel gehabt.
Heute hörten meine Frau und ich in der Kirche, dass in der vergangenen Woche auch seine Frau verstorben ist. Das war ein schlimmer Schock. Wir wussten, dass sie bald nach dem Tod ihres Mannes erkrankt war, aber nicht, wie schlimm es um sie stand. Wir hätten uns mehr kümmern müssen. Jetzt ist es zu spät.
Linktipp: Es gibt harte Schicksale
[link_format link="http://www.stern.de/panorama/brasilien-student-adolf-hitler-will-neuen-namen-1763928.html#utm_source=standard&utm_medium=rss-feed&utm_campaign=alle" target="blank" title="Die Tage von Adolf Hitler sind gezählt"] Die Tage von Adolf Hitler sind gezählt [/link_format]

