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	<title>QuerBlog&#187; Wirtschaft</title>
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	<description>Quer durch die Botanik</description>
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		<title>Die neue Arschlochvariante: Rent a Depp</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 09:50:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitszeit]]></category>
		<category><![CDATA[IBM]]></category>
		<category><![CDATA[Leiharbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Miet-Jobber]]></category>

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		<description><![CDATA[Während sich die Occupy-Bewegung und andere Gedanken darüber machen, wie man diesen Kapitalismus durch andere &#8220;Systeme&#8221; ersetzen könnte, kommen &#8220;die&#8221; Arbeitgeber auf immer neue Ideen, wie man wie Arbeitskräften künftig rationeller umgehen könnte. Das IBM-Konzept nennt sich &#8220;Miet-Jobber&#8221; und ist so revolutionär wie &#8220;Spiegel Online&#8221; meint ja auch nicht. Der Trend zum Zweit- und Drittarbeitsplatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während sich die Occupy-Bewegung und andere Gedanken darüber machen, wie man diesen Kapitalismus durch andere &#8220;Systeme&#8221; ersetzen könnte, kommen &#8220;die&#8221; Arbeitgeber auf immer neue Ideen, wie man wie Arbeitskräften künftig rationeller umgehen könnte. Das <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,813388,00.html">IBM-Konzept nennt sich &#8220;Miet-Jobber&#8221;</a> und ist so revolutionär wie &#8220;Spiegel Online&#8221; meint ja auch nicht. Der Trend zum Zweit- und Drittarbeitsplatz kommt unter gewissen Umständen künftigen Arbeitnehmern entgegen. Denn &#8220;Miet-Jobber&#8221; werden &#8211; so wie wir es aus der Zeitarbeit kennen &#8211; nicht mehr über ein (geregeltes) Einkommen verfügen, mit dem eine Familie und vielleicht nicht mal man selbst ernährt werden kann. Da braucht es mehr als einen Arbeitsplatz.</p>
<p>Irgendein Vorstand oder ein Unternehmensberater ist ja immer präsent, wenn es darum geht, neue Arschlochvarianten zu erfinden. Und dieses &#8220;revolutionäre Arbeitsmodell&#8221; gehört mit Sicherheit dazu.</p>
<p>Alles kommt wieder: Auch die Sklaverei. Nur, dass die heute halt anders genannt wird. Wie stark sind unsere Gesellschaften heute noch? Werden sie auf solchen Wahnsinn mit den richtigen Maßnahmen antworten?</p>
<p>Der Markt könnte es regeln. Ich kaufe keine IBM-Produkte. Nie mehr!</p>
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		<title>Sozial ist, was Zeitarbeit schafft?</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 13:23:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtmetall]]></category>
		<category><![CDATA[IG Metall]]></category>
		<category><![CDATA[Kannegießer]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Kannegiesser, Präsident Gesamtmetall, gab dem Handelsblatt ein Interview. Man muss Kannegießer nicht kennen, um zu ahnen, wie sein Statement für die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit der IG Metall ausfällt. Die Zeiten sind ja so schlecht und unsicher. Da darf man die Unternehmen nicht mit überhöhten Lohnforderungen unter Druck setzen. Die letzten Jahre sind blendend gelaufen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_14126" class="wp-caption alignnone" style="width: 650px"><a href="http://www.querblog.de/wp-content/uploads/2012/01/5473498792_1d45ee791f_z.jpg"><img class="size-full wp-image-14126 " title="Gleiche Arbeit, gleiches Geld - Foto von IG Metall, Flickr.com  (CC BY-NC-SA 2.0)" src="http://www.querblog.de/wp-content/uploads/2012/01/5473498792_1d45ee791f_z-e1326632083186.jpg" alt="Gleiche Arbeit, gleiches Geld - Foto von IG Metall, Flickr.com  (CC BY-NC-SA 2.0)" width="640" height="262" /></a><p class="wp-caption-text">Gleiche Arbeit, gleiches Geld - Foto von IG Metall, Flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)</p></div>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Kannegiesser" target="_blank" title="From Wikipedia the definition of: Martin Kannegiesser" class="wikiterm" >Martin Kannegiesser</a>, Präsident Gesamtmetall, gab dem <a href="http://www.handelsblatt.com">Handelsblatt</a> ein <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ohne-zeitarbeit-waere-fuenftel-der-arbeitsplaetze-weg/6063454.html?p6063454=3">Interview</a>. Man muss Kannegießer nicht kennen, um zu ahnen, wie sein Statement für die bevorstehenden Tarifverhandlungen mit der IG Metall ausfällt. Die Zeiten sind ja so schlecht und unsicher. Da darf man die Unternehmen nicht mit überhöhten Lohnforderungen unter Druck setzen. Die letzten Jahre sind blendend gelaufen für Gesamtmetall und ihre Mitglieder. Davon will man natürlich jetzt nichts mehr hören.</strong></p>
<p>Diese Stereotypen, die von Gewerkschaftsseite mit den gegenteiligen Positionen ebenso zu hören sind, langweilen. Am Ende wird ein Klacks dabei herauskommen und die Arbeitnehmer dieses Industriesektors stehen sicher im nationalen Vergleich mit anderen Branchen immer noch ganz passabel da. <span id="more-14124"></span></p>
<p>Interessant fand ich Kannegiessers Aussage zum Thema Zeitarbeit. Was hat die IG Metall nur gegen diese &#8220;<a href="http://www.igmetall-zoom.de/33-fragen-zur-zeitarbeit-leiharbeiter-gewerkschaft-betriebsrat/inhalt.html">externe Flexibilität</a>&#8220;, die für die Unternehmen doch in diesem &#8220;votalilen&#8221; Umfeld so eminient wichtig sind?</p>
<blockquote><p>Der Zusammenhang ist klar: Wenn es in den Betrieben in einem immer volatileren Umfeld künftig weniger sogenannte externe Flexibilität durch Zeitarbeit gibt, muss das irgendwie aufgefangen werden. Da gibt es verschiedene Wege. Welche wir genau gehen wollen, darüber müssen wir mit der IG Metall reden. Aber ohne die Flexibilität, die uns die Zeitarbeit bringt, wäre heute ungefähr ein Fünftel unserer Arbeitsplätze nicht mehr da.</p></blockquote>
<div id="clear"></div>
<p><span style="font-size: small;"><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ohne-zeitarbeit-waere-fuenftel-der-arbeitsplaetze-weg/6063454.html?p6063454=3">Quelle: Gesamtmetall-Chef Kannegiesser: „Ohne Zeitarbeit wäre Fünftel der Arbeitsplätze weg“ &#8211; Deutschland &#8211; Politik &#8211; Handelsblatt</a><br />
</span></p>
<p><!--more-->Mir fällt zu dieser Drohung wieder zuerst die Provokation ein, mit der wir an dieser Stelle immer noch malträtiert werden: &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft">Sozial ist, was Arbeit schafft</a>&#8220;. Die Arbeitnehmerseite übersieht weiterhin einfach die Vorteile der vom Großversuch zur glänzend funktionierenden Methode entwickelten Ausbeutung abhängig beschäftigter Menschen. Das wird daran liegen, dass sie sehr einseitig verteilt sind. Dafür hat Schröders Agenda 2010 auch gesorgt.</p>
<p>Kannegießer sagt mit anderen Worten: Entweder Jobs zu Niedriglöhnen oder gar keine Arbeit. Ich finde das ganz schön mies. Den Aspekt, dass der Vorteil der deutschen Industrie auch der Wettbewerbsnachteil unserer europäischen Nachbarn ist (Euro), lässt Kannegießer nicht gelten. Zugegeben, hätte die Arbeitnehmerseite mehr davon gehabt, würde sie diese Ansicht teilen. Das ist auch überhaupt keine deutsche Spezialität.</p>
<p>Ich habe gerade gelesen, dass in nicht mal 20 Jahren in Deutschland 6 Mio. Arbeitskräfte fehlen werden. Die demografische Entwicklung wirft -statistisch jedenfalls- ihre Schatten voraus. Vielleicht werden wir ja erleben, dass die Arbeitgeber sich an einige der bewährten Regeln eines &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinischer_Kapitalismus">Rheinischen Kapitalismus</a>&#8221; zurückbesinnen werden. Und zwar, weil sie sonst kaum mehr Arbeitskräfte gewinnen können. Andererseits &#8211; was macht das schon? Wie hat die Globalisierung Deutschland bisher verändert? Wie groß ist eigentlich ihr Anteil daran, dass die Mittelschicht immer weiter schrumpft? Es wurde immer erzählt, dass viele von ihr profitieren würden.  Mir kommt es eher so vor, dass es in Deutschland ganz schön viele Verlierer gibt. Außerdem: Die Märkte der Zukunft liegen nicht in Europa, wie man uns gern belehrt, um uns <del>flott</del> gefügig zu machen. Für viele Kleinunternehmer und Mittelständler wird das aber nicht unbedingt eine Option sein. Sie sind auch weiter auf den Binnenmarkt und Europa für den Absatz ihrer Produkte angewiesen. Für die Großen aber sind die Renditen aus Auslandsinvestitionen wohl reizvoller, als bessere Löhne zur Stärkung der Binnennachfrage zu zahlen. Aber was bedeuten eigentlich solche Überlegungen für unsere Gesellschaften? Eigentum verpflichtet (Artikel <a href="http://dejure.org/gesetze/GG/14.html">14 GG</a>). Wozu steht da auch: &#8220;Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&#8221; Leider wird über die Interessenlage von global tätigen Unternehmen nichts gesagt.</p>
<p>Der zum Ende der Ära Kohl über dem <a href="http://edoc.vifapol.de/opus/volltexte/2008/441/pdf/AP_12_1999.pdf">Land liegende &#8220;Mehltau&#8221;</a>, so die damals gewählte Metapher, hat sich jedenfalls mithilfe einer einseitig unternehmensfreundlichen Schröder-Politik völlig verflüchtigt. In Deutschland herrscht der Kapitalismus in Reinkultur, das aggressive Glaubensbekenntnis unserer Gesellschaft heißt: &#8221;Alles für mich, nichts für die anderen&#8221;.</p>
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		<title>Kardinaltugend Gerechtigkeit</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/12/18/13861/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 19:08:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Begriff Gerechtigkeit prägte gerade in diesem Jahr viele Diskussionen. Aber wie unterschiedlich sind eigentlich unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit? Würden wir nicht, wenn wir es denn je schafften, sie herzustellen, der Gleichmacherei Vorschub leisten?  Es ist nichts falsch daran, sich ein Leben zu wünschen, das nicht von Entbehrungen und Sorgen geprägt ist. Auch, wenn sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: 'trebuchet ms', geneva; font-size: medium;"><strong>Der Begriff Gerechtigkeit prägte gerade in diesem Jahr viele Diskussionen. Aber wie unterschiedlich sind eigentlich unsere Vorstellungen von Gerechtigkeit? Würden wir nicht, wenn wir es denn je schafften, sie herzustellen, der Gleichmacherei Vorschub leisten? </strong></span></p>
<p>Es ist nichts falsch daran, sich ein Leben zu wünschen, das nicht von Entbehrungen und Sorgen geprägt ist. Auch, wenn sich dieser Wunsch zunächst einmal daran festmacht, dass es viele andere Menschen gibt, denen es deutlich besser geht als einem selbst. Von den Medien werden solche Gedanken schon immer unterstützt. Da werden Vergleiche angeboten, für die die einen empfänglich sind und die anderen weniger. Da kriegt der Vorstand eines großen deutschen Industrieunternehmens 9 Mio. € jährlich für rund 10 Arbeitsstunden täglich. Im Vergleich zur Friseurin in Zwickau, die laut Tarifvertrag 3,82 Euro je Stunde bekommt, wirkt der Stundenlohn des Top-Managers von 2.460 Euro maßlos. Die einen sagen, dass unser Neidkomplex hervorragend funktioniere, die anderen sprechen einfach von Ungerechtigkeit.</p>
<h3>Würde</h3>
<p><span style="background-color: #ccffcc;">Alle Menschen sollten von dem Geld, das ihnen für ihre Arbeit gezahlt wird, würdig leben können!</span> Das wird doch bestimmt keiner als maßlos betrachten!? Offenbar aber doch. Sonst gäbe es keine kräftezehrenden und langjährigen Diskussionen um die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes. Es gibt Arbeit, für die am Markt keine entsprechenden Preise erzielt werden. Daher wird sie, die Arbeit,  nicht (mehr) nachgefragt. So erklären das die Ökonomen (z.B. Herr Prof. Sinn, IFO). Um einen Ausgleich zu schaffen, wurde der Kombilohn erfunden. Dieses Modell wurde realisiert und die Menschen, die ihr Einkommen zum Teil hieraus beziehen, nennen wir &#8220;Hartz-IV-Aufstocker&#8221;.</p>
<p>Für mich ist weniger die Frage, wie viele Leute es in Deutschland gibt, die dazu gezwungen sind, staatliche Mittel aus diesem Grund in Anspruch zu nehmen, sondern im Vordergrund steht die Frage, ob sich diese Form der &#8220;Bezahlung&#8221; mit der Würde des Menschen in Einklang befindet. Für die, denen das zu abgehoben klingt, will ich die Frage anfügen, ob sie sich persönlich vorstellen könnten, dauerhaft von staatlicher Alimentierung abhängig zu sein, obwohl sie einem Fulltime-Job nachgehen? Zudem frage ich mich, ob es denn richtig sein kann, dass überhaupt Geschäftsmodelle entwickelt werden, deren Fundament auf Lohndumping beruht. Insofern folgt die oft gestellt Frage danach, ob wirklich &#8220;sozial ist, was Arbeit schafft&#8221;. Das Kombimodell kann vielleicht sinnvoll sein, wenn es zeitlich befristet angewendet wird. Aber haben sich nicht viele Arbeitgeber bereits darauf eingestellt, dass dieses dauerhaft anwendbar ist? <span id="more-13861"></span></p>
<p>Dieses Beispiel empfinde ich als sehr <strong>ungerecht</strong>! Und vermutlich kommt dann eins zum anderen und die Diskussionen ufern gern in ideologische Scharmützel aus. Gerade jetzt, wir stecken schon wieder mitten in der nächsten Krise, wird der Bevölkerung von &#8220;berufener Stelle&#8221; gern gesagt, sie hätte jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt? Ganz offensichtlich gilt das nicht für alle Teile der Bevölkerung. Der Verweis auf die Reallohnentwicklung ist hier angezeigt. Auch in 2010 stiegen die Realeinkommen in Deutschland nur um 0,6%, während sie im europäischen Durchschnitt um 1,7 % gestiegen sind.</p>
<p>Bei Diskussionen um den Begriff Gerechtigkeit schwingt irgendwie immer mit, dass der Staat dafür zu sorgen hätte, dass es gerecht zugeht.  Er kann dies nur solange er die erforderlichen finanziellen Mittel für diesen Sozialstaat im Griff hat. Das ist auch in Deutschland längst nicht mehr der Fall. Die Ausgaben für diesen Sozialstaat und der daraus resultierende Schuldendienst nehmen immer bedrohlichere Ausmaße an. Interessant finde ich, dass Schulden auch in Ländern überborden, die nicht unbedingt einen vergleichbaren Sozialstaat zu finanzieren haben. Die USA stecken in einer ähnlichen Bredouille, was ihre Staatsfinanzen anlangt. Kriege sind immer teuer &#8211; egal, ob man sie als gerecht oder als ungerecht empfindet.</p>
<h3>Eigenverantwortung</h3>
<p><strong>Die meisten von uns machen die Politik für die Lage verantwortlich.</strong> Dabei spielen <strong>die Märkte</strong> bestimmt auch eine Hauptrolle. Sie reagieren nicht auf die Missstände, die in vielen Ländern existieren, sie lösen diese vielmehr mit aus oder verschärfen sie jedenfalls. Es hat eine Weile gedauert. Heute erfahren wir, welche wunderbaren Segnungen die Globalisierung uns gebracht hat. Die Nationalstaaten sind den Finanzmärkten hoffnungslos unterlegen. Banken und Unternehmen agieren grenzen- und skrupellos. Die Regierungen schauen zu, weil sie aufgrund der logischerweise bestehenden nationalen Egoismen ihre Spielräume nicht nutzen. Sofern es denn solche überhaupt geben sollte.</p>
<p><span style="background-color: #ccffcc;">Könnte man die europäische und us-amerikanische Schuldenkrise nicht auch mit einer übermäßigen Erwartungshaltung der Wählerinnen und Wähler zu begründen?</span></p>
<p>Vermutlich wären wir (jedenfalls in Deutschland) besser dran, würden die Regierenden in der lange bewährten aber mehr und mehr verfallenden Konkurrenz zu oppositionellen Programmen, ihren Wahlvölkern nicht Versprechungen machen, die nicht mehr erfüllbar sind — jedenfalls nicht, ohne weitere Schulden zu machen?</p>
<p>Die BürgerInnen haben alle 4 Jahren die Möglichkeit, ihr Kreuzchen an eine andere Stelle im Stimmzettel zu machen. Das tun viele auch. Das Wählerverhalten hat sich stark verändert, wie wir von Wahlforschern gelernt haben. Die FDP kann davon ein Lied singen (s. letzte Bundestagswahl). Immer mehr Leute gehen nicht mehr wählen. Diese Zeiten kann man nur noch als verrückt bezeichnen, wenn sogar die WählerInnen einsehen, dass Steuersenkungen momentan deplatziert sind und sich die Opposition mit der entsprechenden Ansage als Verteidiger der Staatsfinanzen gerieren kann.</p>
<h3>Verunsicherung</h3>
<p>Seit Jahren tun wir so, als trügen die von uns gewählten Politiker allein die Schuld an den Schulden. Derweil nimmt die so genannte Politik(er)verdrossenheit immer beängstigendere Züge an. Es geht längst so weit, dass die Systemfrage gestellt wird — und das weltweit. Dies ist nicht beschränkt auf den Kapitalismus, sondern schließt Demokratie mit ein. Der Chor jener, der zu allem seine Meinung hat und —was schlimmer ist— ins Netz hinausposaunt, wächst durch das Internet ins Unermessliche.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Der »kleine Teil« davon, den der einzelne Konsument des Internets von der &#8220;Meinungsvielfalt&#8221; verabreicht bekommt, reicht aus, um in einem hohen Tempo die tiefgehendste Verunsicherung von immer mehr Menschen zu erreichen, die Menschen jemals erlebt haben. Die gefährliche Unzufriedenheit mit <strong>den</strong> Politikern und <strong>der</strong> Demokratie sind vorerst nur Facetten dieser Verunsicherung.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Goldman Sachs empfiehlt sich für Briefbombe</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/12/10/goldman-sachs-empfiehlt-sich-fur-briefbombe/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 13:44:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Goldman Sachs]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Spiegel Online schreibt gestern: Ökonomen verreißen den Gipfelbeschluss von Brüssel. Sie vermissen Instrumente, die die Krise kurzfristig eindämmen könnten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt Anlegern sogar, auf fallende deutsche Aktienkurse zu spekulieren. Was die PolitikerInnen nicht schaffen, schafft Goldman Sachs allemal. Das haben diese Arschlöcher im Fall Griechenland ja schon bewiesen. Und keiner kann sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,802813,00.html">Spiegel Online</a> schreibt gestern:</p>
<blockquote><p>Ökonomen verreißen den Gipfelbeschluss von Brüssel. Sie vermissen Instrumente, die die Krise kurzfristig eindämmen könnten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs empfiehlt Anlegern sogar, auf fallende deutsche Aktienkurse zu spekulieren.</p></blockquote>
<p>Was die PolitikerInnen nicht schaffen, schafft Goldman Sachs allemal. Das haben diese Arschlöcher im <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,676346,00.html">Fall Griechenland</a> ja schon bewiesen. Und keiner kann sie stoppen. Die Apokalypse vielleicht dereinst. </p>
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		<title>Strategische Ausrichtung am 7. Dezember 2011</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/12/07/strategische-ausrichtung-am-7-dezember-2011/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 07:35:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Vertrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[aus einem Newsletter von heute: während der Vertrieb noch an den letzten Geschäftsabschlüssen für 2011 arbeitet, befassen sich die Führungsstäbe in den Unternehmen längst mit der strategischen Ausrichtung für 2012. Dabei bewegt derzeit besonders die Frage nach der generellen ökonomischen Entwicklung in Deutschland und Europa. [GFK (Gesellschaft für Konsumgüterforschung)] Irgendwie haben die aber eine falsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aus einem Newsletter von heute:  </p>
<blockquote><p>während der Vertrieb noch an den letzten Geschäftsabschlüssen für 2011 arbeitet, befassen sich die Führungsstäbe in den Unternehmen längst mit der strategischen Ausrichtung für 2012. Dabei bewegt derzeit besonders die Frage nach der generellen ökonomischen Entwicklung in Deutschland und Europa. [GFK (Gesellschaft für Konsumgüterforschung)]
</p></blockquote>
<p>Irgendwie haben die aber eine falsche Vorstellung von vertrieblicher Arbeit. Natürlich zählt im Moment der Umsatz noch für 2011. <img src='http://www.querblog.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Aber auch <strong>der</strong> Vertrieb arbeitet seit Monaten an und für 2012. Wahrscheinlich sind die Damen und Herren ein wenig weit weg von der Praxis. Warum überrascht mich das?</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Standard &amp; Poor&#8217;s: Da wird wohl bald die zweite «Entschuldigung» fällig</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/12/05/standard-poors-da-wird-wohl-bald-die-zweite-entschuldigung-fallig/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Dec 2011 21:47:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Geldsäcke]]></category>
		<category><![CDATA[Manipulationen]]></category>
		<category><![CDATA[Standard & Poor's]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht entschuldigt sich die Ratingagentur Standard &#038; Poor&#8217;s in ein paar Tagen dafür, dass sie heute angekündigt hat, nun auch Deutschland das Top-Rating zu entziehen. Das hatte sie ja vor einigen Wochen mit Frankreich schon so gemacht. An dem Fehler, den manche als &#8220;peinlich&#8221; bezeichnen, verdienen sich auch heute immer noch Spekulanten eine goldene Nase. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht entschuldigt sich die Ratingagentur Standard &#038; Poor&#8217;s in ein paar Tagen dafür, dass sie heute angekündigt hat, nun auch <a href="http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:staatsschuldenkrise-s-p-warnt-deutschland-und-andere-euro-staaten-vor-aaa-verlust/60138682.html">Deutschland das Top-Rating zu entziehen</a>. Das hatte sie ja vor einigen Wochen mit Frankreich schon so gemacht. </p>
<p>An dem Fehler, den manche als &#8220;peinlich&#8221; bezeichnen, verdienen sich auch heute immer noch Spekulanten eine goldene Nase. Einfach deshalb, weil seither die Spekulationen um eine wirklich Herabstufung Frankreichs nicht abreißen wollen. So einfach kann man Geld machen. Man muss nur die großen Räder drehen. Den Anlasser haben die so genannten Rating-Agenturen und das Gaspedal die so genannten Analysten überall auf der Welt.  </p>
<p>Als selbsterfüllende Prophezeiung könnte man dies bezeichnen. Dies wäre ein Euphemismus. Wir haben es natürlich mit einer gezielten Manipulation zu tun, die einzig und allein den Interessen einiger weniger Menschen auf diesem Globus dient. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Commerzbank soll ganz verstaatlicht werden</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/12/04/commerzbank-soll-ganz-verstaatlicht-werden/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 18:14:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Commerzbank]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstandsgehälter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich glaube ja, dass die Commerzbank nur deshalb so große Probleme hat, weil die Gehälter ihrer Vorstände &#8220;gedeckelt&#8221; wurden. Immerhin das hatte die Politik durchgesetzt. Und das haben wir jetzt davon. Nix geht voran und die Commerzbank wird wohl bald ganz in unseren Besitz übergehen. Das wäre wohl nicht passiert, wären die führenden Köpfe des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="start">Ich glaube ja, dass die Commerzbank nur deshalb so große Probleme hat, weil die Gehälter ihrer Vorstände &#8220;gedeckelt&#8221; wurden. Immerhin das hatte die Politik durchgesetzt.</div>
<p>Und das haben wir jetzt davon. Nix geht voran und die Commerzbank wird wohl bald ganz in unseren Besitz übergehen. Das wäre wohl nicht passiert, wären die führenden Köpfe des Instituts nicht durch die geringen Gehälter so in ihrer Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.  [<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,801598,00.html">Quelle</a>]</p>
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		<title>Ging soziale Marktwirtschaft nicht irgendwie anders?</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 11:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplätze]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[EON]]></category>
		<category><![CDATA[Preise]]></category>
		<category><![CDATA[RWE]]></category>

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		<description><![CDATA[RWE und EON wollen Tausende von MitarbeiterInnen entlassen. Beide Konzerne begründen dies mit -Überraschung!- dem Atomausstieg. Nebenher werden die Stromkosten noch mal so richtig erhöht. Weil man (die Regierung) die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht beeinträchtigen möchte, nimmt man die Großindustrie von allen Preiserhöhungen aus. Sonst würde das ja Arbeitsplätze kosten. So, wie das auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="start">RWE und EON wollen Tausende von MitarbeiterInnen entlassen. Beide Konzerne begründen dies mit -Überraschung!- dem Atomausstieg. Nebenher werden die Stromkosten noch mal so richtig erhöht. Weil man (die Regierung) die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht beeinträchtigen möchte, nimmt man die Großindustrie von allen Preiserhöhungen aus. Sonst würde das ja Arbeitsplätze kosten. So, wie das auch vom Atomausstieg eben zu erwarten war.</div>
<p>So weit, so schlecht. Die Machtstellung der Energieunternehmen wurde nicht verringert. Sogar politische Parteien sind sich darin einig, dass es zu wenig Wettbewerb gibt. Geändert wurde an den bestehenden Voraussetzungen aber bisher rein gar nichts. </p>
<p>Nun kündigen beide Unternehmen die Streichung von 7000 bzw. 8000 Stellen an. Das sind ungefähr 10% der bei diesen weltweit vorhandenen Arbeitsplätzen. Der Anteil des Atomstroms ist in beiden Firmen  unterschiedlich. Bei RWE waren es in 2009 ca. 33%, bei EON ist der <a href="http://www.vizgr.org/visualization/Atomstromanteil-gro%C3%9Fer-Stromanbieter-in-Deutschland">Anteil nur wenig kleiner</a>. </p>
<p>Die Vorstände der Energiekonzerne haben darauf gesetzt, dass die schwarz/gelbe Regierung den Atomausstieg von rot/grün zurücknimmt. Das ist aus den bekannten Gründen schiefgelaufen. Nun reagieren die Verantwortlichen mit der Ankündigung von Massenentlassungen und weiteren Preiserhöhungen, und so richtig überraschen sollte uns das nicht. Diejenigen, die den Atomausstieg als politische Verfehlung erster Güte betrachtet haben, kriegen Öl auf ihre Lampen. »Das war ja abzusehen!« </p>
<p>EON und RWE tun mit den Ankündigungen auch was für ihre Börsenkurse. Das freut die Aktionäre. Und darum geht es. Auch wenn offiziell auch heute noch davon gesprochen wird, wie wichtig &#8220;die Mitarbeiter&#8221; für ein Unternehmen sind. Das hindert die Vorstände nicht daran, das zu tun, &#8220;was nötig ist, um die Zukunft des Unternehmens&#8230;&#8221; Geschenkt! </p>
<p>Die Aktienkurse gehen nach oben, wenn Menschen ihre Arbeit verlieren. Verkommener kann sich ein System, das einst als »soziale Marktwirtschaft« bezeichnet wurde, nicht zeigen. Aber natürlich haben wir uns selbst daran längst gewöhnt. </p>
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		<title>Expertengeschwätz</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/11/26/expertengeschwatz/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 19:10:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Eurokrise]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ungarn]]></category>

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		<description><![CDATA[Die, die uns erzählen, dass der Euro im Eimer ist, weil die Euro-Staaten so hoch verschuldet sind und es keine geeigneten Instrumente gäbe, mit den früher üblichen Mitteln (also Abwertung der Landeswährung) für die nötigen Anpassungen zu sorgen, müssen doch spätestens durch das Beispiel Ungarn in Erklärungsnöte geraten. Warum nur stellt sich dieser Eindruck nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die, die uns erzählen, dass der Euro im Eimer ist, weil die Euro-Staaten so hoch verschuldet sind und es keine geeigneten Instrumente gäbe, mit den früher üblichen Mitteln (also Abwertung der Landeswährung) für die nötigen Anpassungen zu sorgen, müssen doch spätestens durch das Beispiel Ungarn in Erklärungsnöte geraten. Warum nur stellt sich dieser Eindruck nicht ein?</p>
<p>Dieses ganze Scheiß-System funktioniert nicht mehr.</p>
<p><a href="http://www.rp-online.de/wirtschaft/finanzen/ungarn-will-mit-eu-iwf-und-banken-kooperieren-1.2617724">Nach Herabstufung: Ungarn will mit EU, IWF und Banken kooperieren | RP ONLINE</a></p>
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		<title>Linktipp: Die Löhne sinken trotz Aufschwung</title>
		<link>http://www.querblog.de/2011/11/06/linktipp-die-lohne-sinken-trotz-aufschwung/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 12:44:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Horst Schulte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Einkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Löhne]]></category>
		<category><![CDATA[Mindestlöhne]]></category>

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		<description><![CDATA[Doch die Lohnsteigerungen blieben unter der Inflation, obwohl die in jenen Jahren noch moderat war. [...] Nur ein Trost bleibt den Deutschen: Der Einzelne bemerkt den Lohndruck kaum. Denn meist gibt es noch individuelle Gehaltssteigerungen über der Inflation &#8211; zumindest für diejenigen, die nicht zwischendurch arbeitslos werden. Wer in einer funktionierenden Karriere Berufserfahrung sammelt und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Doch die Lohnsteigerungen blieben unter der Inflation, obwohl die in jenen Jahren noch moderat war. [...]</p>
<p>Nur ein Trost bleibt den Deutschen: Der Einzelne bemerkt den Lohndruck kaum. Denn meist gibt es noch individuelle Gehaltssteigerungen über der Inflation &#8211; zumindest für diejenigen, die nicht zwischendurch arbeitslos werden. Wer in einer funktionierenden Karriere Berufserfahrung sammelt und gelegentlich befördert wird, bekommt dafür oft immer noch Gehaltserhöhungen. Sie sind nur offenbar nicht mehr so hoch wie früher: Im neuen Job verdient man dann weniger als der Vorgänger, die gleiche Arbeit wird schlechter entlohnt als zuvor.</p>
<p><span style="font-size: medium;">[link_format link="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/realloehne-der-deutschen-die-loehne-sinken-trotz-aufschwung-11518759.html" target="blank" title="Die Löhne sinken trotz Aufschwung"] FAZ: Reallöhne in Deutschland[/link_format]</span></p></blockquote>
<p>Vielen können also <em>noch</em> von der &#8220;Substanz&#8221; zehren. Das wird wohl auch einer der Gründe dafür sein, dass sich so wenig Leute für die deutsche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Occupy_Wall_Street">Occupy-Bewegung</a> engagieren.</p>
<p>Natürlich haben solche Erkenntnisse auch mit den Mindestlöhnen zu tun, der übrigens im Artikel nicht einmal erwähnt wird. Denn die Empfänger von Mindestlöhnen können zum einen nicht von der Substanz zehren, was insofern die von FAZ-Autor Patrick Bernau getroffene Behauptung, &#8220;Der Einzelne bemerkt den Lohndruck kaum&#8221;, als sehr oberflächlich entlarvt. Zum anderen ist es so, dass der Kampf innerhalb der Belegschaften sich durch die Situation weiter verschärft. Eine sehr ungesunde Art von Wettbewerb, der vermutlich der Gesundheit der MitarbeiterInnen nicht förderlich ist. Ich sage nur: Burnout! Nutznießer der Lage sind die Arbeitgeber. <span id="more-13533"></span></p>
<p>Allerdings müssen diese sich fragen lassen, wie ernst ihnen die Behauptung gewesen ist, die ArbeitnehmerInnen seien ihr größtes Kapital. Mit solchen Plattitüden kamen doch viele bei jeder sich bietenden Gelegenheit um die Ecke. Oder?</p>
<p>Es wird gern behauptet, Lohndrückerei gebe es vornehmlich in Großbetrieben (Dax-Unternehmen und so weiter). Die Zahlen beweisen, dass das nicht stimmen kann. Natürlich nutzen längst alle Arbeitgeber alle Möglichkeiten aus, die die Agenda 2010 hervorgebracht hat. Dass selbst in Zeiten, in denen die Wirtschaft fantastisch läuft, Arbeitnehmer nur unzureichend partizipieren, zeigt, wohin wir uns entwickeln.</p>
<p>Von wegen die Republik driftet nach links. Meine positive Bewertung der schnellen Richtungswechsel innerhalb Regierung beruht auf dem Glauben, dass unsere Politiker erkannt haben, dass die Probleme, die die einseitige Fixierung auf wirtschaftliche Interessen mit sich bringt, für jeden demokratischen Staat eine existenzielle Bedrohung darstellen.</p>
<p>Ifo-Präsident Sinn hat sinngemäß einmal gesagt, eine steigende Binnennachfrage (höhere Löhne) sei solange von untergeordneter Bedeutung, wie die Rendite von Investitionen im Ausland deutlich höher sei.</p>
<p>Aber wir sollen daran glauben, dass wir in Deutschland von der Globalisierung besonders stark profitiert hätten. Die Frage ist also: Wer war und ist denn überhaupt <strong>wir</strong>?</p>
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